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Impfen und Shoppen in der Centrum-Galerie

Einkaufen und Coronaschutz lassen sich für Hunderte Dresdner gut verbinden. Der Start lief trotz großer Nachfrage flüssig. Mehr mobile Impfangebote sind geplant.

Der Center-Manager der Centrum Galerie, Jürgen Wolf (m.) hat ungewöhnliche Gäste im Haus: Nico Waterstraat von den Maltesern (r.) und Marco Kulawik von den Johannitern leiten das mobile Impfen im Einkaufszentrum.
Der Center-Manager der Centrum Galerie, Jürgen Wolf (m.) hat ungewöhnliche Gäste im Haus: Nico Waterstraat von den Maltesern (r.) und Marco Kulawik von den Johannitern leiten das mobile Impfen im Einkaufszentrum. © Christian Juppe

Dresden. Warteschlangen am Eisstand. Das gehört zur Jahreszeit. Anstehen für eine Impfung irgendwie auch. Seien es die bevorstehenden Sommerferienreisen oder die Sorgen vor steigenden Infektionen im Herbst - die Dresdner nehmen die mobilen Impfangebote des Gesundheitsamtes dankbar an, ob vorm Baumarkt, am Dynamo-Stadion, im Alaunpark oder nun auch in der Centrum-Galerie.

Als die Impfbereitschaft rapide sank, gab eine neue Strategie Hoffnung: Vielleicht entschließen sich die Menschen leichter zur Corona-Schutzimpfung, wenn sie dafür nur aus ihrer Tür zu fallen brauchen oder die Spritze dort schon auf sie wartet, wohin die Wege eh führen - zum Einkaufen oder eben zum Fußballspiel.

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"Unsere mobilen Impfangebote werden sehr gut angenommen", sagt Rico Bäßler von den Maltesern. Zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz, anderen Hilfsdiensten und der Stadtverwaltung sichern sie die mobilen Impfstationen ab. Bäßler hat vor Corona Veranstaltungen organisiert. Jetzt koordiniert er die Impfstationen in ganz Dresden mit und erlebt von Anfang an einen großen Zuspruch. "Das ist zwar alles mit viel Aufwand verbunden, aber der Erfolg gibt uns recht und die Arbeit macht deshalb viel Spaß", sagt er und schaut zufrieden auf die Reihe Wartender, die sich bis zum Piks in Geduld üben.

Zweiter Arzt hinzugerufen

Während sie im Erdgeschoss der Mall anstehen, teilen Helfer Aufklärungsbögen an sie aus. So können sie die Zeit nutzen, um sich zu informieren und das Formular zu unterschreiben. Sieben Mitarbeiter sind damit beschäftigt, die Ankommenden zu begrüßen, einzuweisen und ihre Krankenkassenkarten einzulesen. Dann geht es in die nicht einsehbare Impfkabine. Zunächst war am Mittwoch bei Start der Aktion ein Arzt mit medizinischer Fachangestellten und einer Apothekerin im Einsatz. Später holten die Organisatoren einen weiteren Arzt dazu, was die Warteschlange sofort reduzierte.

Vorerst 200 Impfdosen der Hersteller Johnson & Johnson sowie Biontech hatte Rico Bäßler für den Impfstart in der Centrum-Galerie geordert. "Wenn das nicht reicht, liefert uns das Impfzentrum Dresden jederzeit weitere Impfdosen." Schon mittags war abzusehen, dass das wohl nötig werden würde.

Überwiegend jüngeres Publikum fand sich am Impfstand ein. Doch auch einige Ältere nutzten die Gelegenheit. "Ich hatte zwei große Operationen, da kam für mich eine Impfung anfangs nicht infrage", erzählt eine Seniorin. Jetzt aber fühle sie sich wieder fit und bereit und freue sich über die unkomplizierte Möglichkeit.

Reisen motiviert zum Impfen

Ein junger Mann in der Schlange ist gekommen, um sich seine Zweitimpfung abzuholen. "Eigentlich hätte ich am Freitag den Termin zur zweiten Impfung gehabt, doch ich reise am Wochenende nach Österreich und will nicht mit Unwohlsein so lange Auto fahren." Um eine mögliche Impfreaktion noch auskurieren zu können, ist es ihm lieber, schon am Mittwoch geimpft zu werden. Ein paar Wartende weiter vorn erklärt ein junges Mädchen: "Ich hatte bisher noch keine Zeit, mich um eine Impfung zu kümmern und will nun in den Urlaub fahren."

Die Unbequemlichkeit des Reisens unter Corona-Bestimmungen bewegt etliche Dresdner, sich nun doch um eine Impfung zu kümmern. Immer wieder hören Nico Waterstraat von den Maltesern und Marco Kulawik von den Johannitern heraus, dass die Bequemlichkeit eine große Triebfeder ist. "Wir waren letztens in Johannstadt, da kamen vor allem ältere Menschen zum Impfen und sagten uns, dass es für sie viel leichter sei, zur Impfstation im eigenen Viertel zu kommen, statt zum Impfzentrum in der Messe Dresden zu fahren."

Kurze Wege verfangen extrem. Diesen Eindruck gewinnt auch Jürgen Wolf, Manager der Centrum-Galerie. Auch er kam am Mittwoch zur Impfstation in seinem Haus und freute sich über die große Resonanz. "Der Leiter des Gesundheitsamtes hat uns angesprochen, ob wir Platz für ein mobiles Impfteam bereitstellen könnten", erzählt er. Dieses Herangehen findet er großartig und war sofort bereit. Ein Raum für die Impfkabine war auf einer gerade leer stehenden Ladenfläche rasch gefunden.

Impfen vorm Dynamo-Spiel

"Wir hätten uns gefreut, wenn man uns schon viel früher hätte bitten dürfen, solche Impf-Aktionen zu unterstützen", sagt er. Andere Länder hatten es schon früh vorgemacht und in Geschäften, Bars, Kinos, Bahnhöfen und sogar Kirchen geimpft. "Einen neuen Lockdown können wir absolut nicht gebrauchen", so Jürgen Wolf. Deshalb sei es eine Selbstverständlichkeit, dass er diese unkomplizierten Impfangebote mit voranbringt.

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Wer geimpft und mit frischem Eintrag im Impfausweis aus der Kabine tritt, den erwartet noch bis zum Sonnabend jeweils 10 bis 17 Uhr das Glücksrad. Als kleines Dankeschön für den Impf-Besuch haben der Centrum-Galerie-Chef und sein Team bei vielen Geschäften des Einkaufszentrums Preise gesammelt. "Jede Zahl gewinnt", sagt Jürgen Wolf. "Wir wollen damit einfach gute Laune verbreiten."

Impfung in der Centrum-Galerie: Mittwoch bis Sonnabend, jeweils 10 bis 17 Uhr, Erdgeschoss, links. Nächstes Impfangebot: Samstag, 14. August, 16 bis 20 Uhr, Hygienemuseum, Lingnerplatz 1. Verfügbare Impfstoffe: Johnson & Johnson, Biontech.

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