merken
PLUS Döbeln

Mittelsachsen: Impfzentrum startet am 11. Januar

Geimpft werden aber nur bestimmte Personengruppen. Am Montag ging bereits das mobile Impfteam an den Start. Fragen und Antworten im Überblick.

Bis Ende der Woche will die Stadt Mittweida Hinweisschilder zum Impfzentrum am Simmel-Center anbringen. In Dasing in Bayern stehen die Schilder schon.
Bis Ende der Woche will die Stadt Mittweida Hinweisschilder zum Impfzentrum am Simmel-Center anbringen. In Dasing in Bayern stehen die Schilder schon. © Symbolbild: dpa

Mittelsachsen. Am 11. Januar wird das Impfzentrum am Simmel-Center in Mittweida in Betrieb gehen. Eine entsprechende Aussage bestätigte jetzt Kai Kranich, Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen.

Impftermine werden jedoch noch nicht vergeben, so Kranich weiter. Denn wer sich in der Einrichtung in Mittweida impfen lassen kann, das ist zunächst genau festgelegt, und zwar in der Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums.

Anzeige
Sachsen krempelt die #ärmelhoch
Sachsen krempelt die #ärmelhoch

Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Wer kann sich alles im Impfzentrum in Mittweida impfen lassen?

„Voranging erhalten Menschen über 80 Jahre und Personal in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern die Impfung“, informiert Kai Kranich. „Wir werden rechtzeitig und breit informieren, wenn individuelle Impftermine möglich sind“, ergänzt Juliane Morgenroth, Sprecherin des Sächsischen Sozialministeriums.

Zunächst werde nach dem Start der Zentren mit Gruppenterminen unter anderem für die Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste sowie des Rettungsdienstes gearbeitet.

Das Impfzentrum des Landkreises befindet sich in der oberen Etage des Simmel-Centers an der Schillerstraße in Mittweida.
Das Impfzentrum des Landkreises befindet sich in der oberen Etage des Simmel-Centers an der Schillerstraße in Mittweida. © Dietmar Thomas

Wie viele Impfungen sind pro Tag im Impfzentrum möglich?

Bis zu 1.000 Impfungen pro Tag sollen einmal bei voller Auslastung in Mittweida möglich sein. „Das hängt aber von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab.

Am Anfang gehen wir von circa 220 Impfdosen am Tag aus, die im Landkreis zur Verfügung stehen“, erklärte Kai Kranich. Genügend Personal zum Betrieb des Impfzentrums stehe seitens der DRK zur Verfügung.

Ist die Stadt Mittweida auf den zusätzlichen Verkehr vorbereitet?

Ja. In den vergangenen Tagen ist ein Beschilderungskonzept erarbeitet worden. An 18 Standorten in allen Richtungen werden bis Ende der Woche Hinweisschilder aufgestellt, heißt es aus der Stadtverwaltung. Direkt am Standort soll es zunächst kaum Veränderungen geben.

Die Stadtverwaltung werde mit einem Messgerät den Verkehr am Impfzentrum beobachten. Schon jetzt vor dem Betrieb werde die Anzahl der Fahrzeuge vor Ort ermittelt. Sollte der Andrang zu groß werden, könne die Stadtverwaltung zeitnah reagieren. Durch das Messgerät gebe es eine genaue Datenbasis, auf deren Grundlage entschieden werden könnte, so Oberbürgermeister Ralph Schreiber (CDU).

„Wir schätzen jetzt die Parkkapazität als ausreichend ein. Durch den Lockdown ist die Situation in diesem Stadtteil zurzeit nicht überdurchschnittlich angespannt.“

Zur kostenlosen Schnelltest-Aktion des Landkreises am 23. Dezember hatten die Parkmöglichkeiten an dem Center ausgereicht. 280 Stellflächen stehen dort zur Verfügung.
Zur kostenlosen Schnelltest-Aktion des Landkreises am 23. Dezember hatten die Parkmöglichkeiten an dem Center ausgereicht. 280 Stellflächen stehen dort zur Verfügung. © Maria Fricke

Welche Impfungen führt das mobile Impfteam durch?

Bereits im Einsatz befindet sich das mobile Impfteam in Mittelsachsen. Nach Angaben von Kai Kranich vom DRK gehörten zwei bis drei Mitarbeiter einer Hilfsorganisation sowie medizinisches Personal zu dem Team. Die mobilen Impfteams kommen zunächst bevorzugt in den Pflegeeinrichtungen zum Einsatz. Dort würden, wenn die Einwilligung vorliegt, Mitarbeiter und Bewohner geimpft, informiert Kai Kranich.

Am Montag seien die Einsatzkräfte in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung gewesen. Wo genau, dazu machte der Sprecher des Landesverbandes keine Angaben.

„Wir orientieren uns bei der Reihenfolge der Heime an den Inzidenzen, dem Vorbereitungs-Status im Heim, der Impfstoff-Verfügbarkeit sowie der Anzahl der Impfwilligen“, hieß es zur Priorisierung vonseiten des Sächsischen Sozialministeriums.

Wie viele Impfungen kann das mobile Team pro Tag verabreichen?

Wie viele Impfdosen dem mobilen Team zur Verfügung stehen, dazu konnte der DRK-Sprecher keine genauen Angaben machen. In jedem Fall würde die Menge genügen, um alle für den entsprechenden Tag angemeldeten Impfwilligen auch impfen zu können.

Bis zu 150 Impfungen kann ein Impfteam pro Tag verabreichen. Durchgeführt werden jedoch nur so viele Impfungen, wie für den Tag auch angemeldet worden sind. Durchgeführt werden die Impfungen selbst immer von dem medizinischen Personal, betont Kai Kranich.

Impft das Team auch jene, die ihre Häuslichkeit nicht verlassen können?

Noch gedulden müssen sich diejenigen, die nicht mobil sind. „Der Impfstoff ist für Hausbesuche nicht geeignet“, begründet Kranich. Personen, die ihre Häuslichkeit nicht verlassen können, müssten sich noch so lange gedulden, bis ein Impfstoff entwickelt wurde, der unkompliziert gelagert und transportiert werden kann.

Gibt es vor der Impfung einen Test auf das Coronavirus?

Einen Corona-Schnelltest in Verbindung mit den Impfungen gibt es nicht.

Das sei nicht vorgesehen, äußerte sich Kranich.

Wie laufen die Impfungen in den Krankenhäusern ab?

Bereits begonnen haben die Impfungen von Mitarbeitern der Leisniger Helios-Klinik. Am Mittwoch fällt der Startschuss für die Impfungen in den Krankenhäusern in Mittweida und Freiberg. Am Kreiskrankenhaus in der Bergstadt wurde ein Impfteam gebildet, das diese Aufgabe übernehmen wird, informierte Dr. Ulrike Träger, Sprecherin der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen GmbH.

„Der aus Chemnitz abgeforderte Impfstoff muss binnen fünf Tagen verimpft werden und ist nach dem Aufziehen in die Spritze noch sechs Stunden haltbar.“ Portioniert werde der Impfstoff von den Mitarbeitern der hauseigenen Apotheke.

„Die erste Priorität liegt auf Mitarbeitern mit nahem Patientenkontakt. Darunter fallen zum Beispiel Pflegekräfte, Ärzte, Reinigungspersonal und Therapeuten aus den Bereichen der Isolierstationen, der ITS und der Notfallaufnahme“, sagt Dr. Ulrike Träger.

Weiterführende Artikel

Die Corona-Lage in der Region Döbeln

Die Corona-Lage in der Region Döbeln

Am Mittwoch gibt es wieder über 160 neue Fälle. 19 weitere Personen sind im Zuge der Pandemie verstorben. In Mittweida bietet der Studentenrat Schnelltests an.

Corona: Impfstart in Mittelsachsens Kliniken

Corona: Impfstart in Mittelsachsens Kliniken

In den Krankenhäusern Freiberg und Mittweida wurden heute die ersten Mitarbeiter geimpft. Weitere sollen bald folgen.

Über 900 Mittelsachsen getestet

Über 900 Mittelsachsen getestet

Bis zu 90 Minuten mussten manche warten, bis sie ein Ergebnis hatten. Einige mussten anschließend in Quarantäne.

Impfzentrum in Mittweida ist vorbereitet

Impfzentrum in Mittweida ist vorbereitet

Über 40 Ehrenamtliche haben beim Aufbau mitgeholfen. In Betrieb gehen kann das Zentrum aber noch nicht.

Die Impfung sei freiwillig. Jeder Impfling müsse sich zweimal im Abstand von zwei bis drei Wochen impfen lassen, um einen entsprechenden Schutz aufzubauen. Ab dem kommenden Montag wird auch das Personal im Klinikum Döbeln geimpft. Dort läuft derzeit noch die Erfassung der Impfbereitschaft der Mitarbeiter.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln