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Hilfe von der Armee für die Sebnitzer Klinik

Für die Asklepios-Kliniken wurde die Unterstützung von der Bundeswehr angefordert. Was die Soldaten im Krankenhaus machen.

Die Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz.
Die Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz. © Daniel Schäfer

In der Asklepios-Klinik in Radeberg hat die Bundeswehr bereits Amtshilfe geleistet. Anfang des Jahres spitzte sich auch die Lage in der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik in Sebnitz dramatisch zu. Aus diesem Grund wurde auch hier die Hilfe der Bundeswehr angefordert. Die ist inzwischen auch eingetroffen. Die Mitarbeiter sind erleichtert.

Die Hilfe kommt von vier Soldaten der dritten Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 aus dem sächsischen Marienberg. Statt wie bisher in ihrer regulären Arbeit Nachwuchssoldaten auszubilden gehen Oberstabsgefreiter Robert Grimm, Hauptgefreiter Daniel Korn, Oberstabsgefreiter Richard Schild und Hauptgefreiter Justin Hildebrand den Pflegern und Pflegerinnen der Klinik bei allen Hilfstätigkeiten in der Früh- und Spätschicht zur Hand. Sie verschaffen dem Personal damit wichtige Zeit für ihre weiteren Aufgaben. "Wir bringen das Essen zu den Patienten, räumen ab, beziehen Betten neu und erledigen Informations- und Botengänge", sagt Oberstabsgefreiter Richard Schild.

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Pflegepersonal wird in Sebnitz entlastet

Die Soldaten seien eine wertvolle Hilfe, sagt Susanne Graudenz, Regionalpflegedirektorin der Asklepios-Kliniken in Sachsen. "Aufgrund der immer noch sehr angespannten Situation haben wir einen Antrag auf Verlängerung der zweiwöchigen Amtshilfe gestellt. Wir sind unheimlich dankbar für diese Unterstützung", so die Regionalpflegedirektorin. Man würde sich freuen, wenn man die vier Kameraden noch eine Weile behalten könnte.

Etwas ungewohnt sei die Umstellung schon gewesen. Schließlich sind sonst Wald, Übungsplatz und Schießstand das Einsatzgebiet der Soldaten. In der Klinik hieß es erst einmal, die Hygieneregeln bis ins kleinste Detail kennenzulernen. Und es gab auch ungewohnte Situationen. "Als wir am ersten Tag durch die Klinik geführt wurden, wollte ich einem Pfleger schnell zur Hand gehen und eine Kiste mittragen", erzählt Oberstabsgefreiter Schild. Die Kiste hat er, wie sonst im Alltag üblich auf den Fußboden abgestellt. In einem Krankenhaus sollte man das aufgrund möglicher Keimbelastung aber nie tun. Wieder etwas gelernt. Die Soldaten hätten sich schnell in den Klinikalltag eingelebt, wird ihnen bescheinigt. Aufgefallen sei ihnen wiederum vor allem, dass das Pflegepersonal einen wichtigen Beitrag für alle und einen anstrengenden Job leistet. Außenstehenden, wie eben auch den Soldaten, bleibt das sonst verborgen. Man fühle sich gut aufgehoben und merke, dass die Hilfe tatsächlich gebraucht werde. Viele Pflegerinnen und Pfleger würden offen sagen, welche Erleichterung der Einsatz der Soldaten bedeute.

Kapazitäten an Covid-Betten verdoppelt

Auch wenn die Unterstützung dringend gebraucht wird, die vier Helfer der Bundeswehr setzen sich damit auch einem gewissen Risiko aus. Einige von ihnen haben Frau und Kinder oder auch ältere Familienangehörige zu Hause. "Angst haben wir keine, aber Respekt", sagt Justin Hildebrand. "Wir haben schwere Krankheitsverläufe gesehen. Corona ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen darf", so der Hauptstabsgefreite. Umso schöner sei es zu sehen, wenn Patienten wieder genesen und die Klinik verlassen dürfen. Das gebe dann auch das Gefühl, dass man Gutes getan habe.

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Für die Sebnitzer Klinik selbst ist die Unterstützung praktisch Gold wert. Aufgrund der steigenden Zahl an schwer an Covid-19 Erkrankten, hatte die Klinik in Absprache mit dem Gesundheitsministerium die Kapazitäten an Betten für Covid-Patienten verdoppelt. Gleichzeitig wurde aber auch die Personaldecke immer dünner, weil überdurchschnittlich viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Klinik erkrankt waren. Aus diesem Grund hatte sich der Asklepios-Konzern entschieden, die Behandlung von Patienten in der Hohwald-Klinik einzuschränken und das Personal auf die Sächsische Schweiz Klinik zu konzentrieren. Gleichzeitig wurde eben auch die Hilfe der Bundeswehr angefordert.

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