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Corona: Wo die Weihnachtsmärkte ausfallen - und wo nicht

Bautzen hat den Wenzelsmarkt abgesagt. Viele Orte im Landkreis ziehen nach. Doch andere halten an ihren Plänen fest, und eine Gemeinde will gleich zweimal feiern.

Der Bautzener Wenzelsmarkt - hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr - ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Auch andere Märkte im Landkreis fallen aus.
Der Bautzener Wenzelsmarkt - hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr - ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Auch andere Märkte im Landkreis fallen aus. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Kein Stollenanschnitt, keine Glühweinbuden, keine Musik: Als eine der ersten größeren sächsischen Städte hat Bautzen in diesem Jahr  den Weihnachtsmarkt abgesagt. Zwar hat die Landesregierung erst vor Kurzem bekanntgegeben, dass Weihnachtsmärkte trotz Corona grundsätzlich stattfinden dürfen – wenn sie denn ein genehmigtes Hygienekonzept vorlegen. Dennoch: Das Risiko, dass die Auflagen verschärft oder gar der Markt hätte spontan abgesagt werden müsse, wäre zu groß gewesen, hatte Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) erklärt.

Nun ist klar: Viele andere Städte und Gemeinden in der Region sagen ihre Weihnachtsmärkte in diesem Pandemie-Jahr ebenfalls ab – aber nicht alle.

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Kamenzer Advents-Spectaculum fällt aus

„Seit vielen Jahren gehört das märchenhafte Advents-Spectaculum am dritten Advents-Wochenende fest zur Kamenzer Adventszeit“, sagt Stadtsprecher Thomas Käppler. Das Konzept sei auf viel Nähe ausgelegt. Dass das Fest so wie üblich in diesem Jahr nicht möglich ist, sei deshalb schnell klar gewesen. „Eine – wie auch immer geartete – Alternative würde die Erwartungshaltung der Eintritt-zahlenden Gäste nicht erfüllen können“, erklärt Thomas Käppler. Solche Enttäuschungen wollten die Organisatoren vermeiden, sagt er. Deshalb fällt das Advents-Spectaculum in diesem Jahr aus. Die Hoffnung will er allerdings noch nicht ganz aufgeben: „Derzeit wird noch geprüft, ob man zumindest für die Händler eine alternative Standfläche im Bereich des Markt- oder Schulplatzes anbieten kann“, so Käppler. Flankierendes Unterhaltungsprogramm könne es nicht geben – weihnachtliche Dekoration hingegen schon. „Vielleicht kann so ein bisschen Weihnachtsmarktstimmung aufkommen.“

Bischofswerda hält am Weihnachtsmarkt-Plan fest

Die Stadt Bischofswerda hält eisern an ihrem Plan fest, einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Dieser soll vom 4. bis zum 6. Dezember stattfinden. Und für den Fall, dass  es Probleme gibt, arbeite die Stadt bereits an einem Plan B, teilt Stadtsprecher Sascha Hache mit. Die Stadt hat ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Das genaue Programm sei noch vage; aber es soll an allen drei Tagen eine Bescherung für Kinder geben. Ob es mit dem Stollenanschnitt klappt, ist offen.

Radeberg will sich noch nicht festlegen

Ähnlich, wie es zunächst in Bautzen geplant war, ist der Weihnachtsmarkt in Radeberg bereits umgezogen: vom Standort rund um die Kirche auf den Marktplatz. Auch, dass es keine Bühne geben wird, ist bereits sicher – und dass sich der Markt an den Vorgaben des Bautzener Gesundheitsamtes orientieren wird. Unsicher ist dabei noch immer, ob der Markt an sich wirklich stattfinden kann, teilt Radebergs Sprecher Jürgen Wähnert mit. „In diesen Tagen ist es schwer, eine Prognose abzugeben“, sagt er. „Wir haben den Weihnachtsmarkt noch nicht abgesagt – aber die Entwicklung der Infektionszahlen zeigt in eine andere Richtung.“

Hoyerswerda sucht nach Alternative

Der Teschen-Markt, wie ihn die Hoyerswerdaer kennen, wird in diesem Jahr nicht stattfinden, teilt Pressesprecher Bernd Wiemer mit. „Es soll aber eine Veranstaltungsform ermöglicht werden, die weihnachtliches Flair verbreitet“, so Wiemer. Wie das genau aussehen soll, sei noch offen. „Derzeit finden umfangreiche Abstimmungen dazu statt.“

Pulsnitz sagt zweiten Markt ab

Dass der Pfefferkuchenmarkt in Pulsnitz nicht stattfindet, ist schon länger bekannt. Nun hat die Stadt mitgeteilt: Auch das Nikolausfest muss in diesem Jahr ausfallen. Eine Alternativveranstaltung ist nicht geplant.

So handhaben es andere Städte und Gemeinden

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt der Großröhrsdorfer Bürgermeister Stefan Schneider (parteilos). Eingezäunt, beschränkte Besucherzahlen, Kontaktpersonen-Nachverfolgung – die Auflagen hätten viel Personal erfordert; eine „besinnliche Stimmung“ hätte sich nicht entfalten können, ist der Bürgermeister überzeugt. Weihnachtsbaum und Pyramide am städtischen Rathaus soll es trotzdem geben.

Auch die Stadt Weißenberg hat keine freudigen Nachrichten zu verkünden: Der Markt fällt in diesem Jahr aus.

Ein ähnliches Bild ergibt eine Umfrage unter den Gemeinden: Der St. Barbara-Adventsmarkt in Wilthen findet nicht statt, teilt Bürgermeister Michael Herfort (CDU) mit. „Das haben wir bereits im Sommer beschlossen.“ Auch Großdubrau hat seinen Weihnachtsmarkt mittlerweile abgesagt. Der eintägige Weihnachtsmarkt in Cunewalde muss ebenfalls ausfallen, sagt CDU-Bürgermeister Thomas Martolock. Aber: Die Auslosung der Cunewalder Weihnachtslotterie, die sonst beim Weihnachtsmarkt veranstaltet wird, findet wie geplant am Sonnabend, dem 28. November, statt.

Anders geht die Gemeinde Neukirch/Lausitz mit der Situation um: Wenn Corona es bis dahin noch immer zulässt, soll es dort sogar zwei Weihnachtsmärkte geben, sagt Bürgermeister Jens Zeiler (CDU). Einer soll am ersten Adventssonntag ab 14 Uhr auf dem Festplatz am Rittergut stattfinden, der andere am dritten Adventswochenende an der Töpferei Lehmann. 

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