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Sebnitzer Klinik braucht Hilfe der Bundeswehr

In den Asklepios-Kliniken ist die Lage dramatisch. Viele Mitarbeiter sind an Covid erkrankt. Die Zahl der Patienten steigt. Die Hohwald-Klinik schränkt den Betrieb ein.

In der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz werden weit über die Hälfte Covid-19-Patienten behandelt.
In der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz werden weit über die Hälfte Covid-19-Patienten behandelt. © Steffen Unger

Seit Weihnachten wird die Situation auch in den drei Asklepios-Kliniken Hohwald, Sebnitz und Radeberg immer prekärer. Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten auf den Intensiv- und Normalstationen in den Krankenhäusern im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nimmt ständig zu, sodass alle verfügbaren Betten gebraucht werden.

In persönlicher Absprache mit Gesundheitsministerin Petra Köpping habe man die Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten in der Asklepios Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz verdoppelt, sagt Patrick Hilbrenner, Asklepios-Regionalgeschäftsführer. Inzwischen wird aber auch die Personaldecke immer dünner.

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Sowohl in der Klinik Sebnitz, als auch in der Klinik Hohwald sind überdurchschnittlich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkrankt. "Von den erkrankten Kolleginnen und Kollegen ist etwa ein Drittel selber mit dem Corona-Virus infiziert, ein Drittel befindet sich in Quarantäne und ein Drittel hat andere Erkrankungen. Auch etwa 30 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegedienst sind zurzeit erkrankt", so der Regionalgeschäftsführer.

Hohwaldklinik muss Betrieb einschränken

Das Personal der Hohwald-Klinik wird jetzt in Sebnitz gebraucht.
Das Personal der Hohwald-Klinik wird jetzt in Sebnitz gebraucht. © Daniel Schäfer

Die Verdopplung der Behandlungskapazitäten seit dem 21. Dezember für Corona-Patienten in Sebnitz sei nur möglich, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums Sebnitz durch die Kolleginnen und Kollegen der Klinik Hohwald unterstützt werden. Diese Unterstützung erfolgt sowohl durch Pflegekräfte, als auch durch Ärztinnen und Ärzte und durch Medizintechnik. "Dadurch musste, in Absprache mit der Staatsministerin, die Behandlung von Patientinnen und Patienten in der Klinik Hohwald seit dem 21. Dezember eingeschränkt werden", sagt Patrick Hilbrenner.

Er weist aber auch darauf hin, dass die Sebnitzer Klinik selbst in der jetzigen Situation jederzeit in der Lage sei, auch Patientinnen und Patienten optimal zu behandeln, die andere Erkrankungen als eine Infektion mit dem Covid-19 Virus haben. Kein Patient solle sich scheuen, bei Bedarf einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.

Amtshilfe durch die Bundeswehr hat Asklepios vor Weihnachten bereits für mehrere Wochen in der Klinik Radeberg erhalten. Nun wird es auch in Sebnitz ernst. Zurzeit sind etwa 60 Prozent der zu behandelnden Patientinnen und Patienten in der Sebnitzer Klinik an dem Covid-19-Virus erkrankt. Um die personelle Situation zu entspannen, habe man beim Landratsamt in Pirna nun ebenfalls einen Antrag auf Amtshilfe durch die Bundeswehr für die Sebnitzer Klinik gestellt. Hier steht die Entscheidung über Unterstützung jedoch noch aus, sagt Regionalgeschäftsführer Patrick Hilbrenner. Diese Hilfe wäre dringend notwendig, da das noch vorhandene Personal an die Grenze der Belastung kommt.

Dazu kommt, dass sich die Situation generell in den Kliniken so schnell nicht entspannen wird. Das wurde unter anderem auch beim Besuch von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) im Zittauer Krankenhaus am Montag deutlich. "Es spricht sehr viel dafür, dass die kommenden Wochen die härtesten werden", sagte da der Ministerpräsident. In diesem Gespräch sagte er übrigens auch, dass er sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Lockerungen der gegenwärtigen harten Corona-Schutzmaßnahmen nach dem 10. Januar vorstellen, auch nicht, dass dann die Schulen wieder öffnen.

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