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Corona in Dresden: Impfstoff weiter knapp

Die Impfungen in Dresden gehen voran, aber langsam. Woran das liegt, warum es keine freien Termine gibt und wer sich jetzt außerdem impfen lassen kann.

Wer einen freien Impftermin in Dresden ergattern will, braucht Geduld. Bis zum Beginn der kommenden Woche werden keine neuen Termine vergeben, denn der Impfstoff ist knapp.
Wer einen freien Impftermin in Dresden ergattern will, braucht Geduld. Bis zum Beginn der kommenden Woche werden keine neuen Termine vergeben, denn der Impfstoff ist knapp. © Symbolbild: Jens Kalaene/dpa

Dresden. Urlaub, ein Abendessen im Restaurant oder der Besuch bei der betagten Oma - auf den Corona-Impfungen ruhen die Hoffnungen vieler Dresdner, einen Schritt zurück in den gewohnten Alltag machen zu können.

Doch der Weg zum Impftermin ist mitunter lang, wie viele Dresdner der SZ immer wieder berichten. "Ich versuche seit 1,5 Wochen mehrfach am Tag über das Portal einen Impftermin für Dresden, Pirna oder Kamenz zu buchen, bin bereits registriert. Immer kommt: Leider kein Termin", schreibt ein Leser an diesem Freitag.

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Seit zwei Tagen komme er nicht mal mehr auf das Buchungsportal - die Anfrage ist einfach zu groß. "Die Frage ist also nicht, wo kann man sich impfen lassen, sondern wann gibt es überhaupt wieder neue Termine für Dresden?" Tatsächlich liegt das am raren Impfstoff - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wie viele Dresdner wurden schon geimpft?

Es geht immer noch langsam, aber stetig voran. Mit Stand Montag (15. März) wurden im Dresdner Impfzentrum sowie von den mobilen Dresdner Impfteams schon 36.172 Menschen geimpft, darunter 16.733 auch schon ein zweites Mal.

Doch nach wie vor ist der Impfstoff knapp. "Derzeit ist die Zahl der Impfwilligen in Sachsen – ebenso wie im gesamten Bundesgebiet – noch immer höher als der zur Verfügung stehende Impfstoff", sagt DRK-Sprecherin Antje Wedler. Alle dem Freistaat Sachsen gelieferten Impfdosen würden sofort den Impfzentren und den mobile Teams zur Verfügung gestellt, versichert das DRK.

Wie sieht es bei Klinik-Mitarbeitern aus?

Laut Städtischem Klinikum haben 2.106 Mitarbeiter ihre Erstimpfung erhalten. "Dies entspricht rund drei Viertel der impfbereiten Mitarbeiter des Klinikums", so Sprecherin Sabine Hunger. 1.152 dieser Mitarbeiter haben bereits ihre zweite Dosis erhalten. Das Problem ist, bestätigt auch Hunger, dass derzeit kein neuer Impfstoff zur Verfügung steht. "In der kommenden Woche setzen wir ausschließlich die Zweitimpfungen für insgesamt 604 Mitarbeiter fort."

Auch am Dresdner Universitätsklinikum fehlt der Impfstoff. "Ob und wie viele Erstimpfungen es am Uniklinikum für die Mitarbeitenden geben wird, ist aktuell noch nicht absehbar, da wir noch keine Rückmeldung zu möglichen Lieferungen haben." Davon unberührt seien die Zweitimpfungen. Hier sind für die kommende Woche Impfungen geplant, da der dafür vorgesehene Impfstoff bevorratet wurde. Rund 3.200 Mitarbeiter seien am Uniklinikum bislang geimpft wurden.

Wie gehen die Impfungen in den Seniorenheimen voran?

Ein Blick in die Dresdner Pflegeheime zeigt, dass zumindest die Infektionen rückläufig sind: Ende Januar meldete das Gesundheitsamt noch 170 Quarantäne-Anordnungen für 16 Alten- und Pflegeheime, da es dort zu Infektionen gekommen war. Anfang März waren nur noch 57 Bewohner und Mitarbeiter in neun Heimen betroffen, an diesem Freitag sind es 58 Personen in vier Heimen.

In Bezug auf die Impfungen geht es in den Dresdner Altenheimen gut voran. Im DRK-Heim "Herbstsonne" etwa sind inzwischen rund 60 Prozent der Mitarbeiter und 83 Prozent der Bewohner geimpft worden, teilt eine Sprecherin mit. Alle Bewohner und Mitarbeiter, die sich impfen lassen wollten, hätten mindestens die erste Impfung erhalten. Es gebe aktuell keine Impfwilligen mehr.

