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Neustarts in Glashüttes Gastronomie

Im Corona-Jahr öffneten drei Gaststätten mit neuen Betreibern. Die Lokale laufen gut, abgesehen vom Lockdown. In einem sind sich die Betreiber einig.

Robert Kluge musste wegen des erneuten Lockdowns schließen und verkauft nun Gans außer Haus,
Robert Kluge musste wegen des erneuten Lockdowns schließen und verkauft nun Gans außer Haus, © Karl-Ludwig Oberthür

Ohne die Corona-Pandemie wäre 2020 für Robert Kluge ein richtig tolles Jahr geworden. So ist es ein halbgutes, wie er sagt. Klagen möchte der junge Mann nicht. Die Übernahme des traditionsreichen Gasthauses Hirschbachmühle ist ihm gelungen. Seit März konnte er sehr viele Gäste begrüßen - trotz der Einschränkungen. Beim ersten Lockdown lief sein Außerhaus-Verkauf ganz gut. Viele Wanderer und Radfahrer machten bei ihm Halt für eine kleine Pause.

Danach öffnete er seine Gaststube unter den Hygieneauflagen. Auch das lief gut. Die Gäste sind zufrieden. So ließt es sich in den Kommentaren im Internet. Gelobt wird das "sehr leckere Essen", das es, so die Kundenmeinung, zum fairen Preis gibt. Ein besonderes Lob gab es für die "butterweiche Haxe."

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Robert Kluge freut sich über die Komplimente, die er auch seinem Team zu verdanken hat. Von den Vorgängern übernahm er nicht nur das Gasthaus, sondern auch das Personal, die Kellnerin und den Koch. "Beide kenne ich schon seit vielen Jahren", sagt der junge Wirt, der Erfahrungen in Deutschland und Österreich gesammelt hat.

Wildbraten, Gans und Ochsenbäckchen

Anfang November musste er wie andere Gasthäuser auch noch einmal umstellen. Er schloss sein Lokal. Nun verkauft er Gerichte zum Mitnehmen auf Bestellung. Auch an den Weihnachtstagen kochte er. Geordert wurde aus der näheren Umgebung, aber auch aus Dresden. Darunter waren viele Freunde und Bekannte, denen sein Essen schmeckt und die ihn unterstützen wollen. Sie bestellten Wildbraten, Gans und Ochsenbäckchen.

Robert Kluge ist nicht der einzige Gastwirt im Glashütter Stadtgebiet, der einen Neustart wagte. Auch in zwei anderen Häusern gelang ein Neustart, im Bretthäusel und im Gasthaus am Glashütter Museumsvorplatz. Das dürfte viele überrascht haben. Denn in den letzten Jahren gab es aus dieser Branche oft weniger gute Nachrichten. Unter anderem schlossen die traditionsreiche Goldene Glas, das Bistro H4 und zuletzt die Alte Schieferei am Museumsvorplatz.

Letztere öffnete in diesem Jahr unter neuem Namen und neuer Leitung. In der Ausflugsgaststätte Bretthäusel gab es hingegen einen nahtlosen Übergang. Dass das Lokal trotzdem schloss, lag an den Umbauplänen des Besitzers Uwe Ahrendt. Bevor der neue Betreiber Dirk Hahmann loslegen konnte, wurden die Küche und die Gasträume komplett umgebaut. Im Frühjahr waren die Arbeiten beendet.

Im Frühjahr war die Sanierung der Gaststube im Bretthäusel fast abgeschlossen. Dirk Hamann sitzt auf einer neu gebauten Bank im früheren Eingangsbereich.
Im Frühjahr war die Sanierung der Gaststube im Bretthäusel fast abgeschlossen. Dirk Hamann sitzt auf einer neu gebauten Bank im früheren Eingangsbereich. © Egbert Kamprath

Im Mai konnte Hahmann öffnen. "Es ging richtig gut los." Das Lokal, dass Freitag bis Sonntag öffnete, wurde wieder von vielen Wanderern und Ausflüglern aufgesucht. Als es möglich war, wurden auch wieder viele Feste und Jubiläen gefeiert. Anfang November war dann Schluss.

Hahman stellte den Verkauf ein. "Als etwas abgelegenes Ausflugslokal lohnt es sich bisher nicht, auf Bestellung zu kochen", so Hahmann, zu dessen Team zwei Köchinnen und mehrere Pauschalkräfte gehören. Weihnachten war das anders. Es gab Nachfragen. Deshalb bot er Roulade, Wild und Gans auf Bestellung an.

Wie es im nächsten Jahr weitergehen wird, wird sich noch entscheiden. "Wir müssen uns noch was einfallen lassen." Den gegenwärtigen Lockdown nutzt der Besitzer indes für die weitere Sanierung des Gebäudes. Jetzt ist das Obergeschoss dran. Hier entstehen sechs modern ausgestattete Doppelzimmer mit separatem WC und eigener Dusche. "Ende Januar wollen wir fertig sein", sagt Uwe Ahrendt.

Mirko und Sarah Heyne eröffnen im Juli ihr Café und Restaurant SMAC's am Museumsvorplatz in Glashütte.
Mirko und Sarah Heyne eröffnen im Juli ihr Café und Restaurant SMAC's am Museumsvorplatz in Glashütte. © Andreas Weihs

Ähnliches haben Mirko und Sarah Heyne nicht vor. Sie übernahmen ein neu hergerichtetes Gasthaus, das sie am 3. Juli unter dem Namen SMAC's wiedereröffnet hatten - zunächst mit zwei Öffnungstagen, Freitag und Sonnabend. Das Geschäft war so gut angelaufen, dass die Betreiber bereits Anfang August an drei weiteren Tagen der Woche öffnen konnten. "Ab November wollten wir auch am Sonntag Gäste bewirten", sagt Mirko Heyne. Wegen des Lockdowns blieb es bisher bei einem einzigen, dem 1. November.

Der Start ist dennoch gelungen, findet Mirko Heyne. Das Erfolgsrezept fasst er so zusammen: "Wir haben ein gutes Team." Das arbeite selbstständig. Gut angenommen wird der Mix aus frischer Küche und Klassikern. Im SMAC's gibt es sowohl Schnitzel als auch Wild, geschossen von Jägern aus der Region. "Frischer und lokaler geht es nicht", sagt Heyne. So wie in der Hirschbachmühle bietet sein Team nun Essen auf Bestellung an. Wie es 2021 weitergeht, kann auch Heyne nicht sagen. Fürs SMAC's ist er aber zuversichtlich.

Auch Robert Kluge will sich seinen Optimismus nicht nehmen lassen. Er hat Silvester im Blick. Dazu bot sein Team unter anderem Käsefondue und Würzfleisch an. 2021 möchte der junge Mann weiter Essen auf Bestellung verkaufen.

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