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Freital: Endlich wieder ohne Test shoppen

Seit Montag entfällt die Testpflicht für den Einzelhandel. Das freut sowohl Verkäufer als auch Kunden im Weißeritzpark. Doch ein Laden wird bald schließen.

Yvonne Möbius berät derzeit viele Brautpaare. Da man jetzt ohne Test einkaufen kann, kommen viele Kunden zu ihr ins Juweliergeschäft Thorn.
Yvonne Möbius berät derzeit viele Brautpaare. Da man jetzt ohne Test einkaufen kann, kommen viele Kunden zu ihr ins Juweliergeschäft Thorn. © Egbert Kamprath

Langsam kehrt die Normalität zurück in den Weißeritzpark. Nur ein paar abgesperrte Sitzbänke und die Masken vor den Gesichtern der Kunden erinnern daran, dass seit über einem Jahr die Corona-Pandemie den Alltag der Freitaler mitbestimmt. Dabei brauchte man noch vergangene Woche einen negativen Coronatest, um die meisten Geschäften der Ladenpassage betreten zu können. Nun aber kann wieder ohne Tests eingekauft werden.

Das kommt bei den Kunden - wenig überraschend - sehr gut an. "Es freut mich wirklich, dass man nun wieder unbeschwert einkaufen kann", sagt Susann Stephan. "Ich war gerade ganz spontan im C&A - einfach, weil es geht."

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Diese Freude geben die Kunden auch an die Verkäufer weiter. Bertina Zimmermann führt bereits seit 1994 ihren eigenen Lederwarenladen im Weißeritzpark. "Die Kunden sind gerade so freundlich. Ich hoffe, das bleibt so." Zimmermann ist guter Dinge. "Ich bin jetzt auch geimpft und glaube fest daran, dass es keinen vierten Lockdown geben wird", sagt sie.

Kunden lösen Gutscheine ein

Eine Sache bereitet ihr jedoch Sorgen. "Durch Corona haben jetzt auch die älteren Kunden verstanden, wie man im Internet einkaufen kann. Ich hoffe, dass sie trotzdem wiederkommen." Dabei hat die Ladenbesitzerin bereits einiges durchgemacht. "Ich hatte mein Geschäft bereits bei der Euro-Einführung. Dann kam das Hochwasser und nun Corona. Aber meinen Laden gibt es immer noch", meint Bertina Zimmermann.

Bertina Zimmermann betreibt ihr Lederwarengeschäft bereits seit über 26 Jahren.
Bertina Zimmermann betreibt ihr Lederwarengeschäft bereits seit über 26 Jahren. © Egbert Kamprath

Im Juweliergeschäft Thorn sind viele Kunden bereits zurückgekommen. "Es bilden sich manchmal sogar kleine Schlangen vor unserem Laden", sagt Verkäuferin Yvonne Möbius. Sie erklärt, dass viele Kunden die Gelegenheit nutzten, um ihre Gutscheine endlich einlösen zu können. "Andere haben noch Geld vom Geburtstag oder sogar Weihnachten, das sie jetzt bei uns ausgeben, um sich etwas Schönes zu gönnen."

Neben der Aufhebung der Testpflicht gibt es noch eine weitere Lockerung, die für Kundschaft im Juweliergeschäft Thorn sorgt. "Jetzt, wo Eheschließungen wieder besser möglich sind, kommen viele Paare zur Trauringberatung zu uns", so Möbius. Trotz des langen Lockdowns, in dem viele Paare in ihren Wohnungen festsaßen, habe aber noch niemand versucht, seinen Ehering aufgrund einer Trennung zu Geld zu machen.

"Es wurde wirklich Zeit für Lockerungen"

Kundin Ingvelde Engelmann ist der Meinung, dass die Lockerungen direkt auf die Disziplin der Bürger zurückzuführen sind. "Da sieht man, dass die Leute sich doch an die Regeln gehalten haben. Nun wurde es aber wirklich Zeit für weniger strenge Corona-Regeln." Es gibt aber auch die Meinung, das gute Wetter und die Impfungen hätten die jüngste Corona-Welle gebrochen.

Sandra Heinze, die als Verkäuferin für Anika Schuh arbeitet, ist ebenfalls erleichtert über die gelockerten Corona-Regeln. "Es war schon ganz schön anstrengend mit der Testpflicht. Sowohl für die Kunden als auch für uns Verkäuferinnen." Gerade die Kontrollen beim Einlass hätten laut Heinze viel Zeit gekostet. Viele Kunden hatten sich aber bereits an die Testpflicht gewöhnt. "Dass man jetzt wieder spontaner sein kann, ist aber für uns alle wirklich sehr schön", sagt sie.

Ähnlich sieht das auch Marina Lammel, die sich durch die Testpflicht nicht vom Shoppen abhalten lassen wollte. "Ich gehe jeden Monat mindestens einmal einkaufen." Das negative Testergebnis in der Hand zu halten, habe sie sogar beruhigt. "Dann weiß man wenigstens, dass man kein Corona hat." Außerdem sei das Testzentrum im Hains gleich um die Ecke.

Spielemax schließt Filiale in Freital

Während in den meisten Geschäften mit der Normalität auch die Kunden zurückgekehrt sind, bereitet ein anderes Geschäft sich darauf vor, seine Türen für immer zu schließen. Die Spielemax Filiale im Weißeritzpark wird am 10. Juli zum letzten Mal öffnen. Danach werden die Mitarbeiter der Filiale ihre Kollegen in der Prager Straße in Dresden unterstützen. "So können sich unsere Kunden dort von den ihnen bereits bekannten Gesichtern beraten lassen", sagt Pressesprecherin Anja Spann. Man werde aber Ausschau nach einem neuen Standort im Großraum Dresden halten. "Wir planen fest, in der Zukunft wieder eine zweite Filiale zu eröffnen", so Spann.

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Der Corona-Lockdown ist laut Pressesprecherin jedoch nicht der Grund für die Geschäftsaufgabe. Schließlich habe man aufgrund der Baby-Artikel im Angebot geöffnet bleiben können. Warum die Filiale dennoch geschlossen wird, möchte Spann gegenüber der SZ nicht sagen.

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