merken
PLUS Leben und Stil

Fünf einfache Mittel für ein starkes Immunsystem

Die körpereigene Abwehr ist jetzt besonders wichtig. Jeder kann selbst etwas dafür tun.

Warmduscher aufgepasst: Nur wer abwechselnd auf kalt dreht, tut auch was fürs Immunsystem.
Warmduscher aufgepasst: Nur wer abwechselnd auf kalt dreht, tut auch was fürs Immunsystem. © Christin Klose/dpa

1. Vitamin C und Mineralstoffe

Studien zufolge hemmt ein ausgeglichener und ausreichend hoher Vitamin-C-Spiegel die Infekthäufigkeit, sagt Professor Axel Roers, Immunologe an der TU Dresden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Erwachsenen 250 Milligramm pro Tag. Aus Sicht der Europäischen Sicherheitsbehörde EFSA ist auch eine tägliche Aufnahme von bis zu einem Gramm ohne schädliche Nebenwirkungen.

An erster Stelle der abwehrstärkenden Mineralstoffe steht Zink. Es sei direkt an der Immunabwehr beteiligt. Der Bedarf ließe sich meist über eine abwechslungsreiche Ernährung decken, denn Hauptquellen für Zink sind Fleisch, Fisch, Käse und Eier. „Vegetarier oder Veganer kommen manchmal in einen Mangel, sie sollten reichlich Nüsse und Hülsenfrüchte verzehren.“

Anzeige
Praxis für Physiotherapie
Praxis für Physiotherapie

Krankengymnastik, Bewegungsbad, physikalische Therapie, Lymphdrainage, Massagen, Outdoor-Training - PPS Medical Fitness ist rundum aufgestellt.

2. Impfen

„Impfungen sind eine gute Schulung für unsere Abwehr“, sagt Professor Alexander Dalpke, Direktor des Institutes für Virologie am Uniklinikum Dresden. Denn der Körper komme so in Kontakt mit abgeschwächten oder toten Viren und Bakterien, die ihn aber nicht krank machten. Dieses Wissen gehe ihm nicht verloren.

3. Gesunde Darmflora

„Die Bakterienflora im Darm prägt das Immunsystem“, sagt Alexander Dalpke. „Eine kurzfristige Nahrungsumstellung verändert da aber noch nicht viel.“ Sich darmgesund zu ernähren, heißt, reichlich Ballaststoffe aufzunehmen. „Denn Ballaststoffe füttern die gesunden Darmbakterien.“Der Virologe schränkt aber ein, dass vieles von dem Wissen um eine gesunde Darmflora noch gar nicht praktisch nutzbar sei. Man wisse noch nicht genau, welche Nahrungsmittel welche Botenstoffe fördern oder hemmen.

4. Immunbooster

Die Präparate heißen Echinacea (Roter Sonnenhut) oder Umckaloabo (afrikanische Geranie) und sollen die Infekthäufigkeit senken. Professor Roers verweist auf eine britische Studie zu Umckaloabo, die er als seriös bezeichnet. Das als Tropfen, Saft oder Tabletten erhältliche Mittel habe nachweislich die Erkältungssymptome bei Kindern reduziert, sie brauchten beispielsweise weniger Paracetamol. An Echinacea werde ihm zufolge noch geforscht. Effekte auf das Immunsystem seien nur im Reagenzglas überprüft worden. Aus Sicht der Carstens-Stiftung, die sich für die Erforschung natürlicher Behandlungsmethoden einsetzt, könne Echinacea Erkrankungshäufigkeit und Krankheitsdauer senken.

5. Temperaturreize

Weiterführende Artikel

Kann Vitamin D den Coronaverlauf abschwächen?

Kann Vitamin D den Coronaverlauf abschwächen?

Studien zeigen einen Zusammenhang. Doch die Schlussfolgerungen sind noch umstritten.

„Wechselduschen und Kneippanwendungen können nachweislich die Abwehr stärken“, sagt Professor Karl-Ludwig Resch vom Deutschen Institut für Gesundheitsforschung in Bad Elster. Man wisse, dass Temperaturreize freie Radikale im Blut aktivieren, die Eiweißbestandteile von Bakterien und Viren angreifen. „Damit wird das Immunsystem trainiert.“ Eine Studie zeigte, dass nach zehnwöchiger Anwendung von kalten Oberkörpergüssen die Zahl der weißen Blutkörperchen zugenommen hat, was einer Steigerung der Immunabwehr entspricht. Dabei muss es immer das kalte Wasser sein. „Es geht um den Temperaturreiz“, sagt Professor Resch.

Mehr zum Thema Leben und Stil