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Corona: Fahrschulen rufen erneut nach Hilfe

Wegen der Pandemie stehen alle Räder still. Ein Pirnaer Fahrlehrer bittet um Unterstützung für die gesamte Branche - und plant Protest vor dem Landtag.

Nach einer ersten Demonstration in Pirna wollen vom Lockdown betroffene Fahrschulen am Freitag vor dem Sächsischen Landtag in Dresden protestieren - und Hilfen einfordern.
Nach einer ersten Demonstration in Pirna wollen vom Lockdown betroffene Fahrschulen am Freitag vor dem Sächsischen Landtag in Dresden protestieren - und Hilfen einfordern. © Norbert Millauer

Die Corona-Krise hat sie ausgebremst. Fahrschulen aus ganz Sachsen fordern in einem offenen Brief vom Freistaat Sachsen Hilfeleistungen für ihre Branche, damit es für sie eine Zukunft geben könne. Bereits vergangene Woche warb Fahrlehrer Thomas Adler aus Pirna, der die Bewegung initiiert hat, im Namen anderer Fahrschulbetriebe bei Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) um mehr Unterstützung während der Pandemie. Jetzt wendet er sich an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und appelliert an ihn, die Fahrschulen in dieser Zeit nicht sterben zu lassen.

Ab 15. Februar zurück zum Normalbetrieb?

Seit Mitte Dezember letzten Jahres befinden sich sächsische Fahrschulunternehmen - wie so viele andere Branchen auch - im Lockdown. Jeglicher Betrieb musste eingestellt werden. Für die Fahrschulen entwickelte sich das zu einer nunmehr untragbaren Situation, wie Thomas Adler schreibt. Denn obwohl für viele Fahrschulbetriebe hohe Kosten etwa für Mieten und Leasingraten anfallen, fehlt es an Hilfsprogrammen.

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Adler wirbt in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten deshalb um angemessene Unterstützung, wie sie beispielsweise der Gastronomie und dem Einzelhandel zuteil wird. Außerdem möchte er eine Rückkehr zum normalen Betrieb bis spätestens 15. Februar erwirken. Das begründet er nicht nur mit den Existenzen, die mit diesem Berufszweig verknüpft sind, sondern auch mit der gesellschaftlichen Relevanz der Fahrschulen. "Beruflich, aber auch privat wird es immer wichtiger, mobil, unabhängig und flexibel zu sein", schreibt er. Der Führerschein bilde "die Grundlage für eine gesunde, soziale und zukunftsfähige Stadt."

Noch keine Antwort von Pirnas OB

Erst vergangen Freitag hatte ein offener Brief an Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke zu einem Gespräch zwischen Adler und Hanke geführt. Der Oberbürgermeister nahm die Forderungen der Fahrlehrer entgegen und versprach, sich um Lösungen zu bemühen. Laut Adler kam aus dem Rathaus diesbezüglich jedoch noch keine Antwort.

"Der offene Brief schlägt Wellen", sagt Fahrlehrer Thomas Adler. Der Pirnaer hat mehrere Fahrschulen aus dem Freistaat mobilisiert.
"Der offene Brief schlägt Wellen", sagt Fahrlehrer Thomas Adler. Der Pirnaer hat mehrere Fahrschulen aus dem Freistaat mobilisiert. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Aus diesem Grund wandte sich der Pirnaer nun an den Ministerpräsidenten. Auch mit diesem strebt er ein Gespräch an, in dem mögliche Hilfsprogramme und -regelungen für die Fahrschulbranche besprochen werden sollen. Um dem Nachdruck zu verleihen, ist am Freitag, 5. Februar, um 12 Uhr eine Demonstration am Sächsischen Landtag geplant. Daran wollen sich laut Adler mehrere Fahrschulen aus dem gesamten Freistaat beteiligen. Er hofft, dort auch auf Ministerpräsident Kretschmer zu treffen. Dieser hat sich für den Termin jedoch bereits entschuldigt.

An der Demo auf dem Pirnaer Marktplatz vergangene Woche beteiligte sich etwa ein Dutzend Fahrschulen. Der offene Brief an Sachsens Regierungschef hat nun noch größere Wellen geschlagen. Thomas Adler rechnet damit, dass am Freitag über 100 Fahrschulen aus ganz Sachsen den Weg in die Landeshauptstadt finden werden, um ihrem Hilferuf Nachdruck zu verleihen.

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