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Inzidenz im Kreis Görlitz steigt sprunghaft

Die Neuinfektionen nehmen drastisch zu, Schulen und Kitas treiben die Pandemie. Ab Dienstag droht ein Lockdown.

Mehr Neuinfektionen im Kreis Görlitz lassen den 7-Tage-Inzidenzwert steigen.
Mehr Neuinfektionen im Kreis Görlitz lassen den 7-Tage-Inzidenzwert steigen. © dpa/Jens Büttner (Symbolfoto)

Der 7-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis Görlitz hat beim Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen einen enormen Sprung gemacht. Lag er am Mittwoch noch mit 97 knapp unter dem entscheidenden Grenzwert von 100, so gibt die Behörde die Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 121 Fällen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner an.

Mit einem solchen Sprung musste gerechnet werden, nachdem das Kreis-Gesundheitsamt in den vergangenen beiden Tagen mehr Neuinfektionen vermeldet hatte als in der Vorwoche.

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Wieder mehr Neuinfektionen als in der Vorwoche

Dieser Trend setzte sich auch am Donnerstag fort. So meldeten Labore und Praxen dem Kreis-Gesundheitsamt 68 Neuinfektionen, darunter elf Kinder. Das waren 15 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Der Kreis gab Donnerstagnachmittag die 7-Tage-Inzidenz mit 142 an, so dass auch der Inzidenzwert beim RKI am Freitagmorgen höher ausfallen müsste.

Liegt der Inzidenzwert drei Werktage lang über 100, dann müssen Geschäfte, Tierparks, Museen und Kosmetik-, Nagel- sowie Tatoo-Studios am zweiten darauffolgenden Werktag schließen. Das ist frühestens am Dienstag kommender Woche im Kreis Görlitz der Fall. Die Schulen bleiben auf jeden Fall bis Ostern offen.

Schulen und Kita treiben Pandemie voran

Dabei treiben im Landkreis Görlitz Schulen und Kitas die Pandemie derzeit voran. In 18 Schulen und 16 Kitas im Kreis sind Corona-Fälle aufgetreten. Die Einrichtungen sind über den gesamten Landkreis verteilt und befinden sich in Bad Muskau, Bertsdorf-Hörnitz, Ebersbach-Neugersdorf, Gablenz, Görlitz, Groß Düben, Kodersdorf, Löbau, Neißeaue, Neusalza-Spremberg, Weißwasser, Großschönau und Zittau.

Auch die britische Mutante wird immer öfter bei den Infektionen festgestellt. Der Görlitzer Epidemiologe Roger Hillert schätzt nach den untersuchten Proben in den Medizinischen Laboren Ostsachsen ein, dass der britische Typ 80 Prozent aller Infektionen ausmacht. So wurde in Schulen und Kitas bislang 19 mal die britische Mutation nachgewiesen, bei 75 Gesamtfällen. Die prozentualen Unterschiede können auch daran liegen, dass nicht alle Infektionen auf den britischen Typ untersucht werden.

Unter bereits bekannt gewordenen Fällen, so vermeldete das Kreis-Gesundheitsamt am Donnerstag, wurde neunmal die britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Im Landkreis Görlitz sind bislang 120 Fälle dieser Virusmutation verzeichnet worden, 58 davon sind aktuell noch aktiv und stehen unter Quarantäne.

Ohnehin müssen sich so viele Einwohner im Kreis Görlitz wie seit Wochen nicht mehr wegen der Pandemie zu Hause aufhalten. Entweder weil sie corona-positiv getestet wurden, das betrifft 463 Menschen, oder weil sie Kontaktpersonen 1. Kategorie sind, meist sind das Familienangehörige oder enge Arbeitskollegen. Das sind mittlerweile bereits 1.143 Personen, allein 448 stammen aus dem Umfeld von Schulen oder Kitas.

Stabile Lage in den Krankenhäusern

Unverändert stabil zeigt sich das Bild in den Krankenhäusern. 76 Menschen werden aktuell stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 13 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung, von denen wiederum zwölf nach Angaben des bundesweiten Intensivregisters divi beatmet werden. In Zittau und Weißwasser meldeten die Kliniken Probleme auf den Intensivstationen an das divi-Register.

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