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Berggießhübels "Lädelchen" mit Charakter

Bei Hauswalds findet man immer was. Bei Ernst waren es Kolonialwaren, bei Christina Schreibwaren und bei Grit Hauswald-Punte ist es noch etwas mehr.

Die rote Bank ist ein Markenzeichen des Geschäftes von Grit Hauswald-Punte, auf der sie selbst jedoch nur selten sitzt.
Die rote Bank ist ein Markenzeichen des Geschäftes von Grit Hauswald-Punte, auf der sie selbst jedoch nur selten sitzt. © Karl-Ludwig Oberthür

Schon zig Mal überlegte Grit Hauswald-Punte, ihr "Lädelchen" umzubauen. Schließlich sieht es noch immer wie zu Konsum-Zeiten aus. Doch immer dann kommt jemand und freut sich genau darüber. Der schöne alte Laden soll so bleiben, mit dem schönen breiten Angebot. Das hat sich freilich in den Jahren verändert. In den 93 des Bestehens, in den 30, da ihre Mutter das Geschäft führte und in den vergangenen fünf, seit sie es übernommen hat.

Erst Bademeisterin und Ergotherapeutin

Begonnen hat die Familiengeschichte mit dem Urgroßvater von Grit Hauswald-Punte. Dessen Laden im heutigen Profil-Friseur zerstörte das Hochwasser 1927. Daraufhin baute er das Haus am heutigen Sebastian-Kneipp-Platz neu. Er handelte hier mit Kolonialwaren. Ein bunter Gemischtwarenladen ist es aus auch heute wieder. Bücher, Hefte, Stifte, Geschenke, Dekoration, Bastelmaterial, Spielzeug, Nippes ... Es ist einer der Läden, in denen man immer etwas findet, was man gar nicht gesucht hat.

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Dieses Foto muss aus der Zeit der Eröffnung des Geschäfts von Urgroßvater Hauswald um 1928/29 stammen.
Dieses Foto muss aus der Zeit der Eröffnung des Geschäfts von Urgroßvater Hauswald um 1928/29 stammen. © privat

Der Konsum war 1989 ausgezogen, als der Neubau auf der Talstraße entstand. Die Mutter von Grit Hauswald-Punte, Christina Hauswald, war damals Bademeisterin in der Klinik. Sie wusste, das wird sie nicht bleiben können. Der ehemalige Konsum im eigenen Haus stand leer. Man überlegte in der Familie. Videothek, Café - 1990/91 gab es viele Ideen. Man entschied sich für Schreibwaren.

Blick und Liebe für Füller

Als Christina Hauswald am 2. Mai 1991 ihr Geschäft eröffnete, war die heutige Chefin 14. "Ich sehe uns noch in der Wohnstube die Waren auspreisen und meine Mutter mit den Vertretern verhandeln." Radiergummis und Füller mochte sie schon damals. Trotzdem wurde sie erst einmal Ergotherapeutin. Heute erkennt sie die Füller-Marken von Weitem in der Hand des Schreibers und ist seit fünf Jahren die Chefin. Es war eine aufregende Zeit damals und ist immer wieder anders.

Sind ein Team: Grit Hauswald-Punte und ihre Mitarbeiterin Madlen Chromy.
Sind ein Team: Grit Hauswald-Punte und ihre Mitarbeiterin Madlen Chromy. © Karl-Ludwig Oberthür

Der Kreativraum im Keller steht seit über einem Jahr leer. Dafür ist das Lädelchen, wie Grit Hauswald-Punte es liebevoll nennt, voll. Voll von Waren und voll von Leuten, auch wenn die sich aktuell nicht so drängen dürfen und schon mal warten müssen. Schreibzubehör, Dekoartikel, ganz viel Kreatives. Bei der Auswahl der Bastelsets ist Grit Hauswald-Punte wichtig, dass alles dabei ist und es auch Großeltern mit den Kindern machen können. Die aktuelle Hitliste wird von etwas ganz Einfachem angeführt.

  • Farben und Stifte zum Bemalen von Steinen sind derzeit am gefragtesten.
  • An zweiter Stelle rangieren die verschiedenen Kreativsets.
  • Mit dem schönen Wetter steigt auch wieder die Nachfrage nach Außenspielzeug, das derzeit auf Platz Drei steht.

Vieles probiert Grit Hauswald-Punte, selbst Mutter von drei Kindern, selbst aus. Das ist sozusagen die Qualitätskontrolle, bei der ihr auch ihr therapeutischer Blick hilft zu erkennen, woran man scheitern könnte. Am liebsten sind ihr Dinge, die ohne Anleitung machbar sind. Der Kreativraum im Keller fehlt auch ihr und sie hofft, hier bald wieder Kurse und Kindergeburtstagsfeiern anbieten zu können.

Lottogewinner muss Handball-Halle bauen

Das Umbauen des Lädelchens plant sie nicht mehr. "Es ist und soll bleiben einer schöner alter Laden, der seinen Charakter behalten soll", sagt sie. Einer ohne Regale in Reih und Glied, in dem es auch schon mal in einer Ecke eng wird. Auch im Büro. Dort häufen sich die Blumen und Geschenke zum Doppeljubiläum - 30 Jahre Schreibwaren Hauswald, fünf Jahre hat Grit Hauswald-Punte das Geschäft. So lange steht übrigens auch die rote Bank davor. Ein willkommener Platz für die Kunden. Zum Warten und Schwatzen.

Dieses Foto wird ein paar Jahre nach der Eröffnung entstanden sein, genau aber ist es nicht datierbar. Dafür ist "Ernst Hauswald" gut lesbar.
Dieses Foto wird ein paar Jahre nach der Eröffnung entstanden sein, genau aber ist es nicht datierbar. Dafür ist "Ernst Hauswald" gut lesbar. © privat

Der Mann, der gerade Lotto spielen kommt, gehört zu den Stammkunden. Er lebte lange in Berggießhübel, zog dann nach Dresden und kommt immer noch in den Hauswaldchen Laden. Wenn jemand von ihren Lottokunden mal gewinnt, muss er eine Handball-Halle bauen, sagt Grit Hauswald-Punte. "Das wissen die Kunden", sagt sie - und spielen trotzdem.

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