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Werkstatt öffnet nach Brand in Dresden

Neun Monate nach dem Feuer in Heidenau hat die Hubraum-Firma ein neues Domizil gefunden. Die Suche war nicht leicht. Auch die nach der Brandursache dauert.

Von Heidenau nach Dresden - und dort wurde aus der Hubraum-Werkstatt die MSM-Hubraum.
Von Heidenau nach Dresden - und dort wurde aus der Hubraum-Werkstatt die MSM-Hubraum. © Daniel Schäfer

277 Tage liegen zwischen dem 16. April 2020 und dem 18. Januar 2021. Tage, die mit einem großen Verlust begannen und nun mit der Eröffnung am neuen Standort enden. Die Hubraum-Firma war bei dem Brand am 16. April vergangenen Jahres auf der Heidenauer Breitscheidstraße komplett vernichtet worden. Das Unternehmen ist nicht nur eine klassische Autowerksatt, sondern bietet auch Leistungen rund um Motortuning, Fahwerksbau und Oldtimerpfege an. Nach dem ersten Schock stand schnell fest: Wir bauen wieder auf. Doch das sollte sich aus mehreren Gründen schwieriger als gedacht erweisen.

Trotz Spenden bleibt großer Schaden

Eine Hürde: Ein neues Grundstück finden. Geschäftsführer Rene Alvers hatte sich mehrere Objekte angesehen. Bei Mietpreisen zwischen vier und sechs Euro pro Quadratmeter pro Monat und 1.000 notwendigen Quadratmetern war das utopisch, sagt er. Schließlich kam ihm und seinen Leuten ein Zufall zugute. Olaf Müller, ein Geschäftspartner in Dresden, wollte kürzer treten. Und so hat die Hubraum-Mannschaft am 3. Dezember mit dem Aus- und Umbau am Müller-Standort auf der Fröbelstraße begonnen. Am Freitag soll alles fertig sein, "ab 18. Januar sind wir soweit, dass wir für unsere Kunden da sind", sagt Alvers.

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So leer ist es künftig nicht mehr in der umgebauten und erweiterten Dresdner Werkstatt, die nun die Heidenauer Hubraumer übernommen haben.
So leer ist es künftig nicht mehr in der umgebauten und erweiterten Dresdner Werkstatt, die nun die Heidenauer Hubraumer übernommen haben. © Daniel Schäfer

Die Firma des Geschäftspartners ist gepachtet, das Personal übernommen, Maschinen und Einrichtung können genutzt werden. Für alle eine gute Lösung. Wenn da nicht immer noch der finanzielle Schaden auf der Firma lasten würde. Der durch den Brand entstandene Gesamtschaden beträgt Alvers zufolge 485.000 Euro. Die Versicherung hat etwas gezahlt, hinzu kommen Spenden in vierstelliger Höhe. Auf einer Viertelmillion Euro Schaden sitzt die Firma noch.

Die Motoren waren schuld

Ein Teil des Schadens haben die Motoren verursacht, die auf dem Hof der Heidenauer Werkstatt lagerten und vollständig vernichtet worden. "Wir haben dann anderswo Motoren aufgekauft und sie für unsere Kunden aufgearbeitet." Die Motoren waren schließlich auch die Verbindung zu ihrem neuen Firmensitz, den sie schon lange kannten. Denn mit Olaf Müller und seinem Betrieb MSM Motorenservice Müller arbeiteten die Heidenauer bereits zusammen. Nun haben sich die Interessen aller in einer neuen Zusammenarbeit gefunden. "Früher haben wir unsere Motoren zu ihm gebracht, nun sind wir selbst hier", sagt Alvers.

Schon eine Spur in der Brandermittlung?

Der Polizei zufolge seien die Ermittlungen sehr umfangreich und dauern weiter an. Zum Zwischenstand könne man nichts sagen. Alvers hingegen deutet konkrete Ermittlungen gegen eine Firma an. Auf der Fläche, auf der es brannte, hatte mehrere kleinere und größere Betriebe Werkstätten, Lager und Räume. Die langwierigen Ermittlungen sprechen dafür, dass die Klärung der Ursache nicht ganz einfach ist. War es Brandstiftung oder war Fahrlässigkeit die Ursache?

Alvers hat trotz der mehrfach schweren vergangenen Monate keine seiner Leute entlassen. Gerade in diesen Zeiten neu zu starten, ist eine doppelte Herausforderung. Schon jetzt ist klar, die potenziellen Kunden halten das Geld zusammen. Was am Auto nicht unbedingt gemacht werden muss, wird sein gelassen. Schönheit ist in den Hintergrund gerückt.

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Dennoch schaut Rene Alvers und sein Team schauen nach vorn. Für Kunden unter anderem aus Schweden, Italien und der Schweiz macht er schon Termine. Deren Fahrzeuge werden entweder über Speditionen gebracht oder von Mitarbeitern geholt.

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