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Leben und Stil

Geld zurück bei Buchung von Urlaub im Hochrisikogebiet?

Über die Feiertage einen Urlaub in Dänemark gebucht, das nun Hochrisikogebiet ist? Kann man wegen der nötigen Quarantäne kostenlos stornieren?

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Wenn das gebuchte Hotelbett im Hochrisikogebiet leer bleibt: Kann man den gebuchten Urlaub kostenfrei stornieren?
Wenn das gebuchte Hotelbett im Hochrisikogebiet leer bleibt: Kann man den gebuchten Urlaub kostenfrei stornieren? © Jan Woitas/dpa-Zentralbild (Symbolfoto)

Wir haben über die Feiertage Urlaub in Dänemark gebucht, das Sonntag zum Hochrisikogebiet erklärt wurde. Da wir danach in Quarantäne müssten, wollen wir stornieren. Geht das kostenlos?

Seit Sonntag stehen neben Dänemark auch Frankreich und Norwegen auf der Liste der damit mehr als 50 Hochrisikogebiete. Für Hochrisikogebiete spricht die Bundesregierung eine Reisewarnung aus. Vor der Pandemie war dies stets ein Hinweis auf das Vorliegen außergewöhnlicher Umstände. Daraus ergab sich für Veranstaltergäste ein kostenloses Stornorecht. Anzahlungen bekam man ohne Abzug zurück. „Doch ob nach fast zwei Jahren Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt“, sagt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl. „Es kommt immer auf die Umstände des konkreten Einzelfalls an, insbesondere wie sich die Situation zum Buchungszeitpunkt dargestellt hat und ob mit der konkreten Entwicklung gerechnet werden konnte oder musste“, so Wojtal.

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Der Reiserechtler Professor Ernst Führich dämpft etwaige Hoffnungen: „Viele Urlauber meinen immer noch, sie könnten ihre in diesem Jahr gebuchten Pauschalreisen wegen der Corona-Pandemie ganz einfach kostenfrei stornieren.“ Das sei wohl eher nicht so: „Kostenfrei ist vorbei.“ Wer in Kenntnis der dynamischen Pandemiewellen eine Reise bucht, könne sich bei einer Stornierung nicht auf die Entlastung eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstands berufen, sagt Führich. War die weltweite Infektionsgefahr bei der Buchung schon bekannt, greife der Schutz durch das Pauschalreiserecht nicht.

Karolina Wojtal vom EVZ rät betroffenen Veranstaltergästen, mit dem Anbieter eine gütliche Einigung zu suchen. Oft zeigten sich Reiseunternehmen kulant und ermöglichten kostenlose Umbuchungen. Das stehe aber in deren Ermessen.

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Im Vorteil sind Reisende, die einen teureren Flextarif gebucht haben: Sie können meist noch bis zwei Wochen vor Reisebeginn kostenlos umbuchen oder stornieren – ohne Angaben von Gründen. Urlaub in den Nachbarländern Deutschlands wird jedoch oft nicht über einen Reiseveranstalter gebucht. Allein die Einstufung als Hochrisikogebiet hat keine Auswirkungen auf Touristen, die ihren Urlaub individuell gebucht haben. Es ergibt sich also kein Recht auf kostenlose Stornierung der Unterkunft oder Anreise. Anders sähe es aus, wenn ein Beherbergungsverbot für touristische Übernachtungen in einem Land oder einer Region vorliegt. (dpa)

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