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Geht den Dresdner Friseuren durch 2G die Kundschaft aus?

Seit einigen Tagen dürfen sich nur noch Geimpfte und Genesene frisieren lassen. So kommen die Dresdner Salons mit der neuen Situation klar.

Von Kay Haufe & Julia Vollmer
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Friseurin Doreen Neumann hätte sich gewünscht, dass auch frisch Getestete weiter kommen können.
Friseurin Doreen Neumann hätte sich gewünscht, dass auch frisch Getestete weiter kommen können. © René Meinig

Dresden. Das Terminbuch von Doreen Neumann und ihren Mitarbeiterinnen ist gut gefüllt. Trotzdem erhält die Tolkewitzer Friseurin momentan immer wieder Absagen. Die kommen sowohl von Kunden, die noch nicht geimpft sind, aber auch von einigen, die bereits zwei Spritzen bekommen haben. "Das sind dann zum Beispiel diejenigen, die mit ihren Kindern zu Hause sind, weil die Kita oder Schule geschlossen wurde", sagt Neumann. Viele seien momentan auch in Quarantäne. Für sie persönlich sei es bitter, dass keine Getesteten mehr frisiert werden dürfen.

"Ich sehe doch die Schlangen vor den Testzentren, die Leute nutzen das. Ein frisch Getesteter wäre für mich ebenso sicher wie die Geimpften oder Genesenen", sagt die junge Frau. Die Angst sei groß, dass sie ihren Salon wieder schließen muss. "Aber wir dürfen diese Sorgen nicht so an uns heranlassen. Schade ist nur, dass wir uns wirklich umfassend bemühen, die Hygieneregeln einzuhalten, das aber offenbar nicht ausreicht."

Zwischen 20 und 30 Prozent weniger Umsatz hat Christoph Steinigen momentan pro Tag. Auch der Chef vom Director’s Cut in der Neustadt muss in diesen Tagen immer wieder Terminabsagen hinnehmen. Das liege zum einen daran, dass nur noch Geimpfte und Genesene zum Friseur gehen dürfen. Zum anderen sind aber auch diese selbst erkrankt, müssen sich in Quarantäne begeben oder sind mit ihren Kindern aufgrund geschlossener Kitas und Schulen daheim. "Momentan ist alles nur sehr kurzfristig planbar und gleicht einer Achterbahnfahrt", sagt Steinigen.

Das Wichtigste zu Corona aus Dresden:

Der Dezember sei eigentlich einer der Monate mit dem meisten Umsatz. "Hier baue ich mir ein Polster für die mauen Monate Januar und Februar." Ob das dieses Jahr klappt, bleibe noch abzuwarten. Dennoch kann Steinigen mit allen Regeln leben, auch mit 2G plus, sagt er. "Alles ist besser, als komplett schließen zu müssen." Wenn das aber so käme, treibe es die Kunden und auch die Friseure in Richtung Schwarzmarkt. Das könne niemand wollen.

Seit über einem Jahr arbeiten Holger Knievel und sein Team nach den Vorgaben der Hygieneregeln, halten Abstand, tragen Masken und organisieren die Datennachverfolgung. "Bei uns sind es nur zehn Prozent der bestellten Kunden, die aufgrund der 2G-Regel absagen. Damit haben wir Glück", sagt der bekannte Friseur aus dem Hecht.

Aber das sei jetzt eine Momentaufnahme. "Wir hoffen nicht, dass wir vor dem Weihnachtsfest aufgrund der Corona-Lage wieder zusperren müssen." Seine Kunden seien alle diszipliniert. "Für sie hat der Friseurbesuch einen hohen Stellenwert, diese kleine Normalität wollen sie sich erhalten", sagt Knievel.