merken
PLUS Zittau

So geht es Zittaus erster Corona-Patientin

Sophie Salomo war vor einem Jahr die erste offiziell bestätigte Infizierte in Zittau. Lange kämpfte sie mit Nachwirkungen - heute ist davon nichts mehr zu spüren.

Familie Salomo gehörte vor einem Jahr zu den ersten Corona-Infizierten im Landkreis Görlitz.
Familie Salomo gehörte vor einem Jahr zu den ersten Corona-Infizierten im Landkreis Görlitz. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Aktuell gibt es im Landkreis Görlitz mehr als 500 Corona-Erkrankte. Vor genau einem Jahr war die Zahl deutlich niedriger - damals meldete das Gesundheitsamt 30 Infizierte. Zu diesen Corona-Fällen gehörte auch Sophie Salomo. Die junge Mutter war die erste offiziell bestätigte Infizierte aus Zittau.

Die damals 31-Jährige litt unter Husten und Fieber, fühlte sich abgeschlagen und hatte Gelenkschmerzen. Alles Symptome, die auf eine Corona-Infektion hindeuteten. Ein Test bestätigte schließlich die Befürchtung: Sie hatte sich mit dem neuartigen Virus angesteckt. Auch ihr Mann Heiner und die älteste Tochter Amelie wurden wenig später positiv getestet. Bei Amelie verlief die Krankheit aber weniger heftig als bei ihren Eltern.

Anzeige
Hier werden Azubis gesucht!
Hier werden Azubis gesucht!

Die Schule neigt sich dem Ende und ihr habt keine Ahnung was ihr beruflich machen wollt? Diese Firmen haben freie Ausbildungsplätze.

Bei den beiden jüngeren Kindern, dem fünfjährigen Nils und der dreijährigen Nele, wurde keine Corona-Infektion festgestellt - obwohl sie teilweise auch Husten und Fieber hatten. Da ihr Sohn an Asthma leidet und damit einer besonderen Risikogruppe angehört, wollte Sophie Salomo ihn nicht unnötig der Gefahr einer Infektion aussetzen. Deshalb wurde in dieser Zeit auf gemeinsames Kuscheln verzichtet. Nils zog auch für einige Zeit zur Großmutter. "Als es Nele besser ging, haben wir ihn zurückgeholt", erzählt seine Mutter.

Fünf Wochen in Quarantäne

Nachdem ihre Corona-Infektion festgestellt wurde, folgten Tage und Wochen in Quarantäne. Während bei ihrem Mann und Tochter Amelie die Quarantäne nach gut vier Wochen wieder aufgehoben werden konnte, zeigte Sophie Salomo weiterhin Symptome wie Husten und Halsschmerzen. Fünf Wochen durfte sie die eigenen vier Wände nicht verlassen. Positiv war sie danach zwar nicht mehr, doch wirklich hundertprozentig fit fühlte sie sich noch nicht. "Ich hatte noch ein Brennen in der Lunge", beschreibt sie ihren damaligen Zustand.

Für sie eine schwierige Situation, denn die junge Hirschfelderin war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger. Tochter Tinka wurde am 14. Juni geboren. Erst kurz vor der Geburt habe sie sich wieder richtig fit gefühlt, meint Sophie Salomo. Auch ihr Mann Heiner hatte noch gut drei Monate mit Nachwirkungen der Erkrankung zu kämpfen. Heute ist den Beiden nichts mehr von der schweren Erkrankung anzumerken.

Auch ihre jüngste Tochter entwickelt sich ganz normal. Ein bisschen Angst hatten die Eltern schon, dass sich die Corona-Infektion auf ihr ungeborenes Baby auswirkt. Denn vor einem Jahr gab es dazu noch keine eindeutigen Erkenntnisse. Sophie und Heiner Salomo sind mehr als froh, dass die Virus-Erkrankung keine negativen Folgen hat.

Weitere Erkrankte in der Verwandtschaft

"Wir sind froh, dass es relativ glimpflich ausgegangen ist", sagt die vierfache Mutter rückblickend. Eine Corona-Infektion sei auf jeden Fall schlimmer als eine Grippe, findet sie. Dies bestätigen auch Erfahrungen im beruflichen Umfeld, wo es auch Todesfälle gab. Die eigene Familie und Verwandtschaft blieb davon glücklicherweise verschont - auch wenn es hier weitere Corona-Erkrankungen gab. Ihre Verwandten hatten sich aber erst während der zweiten Welle im Herbst angesteckt.

Ob sie immer noch immun gegen das Virus sind, wissen die Salomos nicht. Sie hatten mal überlegt, sich auf Antikörper testen zu lassen, den Test dann aber nicht gemacht. Sie würden sich deshalb auch impfen lassen, wenn es notwendig wäre. Und das ist nicht unwahrscheinlich. Denn Heiner Salomo arbeitet für eine Firma, die auch in China tätig ist. Vor der Pandemie war er regelmäßig, etwa aller drei Monate im "Land der aufgehenden Sonne". Im vergangenen Jahr sind solche Dienstreisen überhaupt nicht möglich gewesen, ganz wegfallen werden sie in Zukunft aber nicht, ist sich der 36-Jährige sicher.

In China erlebte Heiner Salomo, dass es dort zur Etikette gehört, eine Maske zu tragen, wenn sich jemand nicht wohl fühlt. "Vielleicht hält ein solches Denken auch in der westlichen Welt Einzug", vermutet er. Die Chinesen nehmen auch die Corona-Erkrankung ernster, so der Eindruck des Hirschfelders. Im Januar 2020 schickten ihm Kollegen aus China Videos über das sich dort stark ausbreitende Virus und die massiven Versuche seiner Eindämmung. "Dass es bei uns eine solche Dimension erreicht, konnten wir uns damals natürlich nicht vorstellen", sagt er.

Bei Gesprächen mit Freunden und Bekannten versuchen sie das Thema Corona möglichst zu vermeiden. Denn auch in diesem Kreis gebe es scharfe Kritiker der Pandemie und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen. Sie selbst tragen die Entscheidungen mit, wünschen sich aber auch - wie viele im Land - baldige Lockerungen. Sophie Salomo würde dann gern mal wieder mit der Familie im Garten sitzen und zusammen grillen. Oder den Geburtstag der Kinder größer feiern. Einfache Wünsche also.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]ächsische.de oder [email protected]ächsische.de

Mehr zum Thema Zittau