Auch in den drei Dresdner AWO-Einrichtungen sind Erst- und Zweitimpfungen erfolgt. Der Anteil der Mitarbeiter und Bewohner, die geimpft werden konnten, liegt je nach Einrichtung bei 60 bis 100 Prozent, berichtet Awo-Sprecher Andreas Szabo.

Für März ist ein weiterer Impfdurchgang angedacht, darunter im AWO Seniorenzentrum "Prof. Rainer Fetscher". Im AWO Senioren- und Pflegeheim "Albert Schweitzer" konnte bereits ein weiterer Durchgang durchgeführt werden.

Dürfen sich Lehrer und Erzieher impfen lassen?

Erzieher sowie Grundschul- und Förderlehrer dürfen sich bereits seit Anfang März impfen lassen. Wie viele das bereits genutzt haben, wird nicht ermittelt. Wie die Lage an Dresdner Schulen und Kitas derzeit aber zeigt, ist die Impfung von Pädagogen durchaus angebracht: Am Freitag meldete das Gesundheitsamt Corona-Fälle an 24 Kitas und 24 Schulen. Mehr als 1.700 Kinder, Erzieher und Lehrer stehen deshalb unter Quarantäne. Obwohl am kommenden Montag auch die Oberschüler, Gymnasiasten und Berufsschüler in die Klassenzimmer zurückkehren, ist eine Impfung der Pädagogen an diesen Schulen vorerst nicht vorgesehen.

Dabei ist die Bereitschaft durchaus groß. An den staatlichen Schulen in Dresden gibt es laut Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) aktuell 4.662 Lehrer, weitere rund 800 Lehrer arbeiten an freien Schulen. "Von den Lehrkräften der staatlichen Schulen in Dresden, die sich an der Abfrage zur Impfbereitschaft zurückgemeldet haben, sind 92,3 zur Impfung bereit", erklärt Lasub-Sprecherin Petra Nikolov. Unter den Lehrern an freien Schulen sind es rund 80 Prozent.

In den Dresdner Kitas und Horten haben rund 7.600 pädagogische Fachkräfte einen Anspruch auf eine Corona-Impfung, rund 3.800 von ihnen arbeiten in Einrichtungen freier Träger. Wie viele Erzieher schon die Chance genutzt und sich haben impfen lassen, kann die zuständige Stadtverwaltung auf Anfrage nicht sagen. "Die Corona-Impfungen dürfen arbeitgeberseitig nicht erhoben werden, da sie nicht betriebsmedizinisch veranlasst sind", heißt es aus dem Rathaus.

Es handle sich um private Schutzimpfungen, die in den DRK-Impfzentren stattfinden würden. Im Klartext: Konkrete Zahlen liegen nicht vor und dürfen auch nicht erhoben werden. Im Kita Eigenbetrieb der Landeshauptstadt nehme man aber eine hohe Impfnachfrage wahr, so die Verwaltung.

Auch die Erzieher in den drei Kitas der Johanniter wollen sich impfen lassen. Bislang sind rund 20 Prozent der Pädagogen geimpft oder haben zumindest einen Termin. "Stück für Stück werden weitere Termin angefragt", so ein Sprecher.

Wer kann sich jetzt noch impfen lassen?

In Dresden können sich seit Donnerstag nun auch alle Menschen, die der Priorisierungsgruppe 2 angehören, impfen lassen. Hintergrund ist die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission, wonach auch Menschen über 65 Jahre mit dem Impfstoff Astrazeneca geimpft werden können.

Impfen lassen dürfen sich nun unter anderem auch Dresdner, die das 70. Lebensjahr vollendet haben. Zwar werden ab sofort Impftermine vergeben, wie das Sozialministerium am Donnerstag mitteilte. Doch über eine Registrierung kommen viele Dresdner Impfwillige derzeit nicht hinaus. Auf telefonische Nachfrage gebe es die Auskunft, dass in den kommenden zwei bis drei Tagen kein Impftermin frei ist. Erst dann könne man wieder versuchen, einen Termin zu vereinbaren, berichtet ein Dresdner.

Update, 15. März 2021, 16.30 Uhr: In einer vorherigen Version dieses Beitrags hieß es, es seien bereits mehr als 48.000 Menschen in Dresden geimpft worden. Dabei wurden versehentlich Erst- und Zweitimpfungen zusammengerechnet. Tatsächlich waren bis Donnerstag, 11. März, knapp 34.000 Menschen geimpft worden, darunter gut 15.000 ein zweites Mal. Der Fehler ist korrigiert worden. Der Beitrag wurde außerdem um die aktuellen Impfzahlen vom 15. März ergänzt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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