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Jetzt gibt es in Sachsen jeden Tag neue Impftermine

Das Warten auf einen Termin hat seit Montag ein Ende. Jedem Impfwilligen in Sachsen will das DRK jetzt ein Angebot im Impfzentrum machen.

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Impfwillige Sachsen sollen ab Montag leichter an einen Termin in einem der 13 Impfzentren im Freistaat kommen.
Impfwillige Sachsen sollen ab Montag leichter an einen Termin in einem der 13 Impfzentren im Freistaat kommen. © Karl-Ludwig Oberthuer (Symbolbild)

Das lange Warten auf einen Impftermin in Sachsen hat offenbar ein Ende. In allen 13 Impfzentren gebe es freie Termine, teilte der DRK-Landesverband bereits am Mittwoch mit. "Wir sind froh, dass wir endlich in der Situation sind, jedem impfwilligen Bürger in Sachsen ein Impfangebot unterbreiten zu können", sagte DRK-Sprecher Kai Kranich.

Grund für die Entlastung der Zentren sei die Einbindung der Haus- und der Betriebsärzte in die Impfkampagne. Nachdem die Serverkapazitäten für das Buchungsportal des DRK ausgeweitet worden seien, gebe es auch dort keine Wartezeiten mehr. Selbst die Hotline, die in den vergangenen Monaten unter der Last der vielen Anrufe häufig in die Knie ging, könne telefonische Terminwünsche inzwischen umgehend beantworten. Kranich: "Impfangebot und Nachfrage sind endlich ausgeglichen".

Ab Montag jeden Tag neue Termine

Das DRK werde daher das System der Terminvergabe umstellen. Ab Montag will das DRK nicht mehr wie bisher an drei Wochentagen neue Impftermine freischalten, sondern kontinuierlich Termine anbieten. Das geschehe in Abhängigkeit von der Nachfrage, der Impfstofflieferung sowie von den Kapazitäten in den Impfzentren. Ziel sei es, dass in allen Zentren stets freie Termine buchbar sind, erläuterte Kranich.

Wer über 40 Jahre alt ist und den Impfstoff des Herstellers Astrazenca bekommen möchte, muss dies im Termin ausdrücklich bestellen. In der Regel werden in den Zentren nur mRNA-Impfstoffe angeboten.

Das Bundesgesundheitsministerium hat für diese Woche mit 122.850 Impfdosen eine größere Wochenlieferung als bisher angekündigt. In der nächsten Woche sollen weitere 93.600 Dosen kommen.

Viele Sachsen wollen Astrazeneca-Impfstoff nicht

Wegen der mangelnden Akzeptanz des Wirkstoffs von Astrazeneca liegen beim DRK inzwischen 51.940 Dosen in einem Zentrallager. Sie konnten bisher nicht verimpft werden und seien auch noch nicht gebucht, teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) mit. Köpping, die selbst mit Astrazeneca geimpft worden ist, warb für das Produkt. Es biete guten Schutz vor einer schweren Covid-Erkrankung. Astrazeneca steht im Verdacht, vor allem bei Jüngeren und bei Frauen im Einzelfall Sinusvenenthrombosen auslösen zu können.

Der Impfstoff sei ein wichtiger Baustein in der Strategie gegen die Pandemie, sagte Köpping. Je umfangreicher alle Impfstoffe genutzt würden, desto eher sei der Gemeinschaftsschutz zu erreichen.

Nach einer Erhebung des DRK und des Gesundheitsministeriums ist die Akzeptanz des Wirkstoffs regional sehr unterschiedlich. Während in Dresden rund 48 Prozent der möglichen Termine mit Astrazeneca gebucht werden, sind es in Mittweida nur 3,8 Prozent. In anderen größeren Städten wie Leipzig (rund 44 Prozent) und Zwickau (rund 40 Prozent) gibt es ebenfalls weniger Bedenken. In Annaberg (rund sechs Prozent) sowie im Vogtland (6,3 Prozent) und in Löbau (rund zehn Prozent) lässt sich nur eine kleine Minderheit damit impfen. (SZ/lot)