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Hohnsteins Bürgermeister kritisiert "Kita-Irrsinn"

Daniel Brade (SPD) kritisiert mit anderen die Kita-Schließungen für eine Woche. Und er hat eine Forderung zur neuen Corona-Schutz-Verordnung.

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) fordert eine Anpassung der alten Quarantäne-Verordnung.
Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) fordert eine Anpassung der alten Quarantäne-Verordnung. © Marko Förster

Ab Montag müssen die Kindereinrichtungen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wieder schließen - nachdem der Corona-Inzidenzwert tagelang über 100 lag. Das stößt nicht nur bei Eltern auf Unverständnis, sondern etwa auch bei Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Er nennt es schlichtweg "Irrsinn". Und er begründet das auch. Denn ab dem 1. April soll eine neue Corona-Schutz-Verordnung gelten. In dieser wird die Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten nicht mehr mit einem Inzidenzwert verknüpft. Dafür wird das zweimalige Testen pro Woche eingeführt, in den Kitas nur für die Erzieher und ab der Grundschule Lehrer und Kinder. Das ist für ihn auch in Ordnung. Doch die einwöchige Schließzeit dazwischen macht ihn wütend.

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Wieder Notbetreuung. Wieder wissen die Eltern nicht, wie sie es noch machen sollen. Wieder Elternbeitragserstattung. "Wieso müssen aufgrund der alten Verordnung die Kitas und Horteinrichtungen für eine Woche schließen. Dieser Unsinn aufgrund der Verwerfung zwischen beiden Verordnungen ist nicht nachzuvollziehen", schimpft er.

Forderung: Quarantäneverordnung anpassen

Bürgermeister Daniel Brade hat aber auch noch eine ganz klare Forderung zu der neuen Corona-Schutzverordnung ab dem 1. April. Er fordert, dass damit auch die Quarantäneverordnung geändert wird. "Die häusliche Absonderung von Kita- und Schulkindern sowie von Lehrern und Erziehern, die kein positives Testergebnis haben, aber Kontaktpersonen zu positiv Getesteten waren, muss aufhören", fordert er. Die negativ Getesteten sollten am nächsten Tag wieder zur Schule und in die Kita gehen dürfen und nicht 14 Tage zu Hause bleiben müssen. Mit dem neuen Testregime sollte diese Neuregelung doch möglich sein, denkt er. Dies habe er auch in seiner Stellungnahme zur neuen Verordnung an den Freistaat gerichtet.

Die Stadt Hohnstein befindet sich seit derzeit betreuungstechnisch in einem Ausnahmezustand. Aufgrund von positiven Testergebnissen beziehungsweise Quarantäneanordnungen waren zwei Kindertagesstätten in der Stadt Hohnstein zwei Wochen geschlossen. Seit Donnerstag ist die Grundschule und der Hort für zwei Wochen geschlossen. Damit gibt es über die Osterferien auch keine Hortbetreuung.

Pirnas OB fordert Test- und Öffnungsstrategie

Auch Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke hält die neuerlichen Schließungen für fragwürdig. Er sagte dazu: „Ich kann die Sorgen und Nöte der Eltern verstehen. Dieses Durcheinander mitsamt seinem ständigen Hin und Her hinterlässt bei uns allen nur noch Kopfschütteln und spaltet derzeit eher die Gesellschaft, als dass es Verständnis hervorruft. Unsere gemeinsame Aufgabe muss es ein, die Pandemie zu bewältigen. Wir brauchen eine wirkliche Test- und Öffnungsstrategie!“

Kritik kommt auch von dem Wilsdruffer Bürgermeister Ralf Rother (CDU). "Für die Schließung von Hort und Kita habe ich, auch in Anbetracht der vorhandenen Testmöglichkeiten, kein Verständnis. Wir werden alles versuchen, in Abstimmung mit unseren Trägern und im Sinne der Kinder und Eltern, die Kinder auch in der nächsten Woche zu betreuen."

Und auch Thomas Paul (CDU), Bürgermeister von Rabenau, hätte sich wohl einen anderen Weg gewünscht. „Die Schließung ist bedauerlich, aber die Rechtslage lässt mir keine andere Wahl. Ich denke, man hätte für die vier Tage auch eine andere Lösung finden können.“ Dohnas Bürgermeister Ralf Müller (CDU) will sich über Sinn oder Unsinn nicht äußern . "Wir müssen die Kitas schließen und machen das, die Notbetreuung wird eingerichtet", sagt er. (SZ/web/hui/sab/th/mb)

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