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Döbeln: Fällt Hallenbadsaison ganz aus?

Es ist noch nicht klar, wann Bäder wieder öffnen dürfen. Derzeit sind sie corona-bedingt geschlossen. Wahrscheinlich geht es im Mai in Döbelns Freibad los.

Badleiter Toni Bunzel und Stadtwerkechef Gunnar Fehnle hoffen auf eine baldige Öffnung des Hallenbades in Döbeln.
Badleiter Toni Bunzel und Stadtwerkechef Gunnar Fehnle hoffen auf eine baldige Öffnung des Hallenbades in Döbeln. © Archiv/Jens Hoyer

Döbeln. Der Stillstand in Corona-Zeiten bekommt auch dem Döbelner Stadtbad nicht gut. „Die Durchmischung fehlt“, sagte Stadtwerkechef Gunnar Fehnle. Am Edelstahlbecken zeigen sich Korrosionserscheinungen in Form von Verfärbungen. „Wir haben den Wasserspiegel abgesenkt und der Edelstahl wird geputzt“, meint Fehnle.

Es habe auch zur Diskussion gestanden, das Wasser ganz abzulassen. Seit Oktober ist das Bad geschlossen. Das macht sich auch an den Zahlen bemerkbar. „Corona hat uns 250.000 bis 300.000 Euro gekostet“, sagte Fehnle. Die Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

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Hilfen haben die Stadtwerke als Kommunales Unternehmen keine bekommen. „Wir sind dabei, das noch zu klären“, sagte Fehnle. Wie es weiter geht, ist noch unklar. „Einige Bäder haben die Hallensaison schon abgeschrieben“, sagte der Stadtwerkechef. „Wenn es im März wieder möglich ist, würden wir das Hallenbad aufmachen.

Im April wäre der Aufwand zu hoch, wenn im Mai ohnehin das Freibad eröffnet wird. Wir haben ganz viele Anfragen von Badegästen, wann wir wieder aufmachen“, sagte Fehnle. Das neue Kinderbecken im Hallenbad, das schon im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde, ist bis heute noch nicht eingeweiht worden.

Corona ohne Auswirkung beim Absatz

Vom Bad abgesehen, haben die Stadtwerke von den Auswirkungen von Corona nicht viel zu spüren bekommen. Der Versorger merkt aber, dass die Leute mehr zu Hause waren. „Der Verbrauch hat sich etwas verschoben von den gewerblichen Kunden hin zu den privaten“, sagte Fehnle.

Die Gasabnahme sei mehr über den Tag verteilt. „Man merkt, dass auch tagsüber geheizt wird.“ Auch bei der Zahlungsmoral habe sich die Pandemie nicht ausgewirkt. Es gebe auch in Corona-Zeiten kaum größere Zahlungsausfälle. „Auch im gewerblichen Bereich nicht“, sagte Fehnle.

Dieses Jahr mit seinen kalten Tagen sei gut angelaufen. „Da sind wir bisher deutlich über dem Plan“, sagte Fehnle. Im ersten Monat sei 50 Prozent mehr Gas verbraucht worden.

Gebadet wurde 2020 in Döbeln auch größtenteils im Freien.
Gebadet wurde 2020 in Döbeln auch größtenteils im Freien. © Archiv/Lutz Weidler

Wirtschaftlich steht das städtische Unternehmen gut da. 2019 habe mit reichlich drei Millionen Euro Gewinn abgeschlossen werden können, sagte Fehnle. 2020 wird es voraussichtlich etwas weniger werden. „Wir halten unsere Gewinne in den vergangenen Jahren mit transparenten und stabilen Margen“, sagte Fehnle.

Allerdings, so schränkte der Geschäftsführer ein, werden sich die Bedingungen für die Energieversorger verschlechtern. Und zwar durch Einflüsse, die vom Gesetzgeber festgelegt werden. Schnell geht es nach Fehnles Meinung mit dem Ausstieg aus der fossilen Energie nicht. „Ganz CO2-frei sind wir vielleicht in 100 Jahren. Wichtig ist es, die Regenwälder zu schützen.“

Emissionsfreie Energieerzeugung

Einsteigen wollen die Stadtwerke in die emissionsfreie Energieerzeugung im Walduferviertel, wo auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik Eigenheime entstehen sollen. Die Stadtwerke wollen dort eine Nahwärmeversorgung aus einem Blockheizkraftwerk anbieten.

„Die Wärme wird mit Biomethan erzeugt“, sagte Fehnle.Ab dem kommenden Jahr werden die Maschinen in den Blockheizkraftwerken der Stadtwerke erneuert. Bis zu 1,5 Millionen Euro sollen in die neuen Anlagen investiert werden, sagte Fehnle.

Für dieses Jahr haben die Stadtwerke größere Investitionen auch in Westewitz geplant. Dort sollen für rund eine Million Euro Erdgasleitungen verlegt werden. Etwa 250.000 Euro investieren die Stadtwerke in die Erneuerung des Stromnetzes in Keuern. Dort sei nicht geplant, ein Erdgasnetz aufzubauen. Der Anschlusspunkt sei zu weit von Keuern entfernt, sagte Fehnle.

30 Jahre Stadtwerke Döbeln: Gibt es eine Feier?

2021 kann der Energieversorger auf eine 30-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Die Feier, wenn sie möglich ist, soll ins Winterdorf am Ende des Jahres integriert werden, sagte Fehnle. Im vergangenen Jahr hatte das Winterdorf samt Eislaufbahn wegen Corona abgesagt werden müssen.

Auch das Seifenkistenrennen fiel der Pandemie zum Opfer. In diesem Jahr sollen die Seifenkisten möglichst im September wieder rollen. „Auch für unsere Kunden haben wir etwas Größeres geplant. Vielleicht eine Verlosung mit ansprechenden Preisen“, sagte Fehnle.

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