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Holpriger Start für digitalen Impfpass

Das elektronische System für die Apotheken war instabil. Nicht alle in der Region Döbeln können das digitale Impfzertifikat schon anbieten.

Andrea Bachmann, Inhaberin der Löwen-Apotheke Roßwein, hat am ersten Tag bereits zahlreiche digitale Impfpässe ausgestellt.
Andrea Bachmann, Inhaberin der Löwen-Apotheke Roßwein, hat am ersten Tag bereits zahlreiche digitale Impfpässe ausgestellt. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Der Start war etwas holprig. Seit Montag erhalten Geimpfte in Apotheken einen digitalen Nachweis für den Schutz gegen das Coronavirus. Das elektronische System, das die Apotheken dafür nutzen, war anfangs jedoch völlig überlastet.

„Aber ab Mittag lief es einwandfrei“, sagt Romy Pessel, Mitarbeiterin der Löwen-Apotheke Leisnig. Schlange gestanden hätten die Kunden für das digitale Zertifikat nicht. Etwa zehn Personen haben sich bis zum frühen Nachmittag den Ausdruck mit dem CR-Code abgeholt.

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„Das dauert kaum zwei Minuten“, meint Romy Pessel. Vorausgesetzt, die Kunden haben den Impfausweis oder eine separate Impfbestätigung, zum Beispiel aus einem Impfzentrum, und den Personalausweis dabei, damit beides miteinander verglichen werden kann.

Corona-Impfzertifikat mit QR-Code gibt's kostenfrei

Den QR-Code drucken die Apotheken kostenfrei aus. Er kann dann in der kostenfreien CovPass-App oder der Corona-Warn-App des Robert-Koch-Institus eingelesen werden. Sollten geimpfte Personen keine der beiden Apps nutzen wollen, können sie auch den ausgedruckten PDF-Nachweis als Covid-19-Zertifikat mit sich führen.

Auch in der Löwen-Apotheke Roßwein ist das System für den digitalen Impfpass nach dem Start immer wieder abgestürzt. Aber nach etwa einer Stunde sei es dann stabil gewesen. „Wir haben uns beizeiten auf dem Apothekenportal angemeldet, sodass die Freischaltung funktioniert hat“, sagt Andrea Bachmann, Inhaberin der Apotheke.

Mit beizeiten meint sie bereits vor mehreren Monaten. Der Grund war damals ein ganz anderer. Die Apotheke wollte auf das elektronische Rezept vorbereitet sein, das zum 1. Juni eingeführt werden sollte. Doch nun wird es zuerst in Brandenburg in einem Modellprojekt getestet und möglicherweise Ende 2021/Anfang 2022 für alle Apotheken relevant.

Durch diese Listung auf dem Apothekenportal besaß die Löwen-Apotheke bereits alle Zugangsdaten, und es war nur noch der letzte Schritt zum Freischalten nötig. Trotzdem ist Andrea Bachmann unzufrieden. „Während der Pandemie erfahren wir meistens zuerst aus der Presse, was geplant ist und müssen uns dann überlegen, wie wir das umsetzen“, erklärt sie.

Sie würde sich wünschen, dass zuerst die Fachkreise über Neuerungen oder Vorhaben informiert werden und, wenn die die nötigen Vorbereitungen getroffen haben, die Öffentlichkeit. Ansonsten gerieten die Beteiligten immer wieder unter Druck.

Das Interesse der Kunden an der digitalen Alternative des gelben Impfausweises sei bereits in der vergangenen Woche groß gewesen. „Aber wir haben die Kunden um Geduld gebeten“, so die Apothekerin. Einige hätten aber den ersten Tag genutzt, um sich den QR-Code abzuholen.

Ablauf in Hartha erst einmal getestet

Etwa 30 Personen kamen mit demselben Anliegen in die Park-Apotheke Hartha. „Wir haben die Kunden frühzeitig darüber informiert, dass wir den Ablauf erst einmal testen wollen“, sagt die Chefin Kristin Rost. Die Kunden seien sehr verständnisvoll gewesen.

Sie hätten die nötigen Daten in der Apotheke hinterlegt und für den Code eine Abholnummer erhalten. Das habe gut funktioniert. Mit dem System habe die Apotheke keine Probleme gehabt. Für solche zeigt die Apothekerin aber durchaus Verständnis. „Dass nicht alles gleich funktioniert, wenn sich 19.000 Apotheken gleichzeitig aufschalten, kann schon passieren“, meint sie.

Nur kleine Anlaufschwierigkeiten gab es in der ersten Stunde bei Dr. Jens Kolander in der Ilsen-Apotheke Hartha. Ansonsten bezeichnet er den Start als problemlos. Auch er hat die Daten der Kunden aufgenommen, die den QR-Code später abholen können. Etwa 30 Zertifikate hatte er bis zum Nachmittag ausgestellt. „Ich hatte mehr erwartet“, sagt er.

Apothekenportal zunächst überlastet

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Auch die Ahorn-Apotheke in Waldheim würde gern den digitalen Impfpass ausstellen, wird dabei aber noch ausgebremst. „Wir haben uns erst in der vergangenen Woche auf dem Apothekenportal angemeldet. Die Freischaltung für den Impfpass ist noch nicht erfolgt“, sagt Inhaber Dr. Andreas Liebau. Vonseiten der Apotheke seien aber alle Voraussetzungen geschaffen, dass es dann gleich losgehen könnte.

Einen Termin kann Andreas Liebau allerdings nicht nennen. Denn mehrere Nachfragen seien ins Leere gelaufen. Auf dem Apothekenportal werde inzwischen darum gebeten, von Anrufen abzusehen und sich mit diesem nur noch per E-Mail in Verbindung zu setzen.

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