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Sachsens Hausärzte starten Impfungen

Gut drei Monate nach Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland rücken nun die Hausärzte in den Fokus. Die Terminvergabe läuft über die Praxen.

Ab Mittwoch kann man sich in Sachsen auch bei seinem Hausarzt impfen lassen.
Ab Mittwoch kann man sich in Sachsen auch bei seinem Hausarzt impfen lassen. © dpa

Dresden. Es geht los: Die sächsischen Hausärzte dürfen ab Mittwoch gegen das Coronavirus impfen. Damit hat auch der Freistaat die Chance, das Impf-Tempo deutlich zu erhöhen. Dies sei „eine gute Nachricht gerade für ältere Menschen, die sich nun flächendeckend bei ihrem vertrauten Hausarzt beraten und impfen lassen können“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Die Hausärzte seien „hochmotiviert und gut vorbereitet“.

Wie viele der 1.800 sächsischen Hausarztpraxen am Mittwoch mit dem Impfen wirklich starten, dazu liegen dem Ministerium keine Zahlen vor. Die Praxen könnten ihren Impfstoffbedarf über den Großhandel und die Apotheken bestellen. Pro Praxis gibt es anfangs pro Woche nur 20 Dosen. Dabei handelt es sich um Biontech/Pfizer, erst später soll auch Astrazeneca hinzukommen, das weiterhin bei Älteren genutzt werden kann. Die Terminvergabe läuft über die Praxen. Auch dort gilt die vom Bund vorgegebene Reihenfolge.

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Bereits seit Mitte März impfen Hausärzte in 39 Modellpraxen sowie 117 Arztpraxen im besonders stark betroffenen Vogtland. Noch in dieser Woche sollen rund 160 Arztpraxen in den grenznahen Landkreisen Görlitz, Erzgebirge und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge rund 50.000 Dosen Astrazeneca erhalten. Derzeit ist Sachsen bei Erstimpfungen mit einer Quote von 11,2 Prozent Schlusslicht im Länder-Vergleich. Bei Zweitimpfungen liegt Sachsen mit 6,7 Prozent vorn.

Deutschlandweit schon Start am Dienstag

Bundesweit wollen in dieser Woche 35.000 Hausärzte mit Impfungen gegen das Coronavirus loslegen. Einige Praxen starten bereits an diesem Dienstag, andere warten noch auf Impfstoff und wollen in den nächsten Tagen folgen. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember wurden die Vakzine bisher vor allem in den bundesweit 430 Impfzentren verabreicht.

Zunächst steht den Hausärzten nur ein überschaubares Angebot zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. In der Woche vom 26. April gibt es dann aber einen deutlichen Schub, dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen. Das wären erstmals mehr als für die Impfzentren.

Auch für die Hausarztpraxen gilt generell die festgelegte Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert. Wie sie Impftermine vergeben, können die Praxen selbst regeln - zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen. Einzelne Ärzte impfen - auch im Zuge von Modellprojekten - schon seit einiger Zeit, in Bayern war vergangene Woche Impfstart in 1.635 Praxen.

Wann kann in Betrieben geimpft werden?

"Der Start der Impfkampagne auch durch Hausarztpraxen ist ein richtiger Schritt, doch er reicht nicht aus, um den Corona-Impfschutz so schnell wie irgend möglich an so viele Menschen wie möglich zu bringen", sagte der Direktor des PKV-Verbands. "Schon jetzt muss die Politik den nächsten Schritt vorbereiten und die Impfung in den Betrieben und bei allen anderen Arzt- und Zahnarztgruppen ermöglichen, sobald in den nächsten Wochen die Impfstofflieferungen wie erwartet ansteigen."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Ende März gesagt, Betriebsärzte sollten erst nach Hausärzten in die Impfkampagne einsteigen. "Noch ist es zu knapp", sagte er über den verfügbaren Impfstoff. Er finde es schwierig, jüngere Mitarbeiter von Unternehmen zu impfen, solange die Älteren noch nicht geschützt seien.

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Reuther meinte, die Infrastruktur der Betriebsärzte sei besonders geeignet. "Uns liegen schon jetzt zahlreiche Anfragen aus Krankenversicherungsunternehmen vor, deren Betriebsärzte sofort zur Impfung der Belegschaften bereit stehen - aber derzeit leider noch keinen Impfstoff bestellen dürfen." Viele Unternehmen hätten sich auch angeboten, die Familienangehörigen von Mitarbeitern ebenfalls zu impfen. Dies wäre aus Reuthers Sicht auch sinnvoll. Er forderte die Bundesregierung auf, jetzt die nötigen Organisationsfragen zu lösen - "und nicht erst dann, wenn sich die Impfstoffe auf dem Hof stapeln". (mit dpa)

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