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Fake-News können tödlich sein

Corona bringt Lügner in Bedrängnis: Es wird offenkundig, wie gefährlich Falschnachrichten sind. Ein Gastbeitrag aus unserer Reihe "Perspektiven".

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Hat Donald Trumps Corona-Politik Leben gekostet?
Hat Donald Trumps Corona-Politik Leben gekostet? © Evan Vucci/AP/dpa

Von Bernhard Pörksen

Anything goes, alles geht. Das war und ist bis zum heutigen Tag die Kommunikations-Maxime eines Donald Trump, der in seiner Amtszeit bis zum Juni diesen Jahres mehr als 20.000 Mal die Unwahrheit gesagt hat, wie die Washington Post in mühevoller Kleinarbeit dokumentierte.

Das Grundprinzip seiner auf allen Kanälen verbreiteten Meinungs- und Propagandashow lautet: Realitätszensur durch Rauschen, Ermüdung durch Verwirrung, Zerstörung der Maßstäbe durch die Produktion von Chaos und den Ausstoß von Nonsens-Meldungen. Bis niemand mehr so genau sagen kann, was eigentlich stimmt. Bis Faktum und Meinung ununterscheidbar geworden sind. Bis Menschen erschöpft und verstört im Gestöber der Halbwahrheiten und im frei umherwirbelnden Informationskonfetti auf das zurückgreifen, was sie ohnehin glauben oder doch glauben wollen.

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