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Händler resigniert: Keine Lust auf Protest

Am Montag hat es wieder eine bundesweite Aktion der Händler gegeben. Warum aus Löbau-Zittau niemand mitmachen will.

Mit diesem Plakat wirbt die Händler-Initiative um Aufmerksamkeit.
Mit diesem Plakat wirbt die Händler-Initiative um Aufmerksamkeit. © Screenshot

Wie schon Mitte Januar mit der Aktion "Wir machen auf(merksam)" hat es auch an diesem Montag wieder eine bundesweite Aktion der Händler gegeben. Unter dem Motto "Wir gehen mit voran" waren Einzelhändler aufgerufen, ein entsprechendes Plakat an ihrem Schaufenster aufzuhängen, sich damit fotografieren zu lassen und das Bild zu veröffentlichen. "Je mehr Menschen es machen, desto größer sind die Chancen, dass die Politik uns erhört und endlich die so dringend benötigten Hilfen ausbezahlt werden", heißt es dazu auf der Internetseite der Initiatoren.

Die Forderungen sind laut der Initiatoren: schnelle Hilfe durch Vorabzahlungen, ein unbürokratischer Antrags- und Genehmigungsprozess, faire und angemessene Ausgleichszahlungen sowie ein konkretes Wiedereröffnungsszenario für den Einzelhandel. Aufgerufen zu den Protestaktionen wird von der Initiative "Freundschaftsdienst". Dahinter stehen als Initiatoren zwei Unternehmer aus Frankfurt am Main, die von mehreren Sponsoren unterstützt werden.

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Schon bei der ersten Aktion, die auf die Misere des Handels aufmerksam machen sollte, beteiligte sich niemand aus der Region Löbau-Zittau offiziell.

Eine Ebersbacher Händlerin bemühte sich nun für die neue Aktion "Wir gehen mit voran" am 1. Februar ein paar Kollegen zusammenzutrommeln, um das im größeren Stil zu publizieren. "Das macht ja nur in der Masse wirklich Sinn", so ihre Meinung. Sie fand lediglich eine Mitstreiterin, die sich mit beteiligt hätte. Von allen anderen hörte sie: "Das bringt doch sowieso nichts."

Ähnlich sieht es eine Geschäftsinhaberin in Löbau. Auch aus der Stadt am Berge hat niemand die Aktion begleitet. "Man stumpft ab und hat einfach keine Lust mehr, bei sowas mitzumachen. Man merkt ja, dass es gar nichts bringt", so die Löbauer Unternehmerin. Sie warte jetzt nur noch darauf, dass sie irgendwann mal wieder ihren Laden öffnen darf. "Wenn das noch lange so weitergeht, werden etliche Insolvenz anmelden müssen. Dann werden die Innenstädte noch leerer."

Abholservice wäre eine Hilfe

Viele Einzelhändler im Raum Löbau-Zittau halten sich derweil damit über Wasser, dass Stammkunden Ware telefonisch oder übers Internet vorbestellen und dann am Geschäft abholen. "Das machen die meisten so, es bleibt uns ja nichts anderes übrig." Genau genommen ist das aber in Sachsen gar nicht erlaubt. Der Freistaat ist das einzige Bundesland, das das sogenannte Click & Collect-Verfahren verbietet. Die Ebersbacher Händlerin plädiert dafür, dass das wenigstens offiziell erlaubt wird: also online aussuchen und vorab bezahlen, dann abholen. Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte nun Ende Januar in Aussicht, dass ab Mitte Februar im Zuge von Lockerungen auch der Abholservice für den Einzelhandel in Sachsen erlaubt werden könnte.

Diese Ankündigung impliziert allerdings auch, dass offenbar noch weiterhin mit Geschäftsschließungen zu rechnen ist.

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