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Geisterzug trifft Geisterschiff in Dresden

Der Corona-Lockdown ist der Grund für eine besondere Verabredung zwischen einem Dresdner Dampfer und einer Dampflok. Eine seltene Fotogelegenheit.

Der Dampfer Pillnitz, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2011, ist am 20. März als "Geisterschiff" unterwegs.
Der Dampfer Pillnitz, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2011, ist am 20. März als "Geisterschiff" unterwegs. © Archiv/André Wirsig

Dresden. Das gab es noch nie, jedenfalls nicht planmäßig. Schon gar nicht, um Fotografen ein tolles Motiv zu bieten und zugleich zu zeigen: "Es gibt uns noch!"

Am 20. März haben sich die Sächsische Dampfschifffahrt (SDS) und die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde Löbau (Osef) zu einem besonderen Treffen verabredet. Die Aktion findet mitten in Dresden statt und wird nicht zu überhören sein.

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"Geisterfahrt" nennen die Löbauer die Zugreise mit ihrem Prunkstück, einer riesigen Dampflok, die mit leeren Personenanhängern nach Dresden fahren wird. Leer, weil wegen Corona niemand mitfahren darf.

Trotzdem werden voraussichtlich alle Plätze "besetzt" sein, denn die Löbauer verkaufen "Geistertickets". Wer eines ordert, bekommt den Fahrplan und erfährt, wo sich gute Fotos machen lassen.

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Während der Zug nach Dresden Fährt, legt am Terrassenufer der Dampfer Pillnitz ab. Auch leer, denn wegen Corona sind noch keine Ausflugsfahrten möglich.

Doch dafür setzen die Verantwortlichen der Flotte das Schiff gern unter Dampf, außerdem muss es nach der Sondertour noch einen Anleger für eine Reparatur nach Laubegast bugsieren.

Doch zunächst fährt der Dampfer stromab bis unterhalb der Marienbrücke. Der Dampfzug ist inzwischen in Dresden durch und steht im Hauptbahnhof.

Unterhalb der Marienbrücke dreht das Schiff, inzwischen startet der Zug zur Rückfahrt Richtung Ostsachsen. Dann kommt der große Moment. Zug und Schiff treffen sich, Dampflok und Dampfer kommen sich so nah, wie nie zuvor.

"Wir lassen Dampf ab" - Das ist die Uhrzeit des Treffens

Die Lok auf der Marienbrücke, der Dampfer darunter. Fotozeit und zugleich Gelegenheit, mit den Dampfpfeifen hörbar zu machen: "Es gibt uns noch!"

Gegen 14 Uhr ist das geplant. "Wir lassen Dampf ab!", hat Osef-Chef Alfred Simm die Aktion betitelt, bewusst doppeldeutig.

Die Verantwortlichen der Dampfschifffahrt mussten nicht lange überlegen, als die Treff-Anfrage aus der Lausitz kam. Geschäftsführer Stefan Bloch hat sofort zugesagt und mit der Mannschaft des Dampfers die Einzelheiten besprochen.

Zwar müssen noch ein paar Details geklärt werden, fest steht aber: Während die Dampflok auf der Brücke steht, stoppt das Schiff direkt darunter, mit dem Bug in Richtung Innenstadt und im ersten Brückenbogen, der von der Altstadt-Seite aus gesehen komplett die Elbe überspannt.

"Geisterschiff" nennt Bloch dafür den Dampfer Pillnitz, weil er wie der historische Personenzug leer auf Strecke gehen wird.

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