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Lämmer fürs Haus Schminke

Eine Niedersächsin züchtet in Großschweidnitz Schafe. Olaf und Oskar sind die Jüngsten. Wieso sie nicht als Steak enden und in Löbau gebraucht werden.

Ina Winkler mit ihren Lämmern Olaf und Oskar.
Ina Winkler mit ihren Lämmern Olaf und Oskar. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Kleinen haben die Herzen ihrer Noch-Eigentümer im Sturm erobert: Zwei Lämmchen erblickten am Donnerstag voriger Woche in Großschweidnitz das Licht der Welt. Sie wachsen in der kleinen Herde von Ina Winkler und Thomas Kuhnt auf. Die Geburt der Zwillinge sei problemlos verlaufen. „Einen Tierarzt mussten wir zu den Geburten unserer Schafe noch nie holen“, erklärt die Halterin. Mittlerweile haben die beiden Lämmer einen Namen bekommen: Das Lamm mit dem schwarzen Gesicht heißt „Olaf“, das mit dem roten „Oskar“. Zwei Böcke also. In den Schafkindern stecken Gene vom Ostfriesischen Milchschaf und dem Kamerunschaf mütterlicherseits sowie der Rassen Border Leicester und Kerry Hill väterlicherseits. Die Mixe, so erzählt Ina Winkler, sollen – wenn sie größer sind und die Temperaturen das zulassen – die Obstbaumwiese beim Löbauer Haus Schminke abgrasen. „Biologische Rasenmäher sozusagen“, erklärt die 32-Jährige. Vorerst brauchen sie aber noch die Muttermilch. Acht bis zwölf Wochen mindestens bleiben die Lämmer bei der Mutter.

Vor zehn Jahren in die Oberlausitz gekommen

Bei Facebook stellte die vor zehn Jahren aus Braunschweig nach Großschweidnitz gezogene junge Frau den tierischen Nachwuchs in der „Oberlausitz-Gruppe“ vor. Mehr als 370 Nutzer klickten auf „gefällt mir“. Kein Wunder bei den hübsch anzuschauenden Mini-Vierbeinern. Allerdings befürchteten einige Kommentatoren, dass die Lämmer wohl als Osterlamm enden könnten. Dem sei nicht so, wie Ina Winkler versichert. Aktuell bestehe die 13-köpfige Schafherde aus Mixen, Coburger Füchsen, Heidschnucken und einem Jakobschaf. Da die Großschweinditzer künftig nur noch reinrassig züchten wollen, sollen die Mischlinge und Böcke verkauft werden.

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Wissenswertes rund ums Schaf

Denn mit Olaf und Oskar ist die Wurfzeit noch lange nicht vorbei. Neun weitere Tiere sind trächtig. „Wer nicht verkauft wird, bleibt mindestens ein Jahr bei uns“, sagt Ina Winkler. Böcke werden kastriert. Erst nach diesem Jahr käme eine Schlachtung infrage. „Dann sind das aber keine Lämmer mehr“, erklärt die Unternehmerin, die zusammen mit ihrem Lebenspartner die Wolle der Tiere weiter verarbeitet. Beide spinnen und stricken in Handarbeit Unikate. Die werden über ihren Internetshop vermarktet. Der heißt passenderweise „Mühle zum Lamm“.

Pullover sind da ebenso zu finden, wie dicke Schafwollsocken, handgesponnene Garne, Vliese und Seifen. Neben den Wollprodukten verarbeiten die Großschweidnitzer Pflanzenfasern sowie Pflanzenfarben, Alpakawolle und sogar Hundehaare. Selbst aus denen könne man noch tolle Sachen stricken, wie die Unternehmerin erklärt. Eigentlich sind Ina Winkler und ihr Partner mit ihren Handarbeiten auf bäuerlichen Märkten zu finden, knüpfen da Kontakte für Geschäfte, präsentieren die Schafschur und vermitteln Wissenswertes rund ums Schaf. Wegen Corona sei aber im letzten Jahr viel weggebrochen. Ebenso konnten deshalb die Spinn-, Strick- und Handarbeitskurse kaum stattfinden. Im Moment sehe es auch nicht danach aus, dass es schnelle Lockerungen gibt.

Ein neues Standbein

Ina Winkler hat aus der Not jetzt eine Tugend gemacht: Sie schert nun nicht nur ihre eigenen Tiere, sondern Schafe anderer Züchter und Halter gegen Lohn. Da das kaum noch jemand selber macht, ist dieses alte Handwerk offenbar sehr gefragt: Etwa 1.000 Schafe hat Ina Winkler zwischen Görlitz, Zittau und Hoyerswerda schon geschoren. Die weiteste Anfrage kam aus der Leipziger Region.

Im Winter behalten die Tiere aber ihr Fell erst einmal. Es schützt gegen Kälte und Nässe. Etwa im Mai beginnt dann die Schur.

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