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Impfzentrum Riesa geht der Impfstoff aus

Am Dienstag wurden Dutzende Menschen wieder weggeschickt, obwohl sie einen Termin hatten. Schuld war ein "kalkulatorisches Problem".

Die Sachsenarena in Riesa ist derzeit eins von 13 Impfzentren in Sachsen - und für den ganzen Landkreis Meißen zuständig.
Die Sachsenarena in Riesa ist derzeit eins von 13 Impfzentren in Sachsen - und für den ganzen Landkreis Meißen zuständig. © Eric Weser

Riesa. Einen Termin in einem der 13 sächsischen Impfzentren zu bekommen, ist derzeit fast aussichtslos. Zu knapp ist der verfügbare Corona-Impfstoff. Und deshalb vergibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auch nur so viele Termine, wie Impfdosen verfügbar sind.

Der Meißner Uwe M. (Name geändert) gehörte zu den Glücklichen, die einen ergattern konnten: Dienstagvormittag in der Sachsenarena. "Ich hatte es schon am 11. Januar, als um 14 Uhr die Homepage freigeschaltet wurde, den halben Tag probiert", sagt der Altenpfleger. Nachdem das Portal von Freistaat und DRK am Tag seiner Freischaltung stundenlang blockiert war, war M. abends beim vierten Versuch die Anmeldung gelungen. Tatsächlich bekam er nicht nur für sich als Altenpfleger einen Termin in der Riesaer Sachsenarena, sondern mit einer separaten Anmeldung auch einen für seine 91-jährige Mutter.

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Mit der machte er sich am Montag zum ersten Mal auf ins 30 Kilometer entfernte Riesa. Dort erhielt die Mutter die versprochene Spritze. M. fragte, ob er auch gleich seine Dosis mit bekommen könnte, da er am Folgetag ohnehin einen Termin hätte. "Das ging aber nicht", sagt der Meißner. So fuhren beide zurück nach Meißen.

Am Dienstag nun machte sich der Altenpfleger erneut nach Riesa auf, um seine eigene Dosis abzuholen. Dieses Mal aber kam er nur bis auf den Parkplatz vor der Sachsenarena. "Wie andere Autofahrer auch wurde ich aufgefordert, gleich wieder wegzufahren", sagt M. Der Impfstoff sei alle, man möge sich einen neuen Termin holen. Lediglich seinen Namen sollte er nennen, damit der auf einer Liste durchgestrichen werden konnte.

Das Impfzentrum für den Landkreis Meißen ist die Sachsenarena in Riesa. Aus Sicherheitsgründen steht dort immer ein Polizeiauto vor der Tür, wenn Impfungen stattfinden.
Das Impfzentrum für den Landkreis Meißen ist die Sachsenarena in Riesa. Aus Sicherheitsgründen steht dort immer ein Polizeiauto vor der Tür, wenn Impfungen stattfinden. © Klaus-Dieter Brühl

Frustriert machte sich M. ohne Impfung wieder auf den Heimweg. "Wie kann das sein? Es hieß doch, es gibt nur so viele Termine, wie auch Impfstoff da ist?", fragt sich M. Das stimmt, bestätigt man beim DRK. Im Impfzentrum Sachsenarena sei am Dienstag eine sehr bedauerliche Panne aufgetreten. Man habe insgesamt 36 Termine nicht durchführen können. "Ein Kalkulationsfehler hat dazu geführt, dass nicht ausreichend Impfdosen zur Verfügung standen", sagt Sachsens DRK-Sprecher Kai Kranich.

Statt am Morgen sei erst am Nachmittag eine neue Lieferung in Riesa eingetroffen. Bis dahin machte sich der DRK-Mann selbst auf den Weg von Dresden an die Arena, um sich bei den Betroffenen zu entschuldigen. Die erhielten tagsüber Anrufe, in den ihnen noch am Dienstag ein neuer Termin angeboten wurde. Man entschuldige sich auch für die entstandenen Unannehmlichkeiten, heißt es vom DRK. Die zusätzlichen Reisekosten für die Betroffenen würden vom Roten Kreuzes übernommen. Auch der Meißner M. bekam am Nachmittag bei einem nochmaligen Besuch in Riesa die versprochene Spritze und eine kleine Aufmerksamkeit vom DRK. "Die Hauptsache ist, dass ich jetzt die Impfung habe", sagt der Altenpfleger.

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Und wie geht es nun weiter? Laut DRK könnten alle bisher vereinbarten Termine zur Erstimpfung in den 13 sächsischen Impfzentren stattfinden. "Dies gilt auch für die Termine zur Zweitimpfung und natürlich bei den Terminen in den Pflegeeinrichtungen", sagt Sprecher Kai Kranich. Aber wann gibt es Impfungen für diejenigen, die noch gar keinen Termin haben? Das hänge daran, wie groß die nächsten Impfstoff-Lieferungen an den Freistaat ausfallen. Priorität bei der Belieferung hätten aber zunächst die Pflegeeinrichtungen; erst danach die Impfzentren. Nach SZ-Informationen dürfte es dort weiter knapp bleiben.

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