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Sachsen

Impfgipfel wirbt für Corona-Impfungen

Regierung und Institutionen senden einen dringenden Appell an die Sachsen. Die Zahl der Geimpften sei noch zu gering, um die Pandemie zu beenden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (r) trat nach dem Impfgipfel mit allen Teilnehmern vor die Presse.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (r) trat nach dem Impfgipfel mit allen Teilnehmern vor die Presse. © Screenshot/FB/Saechsische.de

Dresden. Angesichts der geringen Corona-Impfquote und mangelnden Bereitschaft zur Immunisierung in Sachsen haben Regierung und Verbände erneut an die Bevölkerung appelliert. "Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Verständnis, wir brauchen Solidarität und Nächstenliebe", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einem Impfgipfel der Regierung in Dresden. Die Zahl der gegen Covid-19 Geimpften sei noch zu gering, um die Pandemie endgültig zu beenden. Lasten wie in den vergangenen Monaten blieben dem Land in der vierten Welle nur dann erspart, wenn sich das ändere.

"Impfen schützt uns nicht nur selbst, sondern leistet einen Beitrag, dass die Gesellschaft insgesamt geschützt ist, vor allem Kinder und Jugendliche, Menschen mit Vorerkrankungen", mahnte Kretschmer. Vor allem die noch Unentschlossenen sollten angesprochen und Bewusstsein für die Immunisierung erzeugt werden, sich einzureihen. Einen Zwang wird es jedoch nicht geben, bekräftigte er. "Wir leben in einem demokratischen Rechtsstaat."

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Klaus Heckemann, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), sieht, wie Vertreter der Wirtschaft, die nachlassende Impfbereitschaft mit Sorge. Es gehe nicht mehr um die Ablehnung eines Impfstoffes oder um den Wunsch nach einem bestimmten Präparat, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts niedriger Infektionszahlen seien viele Menschen sorglos. Auf die Impfung zu verzichten, sei ein "persönliches, individuelles Risiko", das sich eigentlich vermeiden lasse. Derzeit sei die Gefahr gering. "Aber das wird sich ändern, es wird ein Winter kommen mit deutlich mehr Neuinfektionen."

Auch mit Blick auf den Herbst beriet das Kabinett mit gut 20 Vertretern aus dem medizinischen, Gesundheits- und Sozialbereich sowie Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Sport. Im Ergebnis sind Verbände und Unternehmen gefordert, ihre Mitglieder, Mitarbeiter und Beschäftigte an das Thema Impfen zu erinnern.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat der Freistaat die geringste Impfquote aller Bundesländer. Laut der Übersicht (Stand 19. Juli) haben 50,9 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten und 43,2 Prozent sind vollständig immunisiert. Das liegt auch unter dem Bundesdurchschnitt von 60 und 46,7 Prozent.

Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, mahnte, die Impfung als Chance statt als Problem zu sehen. Deren hohe Wirksamkeit zeige sich in den geringen Infektionszahlen. "Von 140.000 Geimpften kann einer an Covid sterben, in der gleichen Zeit sterben knapp 550 Ungeimpfte." Das könne nur gehalten werden, "wenn wir jetzt kontinuierlich weiterimpfen". Der bestehende Zeitverzug von 60 bis 70 Tagen gegenüber dem Geschehen in Großbritannien müsse genutzt werden, um das Impfen in Richtung einer Herdenimmunität voranzutreiben.

"Ein neuer Lockdown wäre eine Katastrophe, die es zu verhindern gilt", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden, Andreas Sperl. Unternehmen sollten die Belegschaft motivieren, sich impfen zu lassen und auch die Möglichkeiten dafür schaffen. Der Landesschülerrats sieht das aktuelle Impfprivileg der Erwachsenen als Verpflichtung, Kinder und Jugendliche zu schützen.

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