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Illegale Party: Die Folgen für den Pächter

Nach der Feier in einer Dresdner Gartensparte hat der Vereinsvorstand darüber diskutiert, wie er reagieren soll. Jetzt ist die Entscheidung gefallen.

Hier fand eine illegale Party statt. Jetzt gab es die Konsequenzen für den Pächter des Spartenlokals in Dresden.
Hier fand eine illegale Party statt. Jetzt gab es die Konsequenzen für den Pächter des Spartenlokals in Dresden. © Archiv/Benno Löffler

Dresden. Am Dienstagabend hat Daniel Geier unterschrieben. Genau zehn Tage nach der illegalen Party im Vereinshaus der Gartensparte Frohe Stunde in Naußlitz, das er seit Herbst 2020 gepachtet hat, bekam der Dresdner die Quittung für das Treffen, das dort stattfand.

Rund 60 Personen hatten sich versammelt und gefeiert - ohne Masken und obwohl das laut den Corona-Regeln derzeit verboten ist. Geier war selbst nicht dabei, hat er unter anderem gegenüber der SZ beteuert.

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Aber er hatte den Schlüssel in der Nähe des Hauses versteckt, Dritte wussten davon und öffneten das Vereinslokal für die illegale Sause am Abend des 16. Januar.

Warum zwei Jahre ein Pächter gesucht wurde

Es handelte sich laut Geier um Freunde, die bei der Renovierung des Vereinshauses halfen. Das sagte er am Tag nach der Party auf SZ-Anfrage. Seitdem ist der 19-Jährige abgetaucht.

Eigentlich sollte das Haus am 6. November 2020 offiziell wiedereröffnet werden, nachdem der Vorstand der Kleingartensparte rund zwei Jahre nach einem Nachfolger für den verstorbenen Pächter gesucht hatte.

Das größte Problem dabei: Es gab keine Küche mehr. Geiers Vorgänger hatte die Küchenausstattung geleast. "Da diese zum Todeszeitpunkt nicht abbezahlt war, war die Küche seitens der Leasingfirma ganz schnell ausgebaut", berichtet der Vereinsvorstand.

Dass Daniel Geier den Pachtvertrag trotzdem unterschieben hat, empfand der Vorstand um die Vorsitzende Renate Fleischer deshalb als Glücksumstand. "Natürlich bekamen wir auch Kritik von unseren Mitgliedern, das Vereinshaus an so einen jungen Pächter zu verpachten", räumten die Verantwortlichen schriftlich ein.

Aber "er hatte Vorstellungen, welche uns gefielen und somit kam es zum Vertragsabschluss. Warum sollten wir der Jugend nicht eine Chance geben?"

Baumaterial, Renovierungsmüll, Kabel...
Baumaterial, Renovierungsmüll, Kabel... © privat/KGV Frohe Stunde
...Werkzeug und die alten verstaubten Tische und Stühle...
...Werkzeug und die alten verstaubten Tische und Stühle... © privat/KGV Frohe Stunde
...und Möbelteile stehen in dem Lokal der Gartensparte.
...und Möbelteile stehen in dem Lokal der Gartensparte. © privat/KGV Frohe Stunde

Was der neue Pächter vorhatte

Der 19-Jährige plante damals Renovierungsarbeiten, "er hatte bestimmte Ideen zu Gestaltung von Gaststätte und Saal", erinnert sich der Vorstand. Für den 6. November plante er die Eröffnung, auch weitere Veranstaltungstermine im November und Dezember gab es bereits, als ihm die Pandemie einen Strich durch die Rechnung machte. "Nun, durch Corona, hat er die für später geplanten Renovierungsarbeiten vorgezogen."

Dann fand die illegale Party statt, mittendrin in der Renovierungszeit. Dementsprechend habe es zu diesem Zeitpunkt auch ausgesehen in dem Gebäude, so der Vorstand.

"Wir fragen uns, was sind das nur für Jugendliche, die es überhaupt nicht interessiert, wie die Räumlichkeiten zum Feiern aussehen?" Die Fotos, die die Verantwortlichen mitgeschickt haben, zeigen: Zwar gibt es noch die alten Tische und Stühle, sie sind aber verstaubt, Möbelteile und Baumaterial stehen herum, Werkzeug liegt verstreut auf den Tischen, in blauen Mülltüten sind Reste der entfernten Einrichtung gelagert. Der Raum ist alles andere als einladend.

Wie der Vorstand reagiert hat

Trotzdem haben dort laut Polizei rund 60 Personen gefeiert. Knapp 50 davon haben die Beamten nach einem Hinweis von Anwohnern gestellt. Daniel Geier kam an diesem Abend von Arbeit und traf die Beamten vor seiner Gaststätte, berichtete der 19-Jährige der SZ.

Von der Party habe er nichts gewusst. Von dem Schlüssel, der draußen deponiert war, wussten dafür nicht nur er, sondern auch einige Freunde.

"Wir haben großes Vertrauen in Herrn Geier gesetzt und sind ihm auch finanziell wegen Corona entgegenkommen", stellt der Vorstand fest. Er habe dieses Vertrauen verletzt. Doch die Verantwortlichen der "Frohen Stunde" stehen weiter zu dem 19-Jährigen. Er bleibt Pächter des Spartenlokals, das früher den Namen des Vereins trug und jetzt "Zum Geier" heißt.

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Aber er ist dem Aus ein Stück näher gerückt. Der Vorstand hat ihn abgemahnt und der 19-Jährige hat die Abmahnung akzeptiert. Der nächste Schritt wäre die fristlose Kündigung des Pachtvertrags.

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