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Döbeln

Hilfstransporte rollen wieder

Die zweite Hilfslieferung ist in dieser Woche in Litauen angekommen. Zahlreiche Menschen halfen beim Beladen des Lastzuges.

Viel Spaß hatte das diesmal recht junge Helferteam am Montag beim Beladen des Hilfstransportes.
Viel Spaß hatte das diesmal recht junge Helferteam am Montag beim Beladen des Hilfstransportes. © Thomas Kretschmann

Von Thomas Kretschmann

Region Döbeln. Mit einem ungewöhnlich jungen Team wurde der Sattelzug des litauischen Spediteurs Vitalius Norutis in rund sechs Stunden beladen.

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Da die meisten Helferinnen der Stamm-Besatzung bereits über 60 Jahre alt sind und nur ein Teil von ihnen gegen Corona geimpft ist, hatte der Verein Communitas kurzfristig eine Mannschaft aus jungen Mitgliedern der katholischen Kirchgemeinde Hainichen, den Mitarbeitern der Firma Naturbrennstoffe sowie Geimpften und Genesenen zusammengestellt.

Insbesondere der „Frischling“ Uwe Anke, bis vor Kurzem Bürgermeister der Stadt Nossen und Unterstützer von Hilfsprojekten in Afrika, konnte beim Beladen seine Erfahrungen mit Hilfstransporten einbringen.

Dabei war es nicht einfach, jede Lücke zu nutzen. Insbesondere die acht mitgelieferten Pflegebetten für Senioren in Litauen nahmen viel Platz in Anspruch und es mussten viele Zwischenräume mit eigens dafür gepackten weichen Stoffpaketen gefüllt werden.

Pflegebetten und Kleidung für Litauen

Bereits nach 30 Stunden traf der Sattelzug in der litauischen Stadt Alytus im Südwesten Litauens ein. Dort soll die Hälfte der Ladung über ein weit verzweigtes Netzwerk aus Vereinen und Institutionen verteilt werden.

Zweite Etappe des Lkw war die Region Jurbarkas, wo insbesondere Senioren mit den Pflegebetten, Kleidung, Bettwäsche, Decken, Schuhen und vielen anderen Dingen aus Hainichen versorgt werden sollen. Während des zurückliegenden, in Litauen sehr strengen, Corona-Lockdowns hatte sich die Situation vieler Senioren zum Teil dramatisch verschlechtert.

Durch rigorose von der Polizei überwachte Straßensperren waren die Bürger des Baltischen Staates gezwungen, in ihrer eigenen Stadt oder Gemeinde zu bleiben. Viele konnten ihre in anderen Gebieten lebenden Großeltern und Eltern nicht mehr versorgen und regionale Krankenhäuser und Vereine mussten einspringen.

Obwohl Litauen seit 2004 Mitglied der EU ist, bleibt die Versorgung von Senioren und Familien mit niedrigem Einkommen weiterhin sehr rückschrittlich. So erhalten viele Rentner auch nach über 40 Jahren Arbeitsleben oft kaum mehr als 250 Euro Rente pro Monat. Lebensmittel kosten jedoch genau so viel wie in Deutschland.

Weitere Spenden für Hilfsprojekt gesucht

Für die Helfer des Hainichener Vereins Communitas steht fest, dass nach Möglichkeit noch vor den Sommerferien ein weiterer Sattelzug mit Hilfsgütern starten soll. In den kommenden Tagen wird erst einmal Klar-Schiff im Spendenlager gemacht.

Ab dem 12. Juni sollen dann wieder regelmäßig jeden Samstag von 9 bis 11 Uhr Spendenannahmen erfolgen. Die Spender werden gebeten, die Maskenpflicht zu beachten.

Benötigt werden neben Kleidung, Schuhen, Haushalts- und Bettwäsche sowie Federbetten und Steppdecken vor allem gut erhaltenen Federkernmatratzen, Lattenroste, Gehhilfen, Rollstühle und Pflegebetten.

Die Spendenannahme findet samstags 9 bis 11 Uhr im Spendenlager bei der Firma Naturbrennstoffe, Friedrich-Gottlob-Keller-Siedlung 27a in Hainichen statt.

Geldspenden zur Begleichung der Transportkosten können im Lager abgegeben oder auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Mittelsachsen, IBAN DE87 8705 2000 3330 0064 97, überwiesen werden. Weitere Informationen gibt es bei der Firma Naturbrennstoffe unter 037207/655687.

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