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Hohnstein: Testzentrum vor dem Aus

Im Ratskeller von Hohnstein hat der ASB ein Testzentrum eingerichtet. Genutzt wird es aber kaum. So geht es jetzt weiter.

Im Ratskeller von Hohnstein wird getestet. Aber offenbar viel zu wenig, dass es sich rechnet.
Im Ratskeller von Hohnstein wird getestet. Aber offenbar viel zu wenig, dass es sich rechnet. © Steffen Unger

Während in anderen Testzentren im Landkreis Schlange stehen angesagt ist, kommen Hohnsteins Einwohner ohne Wartezeit ganz fix zu ihrem Schnelltest. Der Grund: Das Testzentrum wird nicht viel genutzt. Zu dem Schluss kommen die Stadtverwaltung Hohnstein und der ASB, Ortsverband Neustadt nach Auswertung der Statistik. Das Testzentrum, betrieben durch den ASB, öffnete am 18. März und hat montags und donnerstags jeweils bis Mittag geöffnet. Bislang haben 296 Hohnsteiner das Angebot genutzt. Die meisten kamen am ersten Tag nach der Öffnung. Am Eröffnungstag wurden auch gleich drei positive Tests festgestellt, insgesamt waren es seit dem 18. März vier.

Die meisten Testpersonen über 65 Jahre

Das Testpersonal hat sich einen kleinen Überblick über die Altersgruppen verschafft. 70 Prozent der Tests wurden bei Personen über 65 Jahre durchgeführt, 20 Prozent bei Berufstätigen. Und etwa 10 Prozent der Personen kamen zur weiteren Abklärung zu einem Test. Die tägliche Auslastung ist unterschiedlich.

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Mit 47 Personen kamen am 15. April die meisten Leute und mit 15 am 29. März die wenigsten. Doch auch so ein Testzentrum muss sich rechnen. Die Stadt Hohnstein kommt für die Einrichtungs- beziehungsweise für die Betriebskosten auf. Der ASB muss das Personal bezahlen. Die Kosten für Tests selbst werden vom Bund übernommen.

Entsprechend der Öffnungszeiten benötigt der ASB für eine Wirtschaftlichkeit 39 Testpersonen pro Tag, um die Kosten zu decken. Aktuell nehmen im Durchschnitt aber 29 Personen das Testangebot in Anspruch, montags im Schnitt nur 21 und donnerstags 38 Menschen.

Öffnungszeiten dem Bedarf angepasst

Um sich dem Bedarf mehr anzupassen, wurden über sieben Tage lang die Bürger befragt. Man kam damit zu dem Ergebnis, dass die Testzeit zwischen 8.30 Uhr und 9.30 Uhr am stärksten nachgefragt ist. Aus diesem Grund hat das Testzentrum nun auch immer montags und donnerstags von 7.30 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.

Die Gründe dafür, dass das Angebot kaum noch genutzt wird, sieht man in Hohnstein unter anderem darin, dass es nur wenige Berufstätige gibt, die sich testen lassen müssen. Ein weiterer Grund wäre die Bundesnotbremse, so Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Bevor diese in Kraft getreten war, gab es einen Einkauf im Geschäft mit Negativ-Test. Da es diese Möglichkeit aktuell nicht mehr gibt, gebe es auch keine Anreize mehr für Tests. Und offenbar gehen die Hohnsteiner nun auch nicht jeden Tag zum Friseur.

Ganz schließen wollte man das Zentrum noch nicht. Der ASB zieht aber generell das Fazit, dass grundsätzlich eine höhere Auslastung erforderlich ist. Andernfalls gibt es mehrere Optionen. So wäre, zu prüfen, ob montags die Öffnungszeiten zu kürzen wären oder ganz geschlossen wird. Denn die Statistik hat auch ergeben, dass montags nach dem Mittag nur ein bis zwei Testpersonen in den Ratskeller kommen. Der ASB will nun eine Schließung ab 11 Uhr für den Montag prüfen.

Generell wurde nun auch im Stadtrat zu dem Thema diskutiert. Immerhin sind Hohnstein bis jetzt Kosten in Höhe von fast 1.400 Euro entstanden. In dem Gremium kam man zu dem Ergebnis, dass das Testzentrum weitere vier Wochen beobachtet wird. Ein Vorhalten für die Ewigkeit solle es jedoch nicht geben.

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