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Im Lockdown: Einkauf mit Plan

Viele Läden haben geschlossen, die anderen müssen die Zahl der Kunden begrenzen. Fünf Tipps, wie Sie Stress vermeiden.

Viele Lebensmittel sind lange haltbar. Die kann man schon zeitig vor dem Fest einkaufen.
Viele Lebensmittel sind lange haltbar. Die kann man schon zeitig vor dem Fest einkaufen. © dpa/Armin Weigel, Montage: SZ

Die Händler klagen, die Kunden stöhnen: Nachdem in Sachsen bereits seit Montag nur noch Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs öffnen dürfen, gilt diese Regel ab Mittwoch in ganz Deutschland. Wer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat, muss wohl oder übel auf Internethändler ausweichen. Immerhin: Lebensmittelgeschäfte und Drogerien bleiben geöffnet.

Aber auch da läuft jetzt alles etwas anders ab. In Geschäften bis 800 Quadratmetern darf sich ein Kunde pro zehn Quadratmetern aufhalten. Ist die Verkaufsfläche größer, ist für die darüber hinausgehende Fläche nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmetern erlaubt.

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Was bedeutet das in der Praxis? Discounter wie Aldi, Lidl und Penny sind in Deutschland im Schnitt maximal 1.000 Quadratmeter groß, wie der aktuelle Handelsreport Lebensmittel zeigt. Hier dürfen nun nur noch 90 statt 100 Kunden gleichzeitig ins Geschäft – 80 für die ersten 800 Quadratmeter und zehn für die übrigen 200 Quadratmeter, erklärt Stefan Hertel, Sprecher des Handelsverbandes Deutschland.

Große Supermärkte wie Kaufland sind hierzulande zwischen 2.500 und 5.000 Quadratmeter groß. Die Geschäfte führen ein Lebensmittel-Vollsortiment in Selbstbedienung und im Thekenverkauf sowie Nonfood-Artikel. Bei 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche werden jetzt nur noch 190 statt bisher 300 Kunden zur selben Zeit eingelassen. Damit die Verkäufer die Übersicht behalten, stellen sie in der Regel nur so viele Einkaufswagen oder -körbe bereit, wie Kunden hineindürfen. Mögliche Folge: Vor den Läden bilden sich Schlangen. Aber auch die kann man vermeiden. Fünf Tipps für den Einkauf ohne Stress.

  • 1. Den richtigen Zeitpunkt wählen: Auch in der Vorweihnachtszeit gibt es erfahrungsgemäß Zeitfenster, in denen die Kundenzahl geringer ist. Laut Verbraucherzentrale Sachsen ist dies etwa an Dienstagen und Donnerstagen der Fall. Ein Einkauf am frühen Nachmittag ist zudem besser als nach Feierabend. Oft gebe es auch kurz vor Ladenschluss noch etwas mehr Luft. Personen mit einem höheren Ansteckungsrisiko sollten vor allem Freitage und Samstage sowie die Abendstunden meiden. Und natürlich den Einkauf auf den letzten Drücker.

  • 2. Hamsterkäufe vermeiden: Wer mehr kauft und hortet, als er momentan benötigt, beeinträchtigt die Versorgungssicherheit und schadet der Umwelt, wie die Verbraucherzentrale betont. Einer Studie zufolge haben vier von zehn Verbrauchern Lebensmittel in den Müll geworfen, die sie während des ersten Lockdowns eingekauft hatten. In einer Umfrage für den aktuellen Handelsreport gaben 83 Prozent an, dass die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs in der ersten Coronawelle garantiert war. 69 Prozent der Befragten lobten, dass die Regale immer zügig wieder aufgefüllt wurden, obwohl bestimmte Produkte, insbesondere Nudeln und Toilettenpapier, übermäßig stark gefragt waren. „Der Handel kann am besten planen, wenn jeder Kunde nur nach seinem aktuellen Bedarf kauft“, sagt Stefan Hertel.

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  • 3. Einkaufszettel schreiben: Ein Menüplan für die Feiertage und der daraus resultierende Einkaufszettel garantieren, dass man nichts vergisst und auch nicht zu viel einkauft, was dann weggeworfen werden muss. Viele Lebensmittel sind lange haltbar. Die kann man schon zeitig vor dem Fest einkaufen.

  • 4. Lebensmittel online kaufen: Die großen Supermarktketten wie Rewe und Real bieten auch einen Online-Handel mit Lieferservice. Per App kann man durch Eingabe der Postleitzahl erfahren, ob ein Abholservice in der Region verfügbar ist. Discounter in Sachsen halten dieses Angebot allerdings nur begrenzt vor. Stefan Hertel empfiehlt, direkt beim Leiter des Geschäfts nachzufragen. Manche hätten Verträge mit karitativen Einrichtungen, die Lebensmittel zum Beispiel an Hochrisikopatienten ausliefern. Die Zahl der Menschen, die Lebensmittel online bestellen, hat nach der ersten Coronawelle zugenommen. Laut Handelsreport kaufte im November 2019 jeder Neunte online ein, im Frühjahr 2020 jeder Siebente.

  • 5. Lieferservice nutzen: Warum nicht gleich das ganze Festtagsmenü nach Hause liefern lassen? Lieferdienste für Fertigmenüs gibt es im Internet zuhauf. Doch nicht alle seien seriös, warnt Bettina Dittrich, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Sie empfiehlt, die Erfahrungen anderer Kunden in Internetforen und Bewertungsportalen zu nutzen. Dienste mit Filialen vor Ort hätten den Vorteil, dass man bei Problemen einen direkten Ansprechpartner habe. Bei unbekannten Händlern rät sie auch von einer Vorauskasse ab: „Die Zahl unseriöser Händler und entsprechender Beschwerden der Verbraucher nehmen bei uns ständig zu.“

„Hamsterkäufe sind wieder möglich“

Die neuerliche Beschränkung der Kundenzahl ist unnötig und aus gesundheitlicher Sicht sogar nachteilig, sagt Stefan Hertel im Gespräch mit der SZ. Der Sprecher des Handelsverbandes Deutschland vertritt etwa 300.000 Einzelhandelsunternehmen mit rund drei Millionen Beschäftigten in Deutschland.

Herr Hertel, was halten Sie von der Beschränkung der Kundenzahl?

Nichts. Wir hatten sehr gehofft und uns auch dafür stark gemacht, die Zehn-Quadratmeter-Regelung pro Kunde für alle Geschäfte wie im November beibehalten zu können. Unsere Hygienekonzepte sind ausgefeilt, der Einzelhandel ist kein Hotspot.

Warteschlangen sind jetzt unvermeidbar?

Ja. Und sie sind aus gesundheitlicher und auch aus psychologischer Sicht sogar nachteilig.

Inwiefern?

Damit kommt es wieder zu Menschenansammlungen, und diese stellen ein Infektionsrisiko dar. Das wollte man durch die Coronaschutzmaßnahmen eigentlich verhindern. Zudem suggerieren sie einen Mangel an bestimmten Produkten, der effektiv nicht existiert. Hamsterkäufe könnten die Folge sein. Die kritische Lage vom Frühjahr hatte sich gerade wieder etwas beruhigt. Jetzt geht das möglicherweise wieder los.

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