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Freital will wieder Testzentrum einrichten

Der Stadtrat beschließt, im Hains erneut Corona-Schnelltests anzubieten. Die Kosten dafür sollen zunächst vorgestreckt werden. Doch es gibt ein Problem.

Von Annett Heyse
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Die Stadt Freital möchte wieder kostenlose Schnelltests durchführen.
Die Stadt Freital möchte wieder kostenlose Schnelltests durchführen. © Karl-Ludwig Oberthür

In Freital soll abermals ein kostenloses Schnelltest-Zentrum eingerichtet werden. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend auf Antrag der Freien Wähler beschlossen.

Der Oberbürgermeister soll nun in Zusammenarbeit mit den Technischen Werken im Freizeitzentrums Hains entsprechende Kapazitäten schaffen. Die Kosten sollen zunächst von der Stadt getragen werden. Dafür stellt der Stadtrat 100.000 Euro bereit.

Freitals Erster Bürgermeister Peter Pfitzenreiter, der in Abwesenheit von Oberbürgermeister Uwe Rumberg die Ratssitzung leitete, sicherte zu, dass die Verwaltung unverzüglich entsprechende Vorbereitungen angehen werde.

Kaum freies Personal vorhanden

Es gebe aber ein Problem, so Pfitzenreiter. "Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr ist das Hains derzeit voll in Betrieb und alle Mitarbeiter sind ausgelastet." Das treffe auch auf die Angestellten der Stadtverwaltung zu. Es sei deshalb gar nicht so einfach, in dieser ohnehin schon angespannten Personalsituation nun noch Personal für das Testzentrum abzustellen.

Stadträtin Franziska Darmstadt (CDU), die als Ärztin in der Dresdner Stadtverwaltung entsprechenden Einblick in die Bekämpfung der Corona-Pandemie hat, sprach noch ein weiteres Problem an.

"Ein Testzentrum wird nicht ausreichen. Wir müssen nach einem Ort für ein zweites Testzentrum schauen und auch wieder die Apotheken und vielleicht sogar Drogeriemärkte mit einbeziehen."

Für Freital wurden am Freitag 735 aktuell positive Fälle gemeldet. Keine Kommune im Landkreis verzeichnet eine höhere Zahl. Das etwa gleichgroße Pirna hat 668 aktuell positive Fälle.

Bund soll Tests bezahlen

Im Frühjahr hatte es in Freital 2021 drei große Testzentren gegeben: im Freizeitzentrum Hains, im Bahnhof Potschappel und beim Deutschen Roten Kreuz in der alten Feilenfabrik.

Zudem boten auch Apotheken kostenlose Corona-Schnelltests an.

Nachdem die Infektionszahlen im Frühsommer stark zurückgegangenen waren, verkürzten die Zentren zunächst die Öffnungszeiten und schlossen schließlich ganz. Die Apotheken blieben damit die einzige Möglichkeit, einen Schnelltest durchführen zu lassen.

Dieser ist seit Mitte Oktober auch nicht mehr kostenlos. Aufgrund der explodierenden Infektionszahlen in Deutschland soll nun der Bund die Kosten für das Testen übernehmen. Eine entsprechende Regelung wird derzeit diskutiert, ist aber noch nicht beschlossen.