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Infektionsgeschehen im Kreis Görlitz geht leicht zurück

Es wird nur ganz langsam besser. Als Grund nennen die Gesundheitspolitiker die Grenznähe. Doch Sachsens Regierungschef bleibt zuversichtlich.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer bleibt auch für den Kreis Görlitz zuversichtlich.
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer bleibt auch für den Kreis Görlitz zuversichtlich. © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

Hoffnungen auf möglichst schnelle Lockerungen im Kreis Görlitz haben sich in dieser Woche zerschlagen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Ende dieser Woche nur wenig unter der der Vorwoche.

Das entscheidende Robert-Koch-Institut vermeldete am Freitagmorgen einen Inzidenzwert von 192, am Freitag vergangener Woche lag er bei 215. Schulöffnungen sind erst möglich, wenn der Wert fünf Tage lang unter 165 liegt. Für Click & Meet-Angebote im Handel müsste der Wert fünf Tage lang sogar unter 150 liegen.

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Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte am Donnerstag im Gespräch mit Hausärzten im Kreis Görlitz vorsichtigen Optimismus anklingen lassen. So liege die Inzidenz deutlich unter den sächsischen Sorgenkindern wie Erzgebirgskreis oder Zwickau, doch auch deutlich entfernt von der Stadt Leipzig, wo die Inzidenz bereits unter 100 gerutscht ist.

Trotzdem habe der Kreis Görlitz alle Chancen für die Zeit nach Himmelfahrt. Das aber hänge vom Verhalten der Bevölkerung ab. "Wenn Mundschutz und Abstand eingehalten werden, wenn getestet und geimpft wird, dann nehmen wir der Pandemie ihre Kraft und können unser früheres Leben zurückerhalten". Er wolle einen Sommer wie im vergangenen Jahr, wo auch der Tourismus wieder möglich ist.

Doch auch das Kreis-Gesundheitsamt gibt die 7-Tage-Inzidenz am Freitag für den Landkreis Görlitz mit 205 und damit zu hoch für weitere Lockerungen an, vor einer Woche lag sie bei 228.

Pandemie nur leicht rückläufig

Auch weitere Zahlen weisen eher auf stagnierende Entwicklungen hin. Labore und Praxen meldeten dem Kreis-Gesundheitsamt binnen 24 Stunden 61 Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 64.

Derzeit befinden sich 113 Menschen in medizinischer Behandlung in Kliniken des Landkreises Görlitz, 24 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Vor einer Woche waren es 117 Menschen auf Station wegen einer Covid-19-Erkrankung, und 21 von ihnen mussten auf Intensivstationen behandelt werden.

Tragen Arbeitspendler aus Polen Corona in den Kreis?

Warum die Pandemie im Kreis Görlitz nur leicht rückläufig ist, obwohl mittlerweile seit zwei Wochen die Geschäfte nur im Click & Collect-Modus verkaufen dürfen und die meisten Schulen und Kitas geschlossen sind, können sich auch die Gesundheitspolitiker im Kreis nur bedingt erklären. Martina Weber, Sozial-Beigeordnete im Landkreis Görlitz, sieht in der Grenznähe einen Grund. So würden die Befunde deutlich machen, dass Arbeitspendler aus Polen vergleichsweise häufig positiv getestet werden würden.

Die 7-Tage-Inzidenz in Polen ist aber landesweit auf 87,3 gesunken und liegt damit deutlich unter der in Deutschland 126 am Freitag. Die grenznahen Landkreise in Westpolen zählen auch nicht zu den Corona-Hotspots des Landes. Doch der Görlitzer Landrat Bernd Lange warnte davor, die Lage zu unterschätzen. Viel käme auch auf die Zahl der Tests an, und da zweifelte Lange an der Teststrategie im Nachbarland.

In Tschechien liegt wiederum die 7-Tage-Inzidenz bei 118.

Zwei weitere Todesopfer im Kreis Görlitz

Im Kreis Görlitz sind zwei weitere Todesopfer zu beklagen. Am 29. April und 2. Mai sind nach einer Coronavirus-Infektion eine 83-jährige Frau aus Löbau und ein 84-jähriger Mann aus Görlitz gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Landkreis Görlitz auf 1.086.

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