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Sächsische Schweiz: Fasching in der Corona-Krise

Prossen und Rathen haben die Schifferfastnacht abgesagt. In Hohnstein gibt es keine Veranstaltungen. Sebnitz wackelt. Andere warten noch ab.

In Prossen wird es im Januar 2021 keine Schifferfastnacht geben.
In Prossen wird es im Januar 2021 keine Schifferfastnacht geben. © Daniel Förster

Anfang kommenden Jahres wird es an der Elbe stiller sein als in den Jahren zuvor. Keine lauten Klatschen der Fleckelmänner, kein Schiffgedröhn, kein Dampf, kein Spaß. Die Schiffsmodelle bleiben im Hafen. Denn die ersten Vereine haben ihre Fastnachts-Umzüge und Faschings-Veranstaltungen bereits abgesagt. Saechsische.de hat den aktuellen Stand.

Die Schiffergesellschaft Elbe Prossen (SGEP) richtet traditionell den ersten und auch größten Schifferfastnachtsumzug an der Elbe aus, mit Tausenden von Zuschauern. Bereits im Herbst des Vorjahres beginnen die Vorbereitungen. Damit niemand umsonst seine Freizeit opfert, hat sich die Schiffergesellschaft bereits entschieden:  "Aufgrund der durch den Freistaat Sachsen erlassenen Verordnungen und Regeln müssen wir unsere 119. Schifferfastnacht in Prossen absagen. Wir sehen uns als Verein außerstande, diese Verordnungen umzusetzen und deren Einhaltung zu garantieren." Das teilt die SGEP mit. Das heißt aber auch, dass es keinerlei Vorträge, Versammlungen, Feierlichkeiten, Bälle und Programme geben wird. "Wir hoffen und wünschen, dass wir im darauffolgenden Jahr unser kleines 120. Jubiläum besonders feiern können. Unsererseits wird alles dafür getan, diese mehr als hundertjährige Tradition unbedingt am Leben zu erhalten", sagt Peter Clemens, der Schriftführer. Immerhin ist es wohl in ganz Europa einmalig, so viele Schiffervereine auf engstem Territorium von Pirna bis zur tschechischen Grenze zu haben. So etwas dürfe  einfach nicht kaputt gehen, sagen die Prossener.

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Postelwitz, ebenfalls bekannt für einen großen Umzug, wartet noch ab. "Nach den aktuellen Verfügungen unseres Gesundheitsamtes könnten wir den Umzug durchführen. Wir möchten aber noch die neuen Verfügungen am 3. November abwarten", sagt Rene Richter vom Schifferverein Postelwitz. 

Abwarten will man auch noch in den anderen Schiffervereinen entlang der Elbe, so in Königstein und Stadt Wehlen.  Dort stehen vor allem die Schiffsmodelle, getragen von den Vereinsleuten, im Mittelpunkt der Umzüge. Deshalb dürfte sich die Vorbereitungszeit in Grenzen halten, weshalb man sich wohl noch Zeit lässt. "Wir werden uns alle zusammensetzen und dann entscheiden", sagt Andy Hartig vom Schifferverein Königstein. In Kurort Rathen ist die Entscheidung inzwischen gefallen. Bei der Vorstandssitzung des Schiffervereins wurde beschlossen, den Schifferball am 20. Februar und alle dazu gehörenden Aktivitäten abzusagen, teilt Lothar Hanisch mit.

Auftakt ja, aber keine Shows

Katerstimmung beim Hohnsteiner Karnevalsclub. "Schweren Herzens müssen wir die gesamte Saison 2020/2021 absagen. Die unsichere Entwicklung der Pandemie und die entsprechend geforderten Auflagen machen uns eine weitere Planung unmöglich. Es wäre ein enormes wirtschaftliches Risiko, diese Saison durchzuführen", sagt Präsident Ingo Karsch. Er dankt dem Team der Burg Hohnstein, welches es auf jeden Fall  ermöglicht hätte,  alle Veranstaltungen durchführen zu können.

Wer noch Karten oder Gutscheine für den geplanten Faschingsauftakt am 14. November 2020 besitzt, kann diese bis zum 31. Oktober bei den Vereinsmitgliedern oder bei Annegret Protze unter der Telefonnummer 035975 889978 abgeben. Bei einer Nichtrückgabe der Karten freut sich der Verein über eine Spende.

Der Karnevalsclub wird es sich aber nicht nehmen lassen, die 40. Saison dennoch  traditionell am 11.11.2020 einzuläuten. Wie gewohnt wird die Grundschule Hohnstein besucht. 11.11 Uhr marschiert der Elferrat altbewährt aus dem Burgtor. Im Anschluss erfolgt die Schlüsselübergabe am Rathaus mit dem Bürgermeister. 

Faschingsumzug in Sebnitz, hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr, er hat wohl auch kaum Chancen.
Faschingsumzug in Sebnitz, hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr, er hat wohl auch kaum Chancen. © Daniel Schäfer

In Sebnitz zieht traditionell am Faschingsdienstag der Sebnitzer Faschingsverein Buchberg durch die Innenstadt. Ganz entschieden hat sich der Verein noch nicht. "Aber zu 90 Prozent sind wir uns sicher, dass der Umzug im kommenden Jahr ausfallen wird", sagt der Vorsitzende Bernd Leuner. Hauptgrund seien die Corona-Auflagen, egal, welche bis dahin gelten werden. "Und das Nächste ist, keiner weiß, wie viele Zuschauer kommen. Sind es zu wenig, trägt sich der Umzug nicht", sagt der Vereinschef. Darüber hinaus ist man sich auch noch unsicher, ob man am 11.11. ins Rathaus einzieht.

So sieht es anderswo aus

Der Karnevalsverein von Reinhardtsdorf-Schöna hat sich bereits entschlossen, die  kommende Saison 2020/2021 komplett abzusagen. "Uns fällt es so schwer, dieses Jahr alles zu verschieben, Euch nicht zu sehen, keine Gespräche an den Bars und kein gemeinsames Lachen", heißt es aus Reinhardtsdorf-Schöna. Dafür wollen sie es in der  Saison 2021/2022 doppelt krachen lassen.

In Bad Schandau wurde zumindest der Faschingsauftakt am 14. November 2020 abgesagt. Ob und wie die Prunksitzungen und der Faschingsumzug im Januar/Februar 2021 gestaltet werden können, steht laut Karnevalsclub noch nicht fest.

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