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Politik

Heikle Suche nach dem Ursprung des Virus

Ein WHO-Team will in China erforschen, ob das Coronavirus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. Warum China dieses Vorhaben fürchtet.

China, Wuhan: Arbeiter in Schutzanzügen laufen am Bahnhof Hankou vorbei. Ein Expertenteam will in China im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation nach den Ursprüngen des Coronavirus suchen.
China, Wuhan: Arbeiter in Schutzanzügen laufen am Bahnhof Hankou vorbei. Ein Expertenteam will in China im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation nach den Ursprüngen des Coronavirus suchen. © Ng Han Guan/AP/dpa

Peking. Zu politisch heiklen Untersuchungen reist ein Team von Experten nach China, um im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus zu suchen. Nach langem Tauziehen um die Reise kündigte Chinas Gesundheitskommission am Montag die Ankunft für diesen Donnerstag an. Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern sollten die Experten erforschen, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden könne, wurde mitgeteilt.

Um die Reise der Experten gab es bis zuletzt Gerangel. Erst vor einer Woche hatte die WHO mitgeteilt, dass China die Einreise blockiert habe. Daraufhin hatte Peking erklärt, dass vorher noch nötige Vorbereitungen getroffen werden müssten. Nach der Ankunft werden die Experten aber ohnehin erst zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen, bevor ihre Arbeit vor Ort richtig losgehen kann.

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Das Team soll auch in die zentralchinesische Metropole Wuhan reisen, wo Sars-CoV-2 vor gut einem Jahr erstmals entdeckt worden war. Mitglieder spielten die Erwartungen an die Reise im Vorfeld herunter. Es gehe weniger um eigene Nachforschungen, sondern vielmehr darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, wurde geschildert.

Eine Gemeindemitarbeiterin misst die Körpertemperatur eines Passanten in Wuhan, Anfang Februar 2020. In der zentralchinesischen Metropole war Sars-CoV-2 vor gut einem Jahr erstmals entdeckt worden.
Eine Gemeindemitarbeiterin misst die Körpertemperatur eines Passanten in Wuhan, Anfang Februar 2020. In der zentralchinesischen Metropole war Sars-CoV-2 vor gut einem Jahr erstmals entdeckt worden. © Xiao Yijiu/XinHua/dpa

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden, bei der weltweit bereits Dutzende Millionen Menschen infiziert wurden und nach offiziellen Statistiken schon mehr als 1,9 Millionen Menschen starben. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Es wird auf unbestätigte Berichte verwiesen, dass es mögliche Infektionen schon vorher in anderen Ländern gegeben haben könnte.

Auf diese These ging auch Außenamtssprecher Zhao Lijian am Montag vor der Presse ein. "Während sich die Zeitachse der ersten Fälle beständig zurück bewegt, könnte die Suche nach den Ursprüngen mehr und mehr Länder und Regionen umfassen", sagte der Sprecher. So müsste die WHO ähnliche Untersuchungen auch in anderen Ländern aufnehmen. Vor dem Hintergrund von Kritik am anfänglichen Umgang mit Informationen über das Virus verteidigte der Sprecher Chinas Kooperation mit der WHO als "offen und transparent".

Einwohner und Polizisten gedenken in Wuhan mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus.
Einwohner und Polizisten gedenken in Wuhan mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus. © Archivbild/Ng Han Guan/AP/dpa

Chinas Propaganda verbreitet die These, dass das Virus seinen Ausgang möglicherweise gar nicht in China genommen hat. Verwiesen wird dabei auch auf heutige Viruspuren auf importierten Tiefkühlwaren - die als Hinweis darauf gewertet werden, dass der Erreger aus dem Ausland eingeschleppt worden sein könnte. Forscher wie der deutsche Epidemiologie Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut (RKI), der dem WHO-Team angehört, vermuten hingegen Fledermäuse aus Südchina als Ursprung.

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