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Görlitzer Kinderarzt fordert: Schulen unbedingt offen lassen

Der Arzt und Stadtrat Hans-Christian Gottschalk richtet im Stadtrat einen dringenden Appell ans Rathaus.

Wer hätte gedacht, dass es einmal nicht selbstverständlich sein wird, in der Schule zu sitzen, mit der Lehrerin vor der Klasse. Corona hat uns alle eines Besseren belehrt.
Wer hätte gedacht, dass es einmal nicht selbstverständlich sein wird, in der Schule zu sitzen, mit der Lehrerin vor der Klasse. Corona hat uns alle eines Besseren belehrt. © dpa

Sehenden Auges in die nächste Schul-Katastrophe? Das jedenfalls ist es, was Bürger für Görlitz-Stadtrat und Kinderarzt Hans-Christian Gottschalk befürchtet. In der Ratssitzung am Donnerstag sprach auch er von einer „grandios scheiternden Impfkampagne“, ernüchternden Zahlen – und das vor allem im Landkreis Görlitz. Das werde mit dazu beitragen, dass im Herbst wieder viele Menschen an Corona erkranken – schlimmstenfalls wieder Lockdown und Schulschließungen drohen.

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Noch beteuert der sächsische Kultusminister Christian Piwarz, dass im neuen Schuljahr die Schließung von Schulen und Kitas auch bei steigenden Infektionszahlen vermieden werden sollen - mithilfe umfangreicher Tests sowie Maskenpflicht zu Beginn des Schuljahres. Gottschalk fürchtet eher das Gegenteil: Erneute Schulschließungen und Homeschooling, das müsse aber unbedingt verhindert werden. Gottschalk fragte, ob sich die Stadt am Bundesförderprogramm für Luftfilter in Schulen beteilige.

Doch das tut sie nicht. Bürgermeister Michael Wieler erklärte, warum. Das Programm greife nur, wenn man eine komplett neue Anlage einbaut, dafür lägen die Kosten bei 500.000 Euro pro Schule - trotz Förderung utopisch für Görlitz. Zudem würde nur die Anschaffung der Geräte gefördert, nicht die Filter oder das Filter wechseln. „In der Praxis laufen diese Förderprogramme ins Leere“, so Wieler.

Der Görlitzer Kinderarzt Dr. Hans-Christian Gottschalk im Impfzentrum Löbau, wo er mit gegen Corona geimpft hat. Dennoch sieht er die Impfkampagne als kaum erfolgreich und fürchtet, dass vor allem die Kinder im Herbst die Folgen ausbaden werden müssen.
Der Görlitzer Kinderarzt Dr. Hans-Christian Gottschalk im Impfzentrum Löbau, wo er mit gegen Corona geimpft hat. Dennoch sieht er die Impfkampagne als kaum erfolgreich und fürchtet, dass vor allem die Kinder im Herbst die Folgen ausbaden werden müssen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Räumlich könne die Stadt den Schulen entgegenkommen, indem etwa Sporthallen für Präsenzunterricht genutzt werden können – um genügend Abstand zu wahren. Die ersten beiden Lockdowns hatten Görlitzer und Umlandschulen sehr unterschiedlich bewältigt. Gab es in einigen Schulen beispielhaften Videounterricht, steckt dieser in anderen Schulen noch in den Kinderschuhen.

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