merken
PLUS Dippoldiswalde

Bekommt Schlottwitz ein Impfzentrum?

Ein Leser hat einen Vorschlag, wie man älteren Bürgern entgegenkommen könnte.

Der geschlossene Penny-Markt in Schlottwitz könnte zu einem Impfzentrum werden. Das regt ein Senior aus dem Glashütter Ortsteil an.
Der geschlossene Penny-Markt in Schlottwitz könnte zu einem Impfzentrum werden. Das regt ein Senior aus dem Glashütter Ortsteil an. © Egbert Kamprath

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Ulrich Bärsch im Glashütter Ortsteil Schlottwitz verfolgt diese Entwicklung mit Interesse. Er ist 72 Jahre alt und gehört damit zu der Gruppe, die in nächster Zeit eine Impfung bekommen könnte. "Der erhoffte Impfstoff soll ja nun für uns Alte - nach Ärzten und Pflegepersonal in den Heimen - bereitgestellt werden", sagt er.

Beim Impfen sollten die Verantwortlichen auf die älteren Bürge zukommen, sagt der Senior. Gerade in einem Ort wie Schlottwitz. Denn hier ist ein Großteil der Bürger 70 Jahre und älter. Viele sind gehbehindert und auf einen Rollator angewiesen. Deshalb regt Bärsch an, dass im Gebäude des bisherigen Penny-Markts, das jetzt leer steht, vorübergehend ein Impfzentrum eingerichtet werden soll. Es sei groß genug und davor gebe es einen großen Parkplatz. Dieses Impfzentrum würde vielen helfen. Denn die Bürger müssten nicht mit Bussen oder der Bahn nach Pirna fahren. Viele würden das nicht machen, weil es zu umständlich sein wird, mutmaßt er. Die Hausärzte in der Region werden den Andrang auch nicht bewältigen können.

Stars im Strampler aus Pirna
Stars im Strampler aus Pirna

So klein und doch das ganz große Glück: Wir zeigen die Neugeborenen aus der Region Pirna.

Um seinen Vorschlag bekannt zu machen, wendete er sich an Sächsische.de. Die gab die Anregung an Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) und das Landratsamt in Pirna weiter. Dreßler verwies an das Landratsamt, das dafür zuständig ist.

Landratsamt verweist auf zu wenig Impfstoff

Das Landratsamt kann den Vorschlag noch nicht aufgreifen. "Es gibt noch zu wenig Impfstoff", sagt Kreissprecherin Maria Ehlers. Gegenwärtig werde nur ein Impfzentrum im Kreis betrieben. Das steht in Pirna-Jessen und hat am Montag seinen Betrieb aufgenommen. Wie sich die Lage entwickelt, könne man derzeit noch nicht abschätzen, so die Sprecherin. Generell ist es so, dass das Deutsche Rote Kreuz und der Freistaat fürs Impfen zuständig ist, das Landratsamt stellt die Immobilie bereit.

Ablehnend steht aber das Landratsamt dem Vorschlag gegenüber keineswegs. Sprach doch Landrat Michael Geisler (CDU) bereits im Dezember davon, dass er ein zweites Impfzentrum für den Landkreis für sinnvoll hält. Als möglichen Standort nannte er den mittlerweile geschlossenen Penny-Markt in Schlottwitz.

Weiterführende Artikel

So läuft das Impfen in Pirna

So läuft das Impfen in Pirna

Das Impfzentrum in Pirna-Copitz könnte noch mehr schaffen. Doch dafür fehlt etwas.

Landkreis SOE: Mobile Impfungen vorm Start

Landkreis SOE: Mobile Impfungen vorm Start

Im Landratsamt wird mit 500 bis 1.000 Anti-Corona-Impfdosen in der ersten Welle gerechnet. Das Impfzentrum in Pirna wird erst in wenigen Wochen öffnen können.

Ulrich Bärsch kann mit der Antwort gut leben. Sein Vorschlag sei ja nicht für hier und jetzt, sondern könnte auch in den nächsten Wochen zum Tragen kommen. Ihm ist nur wichtig, dass berücksichtigt wird, dass ältere Menschen nicht so mobil sind.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde, Glashütte und Schlottwitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde