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Corona: Impf-Stau in Sachsen wird immer größer

Sachsens Vorrat an Impfstoff wächst, das Land sitzt bald auf 100.000 ungenutzten Dosen. Wie die Immunisierung beschleunigt werden soll.

In der Phase niedriger Liefermengen war es richtig, sich zunächst auf Ältere und Krankenhauspersonal zu konzentrieren.
In der Phase niedriger Liefermengen war es richtig, sich zunächst auf Ältere und Krankenhauspersonal zu konzentrieren. © dpa

Dresden. Nach einem schleppenden Start soll das Impfen gegen das Coronavirus in Sachsen Fahrt aufnehmen. 5,4 Prozent der Bevölkerung in Sachsen haben inzwischen eine Erstimpfung erhalten. Damit steht laut einer Liste des Robert-Koch-Instituts der Freistaat inzwischen besser da als der Durchschnitt der Bundesländer.

Nachdem anfangs der Mangel an Impfstoff das größte Hemmnis war, behindern nun fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten sowie die starre Prioritätenliste der Bundesregierung größere Fortschritte bei den Impfungen. Unter anderem sind in Sachsen zurzeit weit über 100.000 Impfdosen von Astrazeneca vorhanden beziehungsweise werden demnächst geliefert, für die bislang nicht genügend Impftermine und Impfwillige zur Verfügung standen.

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Das soll sich laut dem Deutschen Roten Kreuz künftig ändern. Nach der Erweiterung der Prioritätenliste seien jetzt 74.000 neue Termine zur Verimpfung von Astrazeneca-Dosen in das Buchungsportal gestellt worden, teilte das DRK mit. Eine ähnliche Größenordnung freier Termine gibt es im März für den zweiten Impfstoff von Biontech. Zuletzt waren im Freistaat täglich nur wenige Hundert Impfungen mit Astrazeneca erfolgt. Diese Quote soll nun deutlich gesteigert werden.

Mitarbeit von 40 Hausarztpraxen

Das Kabinett muss sich demnächst erneut mit dem Impfkonzept von Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) befassen. Eine Entscheidung an diesem Mittwoch ist kurzfristig verschoben worden. Die Ministerrunde muss laut einer Vorlage Köppings weitere 118 Millionen Euro freigeben. Wegen der höheren Liefermengen muss wesentlich mehr Geld für Ärzte und Infrastruktur ausgegeben werden. Weitere finanzielle Anpassungen werden langfristig nicht ausgeschlossen.

Eine Einbeziehung der Krankenhäuser bei der Impfung lehnt das Gesundheitsministerium ab. Große Hoffnung setzen Kommunalpolitiker und Gesundheitsministerium dagegen auf die Mitarbeit von 40 Hausarztpraxen. Das Modellprojekt soll im März starten. Für Unsicherheit und Nachfragen sorgt offenbar die Impf-Verordnung, die nun auch schwer vorerkrankten Menschen und deren Kontaktpersonen Priorität einräumt. Bei der Hotline gehen täglich viele Tausende Anrufe Betroffener ein, die wissen wollen, ob sie in diese Kategorie fallen.

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