merken
PLUS Sebnitz

SOE: Gastronomen öffnen nun auch drinnen

In der Sächsischen Schweiz können nach sieben Monaten Restaurants jetzt auch die Innenbereiche öffnen. Für manche kam das überraschend.

Madlen Grützer hat in der Gaststätte Ungerberg bei Neustadt schon mal eingeschenkt.
Madlen Grützer hat in der Gaststätte Ungerberg bei Neustadt schon mal eingeschenkt. © Steffen Unger

Auf die Biergartenlaune der Besucher haben sich die Gastronomen in der Sächsischen Schweiz bereits eingestellt. Die Außengastronomie läuft dort, wo sie angeboten werden kann, recht gut. Ab Donnerstag, dem 10. Juni, kommen nun auch die Innenbereiche wieder hinzu. Dass es nun allerdings auch im Landkreis Sächsische Schweiz -Osterzgebirge so schnell geht, haben wohl einige nicht erwartet. Bei entsprechenden Nachfragen der Sächsischen Zeitung am Mittwoch konnten sich einige noch nicht gleich entscheiden beziehungsweise wollten abwarten, ob von der Landesregierung noch ein Statement kommt. Dabei geht diese Lockerung aus der aktuellen Corona-Schutzverordnung hervor.

Anzeige
Familienabenteuerland Sachsen
Familienabenteuerland Sachsen

Die schönsten Regionen Sachsens, die besten Ausflugsziele und kulinarischen Highlights. Hier gibt's Geheimtipps, die garantiert noch nicht Jeder kennt.

Vorgeschrieben ist aber eine Kontakterfassung. Sitzen zudem Personen aus mehreren Hausständen an einem Tisch, müssen sie einen tagesaktuellen Test vorweisen oder vollständig durchgeimpft oder genesen sein.

Ab Montag könnte dann eine weitere Erleichterung hinzukommen. Bleiben die Inzidenzen so, würde dann auch die Testpflicht wegfallen. Die entsprechende Verordnung ist aber noch nicht veröffentlicht.

Zumindest heißt es für die Gastwirte ab sofort: Türen auf für die Gäste. Das ist ab Freitag auch auf dem Ungerberg bei Neustadt der Fall. "Die Außengastronomie ist schon gut angelaufen. Jetzt hoffen wir natürlich, dass auch der Innenbereich unserer Bergbaude wieder gut angenommen wird. Um alles vorbereiten zu können, brauchen wir aber noch einen Tag", sagt Robert Klaus, Geschäftsführer der Neustädter Berggasthöfe GmbH. Das hänge unter anderem auch mit Lieferanten und Produzenten zusammen. Das Personal ist bei der Stange geblieben, trotzdem fehlt noch Verstärkung. Ansonsten ist im Innenbereich alles hergerichtet, weniger Stühle stehen, die Abstände sind ausgemessen und das Personal eingewiesen. Schließlich müssen zum Beispiel die Nachweise kontrolliert und die Kontaktdaten festgehalten werden. Vor und in der Gaststätte gibt es ausreichend Aufsteller, die den Gast ebenfalls einweisen.

Nach sieben Monaten ein Neuanfang

In der Fisch-Gaststätte "Zur Gräte" in Sebnitz rumort es schon seit einigen Wochen. Der Außenbereich wurde wieder hergerichtet. Allerdings ist der so klein, dass er am 2. Juni noch nicht geöffnet werden konnte. Damit waren Mike und Simone Dedorath auch einige der Gastwirte, die noch länger warten mussten. Und jetzt geht eben alles holterdiepolter. "So schnell hätten wir es nun doch nicht erwartet. Ich muss jetzt erst einmal alles wieder bestücken, Waren einkaufen", sagt Simone Dedorath. Für sie sei es nach sieben Monaten sowas wie ein Neuanfang. "Ich muss erst mal sehen, ob ich überhaupt noch kochen kann", sagt sie. Ihre Gäste werden das ab dem 15. Juni überprüfen können.

Mehr Nachrichten aus Sebnitz lesen Sie hier.

Im Restaurant Schifftor in Pirna geht es am 10. Juni los. Tina Bark will und kann mit ihrem Team nicht länger warten. Auch in der zweiten Corona-Welle haben sie essen to go verkauft und dann, als es wieder möglich war, die Außengastronomie geöffnet. Aber es ist eben doch etwas anderes, Gäste drinnen und draußen und in möglichst großer Zahl bewirten zu können.

Die Schließzeit haben sie genutzt, um einiges im Schifftor zu verändern. Ganz fertig sind sie aber noch nicht. "Die neue Außenmarkise wird noch geliefert, die neue Bestuhlung ist noch in der Produktion", erzählt Tina Bark. Alle seien eben jetzt etwas überfordert. Die Pirnaer können sich jetzt auf jeden Fall wieder auf frischen Fisch freuen.

Koch Marcel Bark kann endlich wieder richtig durchstarten.
Koch Marcel Bark kann endlich wieder richtig durchstarten. © Karl-Ludwig Oberthuer

Öffnung im März bis jetzt verschoben

Hart erwischt hatte es Daniel Franz und Anita Scheibelt von der Forellenschänke in Sebnitz. Anfang des Jahres hatten sie das Traditionslokal in Sebnitz übernommen und alles für eine Öffnung im März vorbereitet. Die Pandemie kam bekanntlich dazwischen. Etwa einen Monat könne man ohne Gäste durchhalten, hatte Anita Scheibelt im März gesagt. Jetzt ist der 10. Juni. Und die beiden haben durchgehalten. Die Außengastronomie hatte bereits am Wochenende geöffnet. Und nun ist man froh, auch innen wieder Gäste bewirten zu dürfen. Denn jetzt kommt es vor allem auf Einnahmen an, schließlich müssen Pacht und Waren auch bezahlt werden.

Hygienekonzepte wieder aus dem Schrank geholt

Schnell am Start ist das Landhotel "Zum Erbgericht" in Heeselicht. Viel Zeit zur Vorbereitung brauchte es hier nicht. Man habe einfach das Hygienekonzept vom letzten Jahr aus dem Schrank geholt, angepasst und kann am 10. Juni wieder öffnen. "Hoffentlich müssen wir nicht noch einmal schließen. Dauerhaft ist das für das Personal nicht durchzuhalten", sagt Silke Haufe.

Nicht mehr länger warten will auch Juliette Hillig vom gleichnamigen Gasthof Hillig in Bad Gottleuba. Natürlich werde der Innenbereich sofort wieder geöffnet, zwar mit weniger Plätzen, so wie vorgeschrieben. Noch geschlossen bleiben muss aber der Saal. Juliette Hillig hofft aber, dass hier bald wieder größere Gesellschaften feiern dürfen.

Mehr zum Thema Sebnitz