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Hamsterei geht wieder los

Zu Beginn der Corona-Krise haben sich viele Menschen mit Toilettenpapier und Lebensmitteln eingedeckt. Seit ein paar Tagen lichten sich die Regale wieder.

Ein Anblick, den es im Frühjahr mit Beginn der Corona-Krise plötzlich häufig gegeben hat: Leere Regale in den Supermärkten.
Ein Anblick, den es im Frühjahr mit Beginn der Corona-Krise plötzlich häufig gegeben hat: Leere Regale in den Supermärkten. © Marko Förster

Großenhain. Die Schilder im Großenhainer Kaufland sind unübersehbar. Toilettenpapier und Küchenrollen möchten die Kunden bitte jeweils nur ein Paket kaufen. Und auch bei der Milch solle lieber vornehme und vor allem überlegte Zurückhaltung herrschen, statt der gierige Griff zu mehreren Kartons. Denn auch, wenn bundesweit momentan noch von keiner zweiten Welle an Hamsterkäufen die Rede sein könne, wären die Kunden nach Beobachtung von einschlägigen Experten  angesichts der steigenden Coronazahlen doch einigermaßen nervös geworden.

 Laut Statistischem Bundesamt verkaufte der Einzelhandel  in der Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 immerhin fast doppelt so viel Toilettenpapier wie im Durchschnitt der Vorkrisenmonate August 2019 bis Januar 2020. Abgesehen davon, sei der Absatz von Desinfektionsmittel um knapp drei Viertel gestiegen, der von Seife um ungefähr zwei Drittel.  

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Kaufverhalten, das sich mit einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitus YouGov deckt. Tatsächlich wolle sich rund jeder zehnte Verbraucher in Deutschland in den kommenden Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. 

Ein Vorsatz, den zahlreiche Röderstädter offenbar bereits in die Tat umsetzen. Wie John Scheller im SZ-Gespräch am Freitag bestätigt, sei die Nachfrage nach bestimmten Produkten seit gut einer Woche wieder massiv angestiegen. Bester Beweis dafür: Der sonst gut bestückte Großenhainer Markt mit Waren aller Art, konnte am Donnerstagabend nur noch mit leeren Regalen glänzen. 

Dort, wo sonst unterschiedliche Sorten hochwertigen Toilettenpapiers angeboten werden, lag ebenso wie im Frühjahr -  nichts. Lediglich weiße Pakete eines einfacheren Produktes standen aufgetürmt an der Ecke. "Das sind die Restbestände einer riesigen Palette, die ich glücklicherweise vor ein paar Monaten noch ergattern konnte", erklärt John Scheller.

Wie der Unternehmer mit Märkten in Radeberg und Dresden betont, wäre es auffällig, dass nicht nur Toilettenpapier, sondern auch Küchenrollen und verschiedene Lebensmittel seit Tagen wieder häufiger über die Ladentafel gingen. Mehl und Zucker zählten ebenso dazu wie Reis, Nudeln, Suppen und auch Hefe. 

"Ich kann aber alle Kunden beruhigen! Unsere Lager sind wirklich ausreichend und gut gefüllt! Lediglich beim Toilettenpapier sind wir auf die Zuteilung des Großmarktes angewiesen. Und da wir Montag und Mittwoch Lieferung bekommen, können wir dann nicht so schnell reagieren", gibt John Scheller zu bedenken. 

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Auch, wenn es deshalb mit dem Toilettenpapier vielleicht am vergangenen Donnerstag etwas mau ausgesehen habe, beruhigt könnten die Röderstädter dennoch sein. Die Konkurrenz der Hamsterer sei in hiesigen Gefilden nämlich nicht ganz so stark ausgeprägt. "Nach unserer Erfahrung gehen die Großenhainer weniger panisch ran und kaufen nicht einfach drauf los! In Dresden stellt sich diese Situation ganz anders dar! Da wird wirklich schon wieder gehamstert."    

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