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Politik

Grenzkontrollen bis 17. März verlängert

Wegen der Ausbreitung von Mutationen wird an der tschechischen Grenze weiter kontrolliert. Die Kliniken im Nachbarland melden derweil einen traurigen Rekord.

Deutschland verlängert seine Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 17. März.
Deutschland verlängert seine Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 17. März. © Ondøej Hájek/CTK/dpa

Deutschland hat seine stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol bis zum 17. März verlängert. Das teilte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Mittwoch in Berlin mit. Grund dafür seien eine "verschlechterte Corona-Infektionslage in Tschechien" und eine "nicht verbesserte Infektionslage in Tirol".

Seinen Angaben zufolge ändert sich auch an den Vorschriften und Ausnahmeregelungen, die für diese Grenzabschnitte gelten, erst einmal nichts. Die Bundesregierung sei aber insbesondere mit Österreich in intensiven Gesprächen, um Maßnahmen abzustimmen und Lösungen zu finden, sagte der Sprecher.

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Deutschland hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols Mitte Februar zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort sowie aus anderen Gebieten, in denen ansteckendere und ersten Studien zufolge häufiger schwere Verläufe verursachende Varianten des Coronavirus stark verbreitet sind, dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gibt es etwa für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das Bundesinnenministerium betonte, die Entscheidung über Grenzkontrollen hänge nicht allein von der Verbreitung mutierter Coronaviren in einem Nachbarland ab, sondern auch von den Maßnahmen, die dort getroffen würden, um die Pandemie einzudämmen.

Die Bundesregierung hatte das an das Saarland und an Rheinland-Pfalz grenzende französische Département Moselle mit seinen etwa eine Million Einwohnern ab Dienstag als Virusvariantengebiet eingestuft. Damit verbunden ist vor allem eine verschärfte Testpflicht für Einreisende und ein Beförderungsverbot für öffentliche Verkehrsmittel, für das es allerdings Ausnahmen gibt. Stationäre Kontrollen wurden hier aber nicht angeordnet. Stattdessen soll wie bisher stichprobenartig hinter der Grenze kontrolliert werden.

Anders als in Tschechien, wo die britische Virus-Variante um sich greift, ist in Moselle die südafrikanische Variante stark verbreitet. Letztere ist in Deutschland bislang kaum aufgetaucht. Nach Angaben der Bundesregierung liegt ihr Anteil an den nachgewiesenen Infektionen derzeit bei etwa einem Prozent.

Kliniken in Tschechien melden Rekord an Covid-Patienten

Die Krankenhäuser in Tschechien melden unterdessen eine Rekordzahl an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8.162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, wie am Mittwoch aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Darunter waren mehr als 1.660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren.

Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen 10.000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: "Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen."

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