merken
PLUS Dresden

Mehr Dresdner sollen Impftaxis nutzen können

Für viele Senioren ist der Weg in die Messe beschwerlich. Deshalb zahlt die Stadt einen Teil der Fahrtkosten. Wer das Angebot in Anspruch nehmen kann und wie.

Ins Dresdner Impfzentrum werden Senioren für 10 Euro chauffiert. Bisher gilt das Angebot nur für die über 80-Jährigen. Oberbürgermeister Hilbert will das Angebot aber ausweiten.
Ins Dresdner Impfzentrum werden Senioren für 10 Euro chauffiert. Bisher gilt das Angebot nur für die über 80-Jährigen. Oberbürgermeister Hilbert will das Angebot aber ausweiten. © Robert Michael/dpa

Dresden. Die Impfung, da sind sich wohl fast alle einig, ist der einzige Weg raus aus der Pandemie. Auch die meisten Dresdner hoffen, dass sie bald dran sind. Doch selbst mit Termin: Das Impfzentrum in der Messe ist nicht für alle gut zu erreichen. Anfang März hat die Stadtverwaltung deshalb Impftaxis für Menschen ab 80 eingeführt. Nun soll das Angebot auf eine weitere Altersgruppe ausgedehnt werden. Aber werden die Taxis überhaupt genutzt?

Wann wird wieder geimpft und wer ist jetzt an der Reihe?

Schon an diesem Sonnabend wurde der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca wieder in der Dresdner Messe geimpft. Damit sollte die Impfaktion wieder an Fahrt aufnehmen. Bisher sind in der Messe sowie von den mobilen Dresdner Impfteams mehr als 36.000 Menschen ein erstes Mal und über 17.500 Menschen auch schon ein zweites Mal geimpft worden. An der Reihe sind aktuell alle Angehörigen der ersten und zweiten Priorisierungsgruppe, vom Alter her also alle Menschen ab 70 Jahren.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Für wen sollen die Impftaxis fahren?

Nicht mehr nur für die über 80-jährigen Impfwilligen, sondern auch für alle Dresdner, die schon ihren 70. Geburtstag gefeiert haben. Davon leben in Dresden reichlich 50.000. Voraussetzung Nummer eins: Die Senioren haben in ihrem privaten Umfeld niemanden, der sie fährt. Voraussetzung Nummer zwei: Der Weg mit Bus und Bahn wäre für viele von ihnen unzumutbar oder zu beschwerlich.

Wie oft sind die Impftaxis bislang gebucht worden?

Angeboten werden die Impftaxis von der Taxigenossenschaft und dem Unternehmen 8x8, das - wie die Sächsische Zeitung - zur DDV Mediengruppe gehört. Beide haben bisher schon 1.106 Impf-Fahrten durchgeführt, so die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage. Und für die kommende Woche sind bereits 320 gebucht worden.

Der Impfstopp in dieser Woche hat auch die Impftaxis getroffen. 152 Fahrten sind storniert worden. "An dieser Stelle will ich mich ausdrücklich bei unseren Vertragspartnern, der Dresdner Taxigenossenschaft sowie 8x8, bedanken. Beide haben flexibel auf den Stopp der Impfungen mit Astrazeneca und dem Wegfall von Erstimpfungen reagiert", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert. So seien alle Dresdner über 80 Jahre kontaktiert worden, die eine Fahrt ins Impfzentrum gebucht hatten. Gemeinsam habe man dann geklärt, ob der Termin bestehen bleibt oder entfällt.

Wie viel müssen die Dresdner zuzahlen?

Die Fahrgäste zahlen einen Eigenanteil in Höhe von zehn Euro pro Strecke. Somit fallen für die Erst- und Zweitimpfung maximal 40 Euro an - ganz gleich, in welcher Ecke der Stadt man lebt. Die Stadt zahlt den verbleibenden Anteil der Gesamtfahrtkosten. Der Stadtrat hat dafür bereits 500.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld reicht auch für die 70- bis 79-Jährigen, so Hilbert. Denn bisher sei das Budget nicht ausgeschöpft worden. Theoretisch seien 775 Fahrten pro Tag möglich. Tatsächlich sind es im Schnitt aber nur 75. Das Geld kommt übrigens aus nicht verwendeten Mitteln für den ausgefallenen Striezelmarkt.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Trotz deutlich niedriger Kosten für eine Taxifahrt: Selbst die Zuzahlung von zehn Euro können oder wollen sich viele Senioren nicht leisten, berichtet Jan Kepper, Chef der Dresdner Taxigenossenschaft. Er freue sich zwar, die Fahrten mit anbieten zu können. "Wir hören allerdings immer wieder von den Senioren, dass die zehn Euro pro Strecke die finanziellen Möglichkeiten übersteigen." Seiner Erfahrung nach nutzten nur fünf Prozent der berechtigten Senioren das Angebot. Die anderen würden eher Bus und Bahn fahren. Das habe er auch in Gesprächen mit der Stadt betont, so Kepper weiter.

Wieso zahlen die Krankenkassen nicht für die Fahrten?

Es gibt bundesweit keine einheitliche Regelung zur Übernahme von Fahrtkosten oder zur Bereitstellung von Fahrdiensten zum Impfzentrum. All jene, die nicht vom mobilen Impfteam besucht werden, also in Alten- und Pflegeheimen leben, müssten sich eigenverantwortlich um die Fahrt ins Impfzentrum bemühen, heißt es von der AOK Plus. "Die Rechnung für Taxi, Mietwagen, Bus oder Bahn übernehmen sie in der Regel selbst."

Anspruch auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen haben in der Regel nur Menschen mit einem höheren Pflegegrad sowie Schwerbehinderte, wenn etwa eine außergewöhnliche Gehbehinderung oder Blindheit vorliegt. In diesen Fällen müssen für Taxifahrten zum Impfzentrum fünf Euro pro Strecke zugezahlt werden.

Wie nutze ich das Angebot?

Alle über 80-Jährigen können das Angebot bereits nutzen. Voraussetzung ist, dass sie schon einen Termin im Impfzentrum haben. Mit der Terminbestätigung wird anschließend telefonisch das Taxi gebucht. Entweder über 0351 211 211 (Taxigenossenschaft Dresden) oder den Dresdner Chauffeur Service 0351 8888 8888. Der Eigenanteil ist im Fahrzeug in bar zu zahlen. Alle Informationen zu weiteren Fragen, wie der Mitfahrt des Ehepartners, finden Sie auf der Homepage der Landeshauptstadt Dresden.

Ob und wann die 70- bis 79-Jährigen das Angebot in Anspruch nehmen dürfen, muss noch der Stadtrat entscheiden. Dieser tagt wieder am kommenden Donnerstag.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden