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Havlat startet wieder durch

In der Corona-Hochzeit ist der Umsatz bei der Zittauer Präzisionstechnik bis zu 50 Prozent eingebrochen. Nun geht's aufwärts - aber zum Teil anders als vor der Krise.

Die Firma Havlat in Zittaus Süden.
Die Firma Havlat in Zittaus Süden. © Firma Havlat

In den Produktionshallen an der Zittauer Gerhart-Hauptmann-Straße sind wieder alle an Bord. Die 230 Mitarbeiter und Lehrlinge der Havlat Präzisionstechnik GmbH schieben keine Kurzarbeit mehr. "Für die nächsten Wochen und Monate haben wir gut gefüllte Auftragsbücher", sagt Lars Friedrich, Geschäftsführer und Firmeninhaber. Er und David Havlat, Prokurist und ebenfalls Inhaber, gehen davon aus, dass nun auch die Talsohle beim Umsatz durchschritten ist. "Die guten Monate beginnen jetzt", sagt Havlat.

2020 sah das ganz anders aus. Die Corona-Krise hat die Firma, die hochpräzise Teile unter anderem für Maschinen fräst, schleift, dreht und anderweitig bearbeitet, getroffen. Die Nachfrage brach unter anderem ein, weil Auftraggeber Investitionen zurückstellten. Der Umsatz ging in der Spitze um bis zu 50 Prozent zurück. So ist das vergangene Jahr unter dem Strich mit einem Verlust zu Ende gegangen.

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Trotz des Einbruchs hat Havlat die Belegschaft gehalten und dabei auf Kurzarbeit gesetzt. Allerdings nicht in dem Maß wie der Umsatz eingebrochen ist. Durchschnittlich habe sie bei elf Prozent gelegen, erklärt Havlat. "Wir stehen in guten wie in schlechten Zeiten zusammen." In der Eigenwerbung des Unternehmens heißt es dazu: "Als sächsisches Familienunternehmen in zweiter Generation haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Verbindung von Heimat und Arbeitsplatz in der Region Zittau zu schaffen."

Auch die vor reichlich zwei Jahren angekündigten Investitionen hat die Firma nicht gestrichen, allerdings unter anderem wegen der Corona-Krise ein bisschen reduziert. Man müsse die Abschreibungen auch über die Krisenzeit bringen können, erklärt David Havlat. Trotzdem: Zehn Millionen Euro sind geflossen und zwar vor allem in den Maschinenpark. Damit hat die Firma inzwischen über 80 Millionen Euro seit der Wende investiert.

Vor allem um solche Maschinen geht es, wenn Havlat in Größenordnungen investiert.
Vor allem um solche Maschinen geht es, wenn Havlat in Größenordnungen investiert. © Havlat Zittau

Die neuen Maschinen helfen in der Zeit nach der Krise, denn was sich vor der Pandemie schon abzeichnete, scheint jetzt zum Standard zu werden: Die beauftragten Bauteile werden laut Lars Friedrich immer größer, die geforderte Genauigkeit erreicht neue Dimensionen und die von den Kunden erwünschten Lieferzeiten werden immer kürzer.

Nicht umsonst treibt die Firma die Digitalisierung voran und will möglichst schnell das Industrie-4.0-Zeitalter erreichen. Auch dafür hat sie die Zeit der Krise genutzt. Ein mittlerer sechststelliger Betrag fließt in IT-Technik wie zum Beispiel Laptops. Parallel wurden Mitarbeiter geschult. Das Unternehmen baut derzeit sogar ein eigenes digitales Schulungsportal auf.

Auf diesem Weg nimmt Havlat auch den Nachwuchs mit. Zudem hebt das Unternehmen zum neuen Lehrjahr die Vergütung an. Laut David Havlat bekommen die Azubis im ersten Jahr dann 1.000 Euro im Monat. "Wir wollen ein junges Unternehmen bleiben", erklärt er. "Und wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, in der Heimat zu bleiben und etwas Technisches zu lernen." Für seinen Umgang mit den Lehrlingen ist das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet worden. Zuletzt im März.

Wenn nicht wieder unvorhergesehene Einschläge - wie zum Beispiel anhaltende Lieferengpässe bei bestimmten Materialien - kommen und die Lage so bleibt, wie sie sich jetzt abzeichnet, wird das Unternehmen wieder zurück ins ruhigere Fahrwasser finden. Dann wird 2021 unter dem Strich ein Plus stehen.

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