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Auf der Suche nach dem Antikörper-Plasma

Sowohl das DRK auf der Zeppelinstraße als auch Haema im Görlitzer City-Center suchen nach Menschen mit durchgemachter Corona-Erkrankung.

Plasma von ehemaligen Coronapatienten kann anderen, die gerade erkrankt sind und einen schweren Verlauf haben, helfen.
Plasma von ehemaligen Coronapatienten kann anderen, die gerade erkrankt sind und einen schweren Verlauf haben, helfen. © Haema

Corona kann also doch etwas Gutes haben. Wer die Krankheit durchgemacht und Antikörper aufgebaut hat, kann mit seinem Plasma anderen Patienten mit schweren Verläufen helfen. Und so suchen seit einigen Wochen in Görlitz auch die Haema im City-Center und der DRK-Blutspendedienst auf der Zeppelinstraße nach Menschen, die reichlich Covid-Antikörper haben. "Es geht uns um diejenigen, deren Quarantänezeit etwa seit vier Wochen um ist und die keine Symptome mehr haben", sagt Jens Scholz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit.

Genau wie bei der Haema können sich entsprechende Kandidaten melden und bekommen zunächst einen Antikörpertest, der direkt im City-Center oder auf der Zeppelinstraße durchgeführt wird. Dessen Auswertung dauert ein paar Tage, wer infrage kommt, bekommt dann Bescheid. Vor allem geht es beiden Diensten um Menschen zwischen 18 und 68 Jahren, die ausreichend Antikörper gebildet haben. Denn das ist nicht immer der Fall.

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Beutel mit Blutplasma liegen in der Herstellungsabteilung des DRK-Blutspendedienst vor dem Gefriergerät.
Beutel mit Blutplasma liegen in der Herstellungsabteilung des DRK-Blutspendedienst vor dem Gefriergerät. © dpa

Auf der Zeppelinstraße hat man Mitte November mit der Entnahme von sogenanntem Quarantäneplasma begonnen. "Wir haben vier, fünf passende Spender pro Woche", sagt Jens Scholz. "Das mag erstmal nicht viel klingen, aber dafür, dass wir erst am Anfang stehen und diese Möglichkeit in Görlitz innerhalb weniger Tage geschaffen haben, ist das sehr gut. Viele sind offen und spendebereit."

Ob das Plasma dann auch in hiesigen Krankenhäusern zum Einsatz kommt - es wird bei schweren Verläufen eingesetzt, damit der Patient eigene Antikörper bilden kann - können DRK und Haema nicht sagen. Denn die Konserven gehen zur Verarbeitung an zentrale Stellen und werden von dort an die Kliniken verteilt.

Bei der Haema wird schon seit Mitte September Plasma von Covid-19-Genesenen gesammelt. Die Resonanz sei gut, sagt Britta Diebel von Haema. Die Haema hat eigens dafür ein Formular auf ihrer Website, das sich Interessierte ausdrucken können. Hier werden erste Informationen gesammelt, beispielsweise ob es einen positiven Corona-Test gab, und ob und wann man dann negativ getestet wurde. Die Spendenkriterien sind die gleichen wie beim DRK: Man muss mindestens vier Wochen symptomfrei sein - also darf kein Fieber und keinen Husten haben, muss mindestens 18 Jahre alt und mehr als 50 Kilogramm wiegen. Letztlich entscheidet der Arzt über die Spendetauglichkeit, dies ist nicht ausschließlich vom Alter abhängig, sondern vom individuellen allgemeinen Gesundheitszustand.

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