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Gibt es Dresdner Corona-Hotspots?

In Gemeinschaftseinrichtungen können Coronavirus-Infektionen drastische Auswirkungen haben. Was dazu aus Dresdner Schulen und Heimen bekannt ist.

Seit diesem Dienstag sind 300 weitere Menschen in Dresdner Pflegeheimen in Quarantäne. Entwickelt sich ein Hotspot?
Seit diesem Dienstag sind 300 weitere Menschen in Dresdner Pflegeheimen in Quarantäne. Entwickelt sich ein Hotspot? © Symbolfoto: Tom Weller/dpa

Dresden. Nachdem sich die Corona-Lage an den Dresdner Schulen Ende vergangener Woche und über das Wochenende zumindest etwas beruhigt zu haben schien und die Quarantäne-Fälle nicht weiter anstiegen, kamen am Montag wieder etliche neue Schulen dazu. Inzwischen sind nahezu alle größeren Gymnasien betroffen, aber auch viele Oberschulen und Berufsschulzentren.

Fest steht: Die Stadt nennt zwar angesichts des Arbeitsaufwandes keine konkreten Zahlen zu Corona-Infizierten an den einzelnen Gemeinschaftseinrichtungen. Da aber nur jene Personen in Quarantäne geschickt werden, die direkten Kontakt zu einem Infizierten hatten, wird deutlich, dass offene Schulen und Präsenzunterricht in kompletten Klassen auch an Dresdner Einrichtungen weitreichende Folgen haben. Das gilt auch für die Kitas, Pflegeheime und Asylunterkünfte. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Corona in Gemeinschaftseinrichtungen in Dresden:

Wo sind besonders viele Kinder und Lehrer in Quarantäne?

Damit er sich gar nicht erst zum Hotspot entwickelt, hat das Dresdner Gesundheitsamt jetzt besonders viele Schüler und Lehrer auf dem Schulcampus in Pieschen in Quarantäne geschickt. Vor allem an der 145. Oberschule sei ein geregelter Unterricht dadurch aber kaum mehr möglich, schreibt Schulleiterin Anne Leitner auf der Homepage: Neben acht Schulklassen sind derzeit insgesamt 13 Lehrer in Quarantäne. Dazu kommen kranke Pädagogen, die ebenfalls nicht unterrichten können.

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Das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) bestätigt mehrere Infektionen an dieser Oberschule: "Es wurden 19 Schülerinnen und Schüler und fünf Lehrkräfte auf Corona positiv getestet. In diesem Zusammenhang stehende Klassen befinden sich in Quarantäne beziehungsweise häuslicher Lernzeit", teilt Lasub-Sprecherin Petra Nikolov auf SZ-Anfrage mit. Klassen, die nicht betroffen sind, würden weiterhin im Präsenzunterricht an der 145. Oberschule lernen. Das sind derzeit nur die verbliebenen fünften und sechsten Klassen.

Auch am Gymnasium Klotzsche, das derzeit zum Teil auf den Schulcampus Pieschen ausgelagert ist, befinden sich 30 Personen in Quarantäne. "Nur ein Schüler vom Gymnasium Klotzsche wurde auf Corona positiv getestet. Die gesamte Klasse befindet sich seit 19. November in Quarantäne", so das Lasub.

Dass das Coronavirus gleich einen kompletten Schulbetrieb lahmlegen kann, zeigt sich am Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium in der Südvorstadt. Am Dienstag konnte dort nur eine Notbetreuung angeboten werden. Oft ist das nur eine Vorsichtsmaßnahme und dauert nur so lange, bis alle Kontakte eines Infizierten ermittelt wurden: "Das Gesundheitsamt informierte am Dienstag die Schulleitung, dass ab Mittwoch auch dort wieder der Unterricht im Normalbetrieb abläuft."

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Drastischer ist der Fall einer kleinen Grundschule am Dresdner Stadtrand: Fast alle Kinder der Grundschule Schönfeld müssen derzeit daheim lernen, ihre Quarantäne gilt bis zum 1. Dezember. Von den rund 300 Schülern gehen nur noch etwa 50 zur Schule und werden dort unterrichtet. "Nur noch die drei ersten Klassen sind teilweise da", berichtet eine Mutter.

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Wie sieht es anderen Gemeinschaftseinrichtungen aus?

Aktuell sind zwei Personen aus den Aufnahmeeinrichtungen des Freistaates für Asylbewerber auf der Hamburger und Bremer Straße positiv auf Corona getestet. Beide befinden sich in Isolation in der Einrichtung am Hammerweg. Das bestätigt Ingolf Ulrich, Sprecher der Landesdirektion Sachsen, auf SZ-Anfrage.

Nachdem es im Oktober mehrere Corona-Fälle in den Dresdner Asylheimen gegeben hatte, waren dort zuletzt knapp 300 Bewohner unter Quarantäne gestellt worden. Sie wurden in der Einrichtung am Hammerweg betreut. Seit diesem Dienstag dürfen sich alle Bewohner wieder frei bewegen, die Quarantäne ist komplett aufgehoben.

Nachdem die Lage in den Seniorenheimen zuletzt gut unter Kontrolle gebracht schien, stieg die Zahl der Bewohner, die in ihren Zimmern und Wohnungen bleiben müssen, damit sich das Virus im Heim nicht weiter ausbreitet, von Montag auf Dienstag um 300 Personen an. Darunter ist auch Pflegepersonal, das sich nun nicht mehr um die Senioren kümmern kann. Um welche Heime es sich handelt und wie viele Fälle es dort gibt, dazu äußert sich die Stadt nicht.

"Wir haben derzeit in den drei Dresdner AWO-Pflegeheimen zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vorsorglich unter Quarantäne stehen, davon ein Test positiv", so Sprecher Andreas Szabo auf eine SZ-Anfrage an die verschiedenen Träger. Unter den Bewohnern gibt es Stand Dienstagvormittag derzeit keine positiven Tests.

Ab Mittwoch sind die vom Land angekündigten Schnelltests voraussichtlich in den AWO-Pflegeeinrichtungen verfügbar, sodass ab kommender Woche alle Besucher der Einrichtungen getestet werden. "Dennoch würden wir als Unternehmensverbund AWO Sachsen Soziale Dienste nicht von einer Entspannung sprechen", so Szabo.

Auch an den Dresdner Kitas wird weiter auf Kontaktnachverfolgung gesetzt, die Eltern werden vom Gesundheitsamt oder von der Einrichtung selbst darüber informiert, wenn sie ihr Kind zu Hause betreuen müssen. Besonders viele Quarantäne-Fälle gibt es mit knapp 100 in der Kita Farbenfroh in der Spitzwegstraße, aber auch mit jeweils 80 Fällen in der Kita Leubener Spatzen und in der Kita Schützenhofstraße.

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