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Hamsterkäufe: Es geht schon wieder los

In einigen Supermärkten ist das Toilettenpapier knapp. Wegen der zweiten Corona-Welle befürchten die Menschen offensichtlich Engpässe.

Im Kaufland in Weinhübel waren die Plätze vom Toilettenpapier am Sonnabend ziemlich leergekauft.
Im Kaufland in Weinhübel waren die Plätze vom Toilettenpapier am Sonnabend ziemlich leergekauft. ©  privat

Als Susanne Meyer am vergangenen Sonnabend ihren Wochenendeinkauf im Kaufland Görlitz-Weinhübel erledigte, stellte sie fest: Das Klopapier geht zur Neige. Lediglich das recycelte und das feuchte Toilettenpapier waren noch zu haben. 

Offensichtlich bevorraten sich die Kunden angesichts der zunehmenden Zahl an Covid-19-Infizierungen im Landkreis mit vielen Dingen des täglichen Lebens. 

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Nicht überall bei Kaufland wird gehamstert

Alisa Götzinger von der Unternehmenskommunikation bei Kaufland sagt dazu: "Wir beobachten derzeit nur in einzelnen Filialen ein verändertes Einkaufsverhalten der Kunden." Benjamin Geschwill, Geschäftsführer bei Rewe in Görlitz-Rauschwalde dagegen sieht einen Anstieg des Verkaufs von Toilettenpapier in seinem Markt. Allerdings sei der Verkauf jetzt nicht so rapide angestiegen wie im Frühjahr in der Corona-Krise. 

Im Nieskyer Rewe-Markt in der Kollmer Straße sind die Regale mit Toilettenpapier mittlerweile leer, berichtet Marktleiterin Annett Leßke. "Die Nachfrage stieg schon vorige Woche", erklärt sie. Auch Nudeln, Reis und Fertiggerichte landen jetzt häufiger in den Einkaufswagen der Kunden.

Beim Edeka in Niesky in der Horkaer Straße staunte Susanne Tschirch nicht schlecht. Am Freitag bemerkte die Mitarbeiterin, dass die meisten Kunden beim Klopapier zulangten. "Am Sonnabend waren dann die Regale leer", sagt sie. Auch bei Reis und Nudeln stieg die Nachfrage. Im Marktkauf Görlitz liegen auf den Kassenbändern mittlerweile ebenfalls immer häufiger Toilettenpapier, Fertiggerichte und haltbare Lebensmittel. 

Warenfluss ist ganz normal

Einen Grund für die Hamsterkäufe sieht keiner der Befragten. Benjamin Geschwill rechnet nicht mit Engpässen. Die Bestände in den Lagern seien aus Erfahrung aus der Corona-Krise im Frühjahr hochgefahren worden. Sein Rewe-Markt werde regelmäßig beliefert. Ähnlich sieht das Annett Leßke. "Der Warenfluss wird gewährleitet und ist ganz normal", sagt sie. Auch bei Kaufland werden alle Filialen täglich beliefert, sagt die Sprecherin und ergänzt:  "Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund, zusätzliche Vorräte anzulegen. Es sind ausreichend Lagerbestände vorhanden." 

Die aktuelle Nachfrageentwicklung beobachtet Aldi-Nord basierend auf den Erfahrungen der letzten Monate sehr genau. "Wir stehen im engen Austausch mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern, um auf diese Nachfragen, unter anderem im Bereich Papierwaren,  schnell eingehen zu können", sagt Unternehmenssprecherin Verena Lissek. Kunden werden gebeten, weiterhin bedarfsgerecht einzukaufen. "Für Hamsterkäufe gibt es nach wie vor keinerlei Anlass", so die Sprecherin. Im Falle von Einkäufen, die über haushaltsübliche Menge hinausgehen, weisen Aldi-Mitarbeiter die Kunden entsprechend darauf hin.

Beide Rewe-Marktleiter hatten übrigens festgestellt, dass im Frühjahr zwar das Klopapier gehamstert wurde, aber danach lief dieser Artikel im Verkauf schlecht. Erst im Juli etwa wurden wieder normale Verkaufswerte verzeichnet. "Da waren die im März gekauften Vorräte offensichtlich aufgebraucht", vermutet Geschwill.

Zuteilung von Toilettenpapier im Kaufland Weinhübel nach dem Motto: "Wenn jeder nur kauft, was er braucht, ist genug für alle da."
Zuteilung von Toilettenpapier im Kaufland Weinhübel nach dem Motto: "Wenn jeder nur kauft, was er braucht, ist genug für alle da." © privat

Genug für alle da, wenn jeder nur kauft, was er braucht

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