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Ein weiterer Corona-Toter im Landkreis Meißen

Die Inzidenz im Landkreis Meißen steigt über Nacht sehr kräftig an. Intensivmediziner sehen Probleme wegen fehlender Pflegekräfte.

Von Ulf Mallek
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Hinweisschild für ein großes Corona-Schnelltest-Zentrum. Die Tests werden wieder sehr wichtig, angesichts der schnell steigenden Inzidenzen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Meißen stieg am Mittwoch auf 274,2.
Hinweisschild für ein großes Corona-Schnelltest-Zentrum. Die Tests werden wieder sehr wichtig, angesichts der schnell steigenden Inzidenzen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Meißen stieg am Mittwoch auf 274,2. © Bernd Weißbrod/dpa

Meißen. Jetzt geht es wieder sehr kräftig nach oben. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Meißen erreicht am Mittwoch 274,2 (Vortag: 214,3), teilte das Landratsamt mit. Im Vergleich zum Vortag sind 205 weitere positiv auf das Coronavirus getestete Personen hinzugekommen. Seit Beginn der Pandemie gibt es im Landkreis Meißen 18.999 positiv getestete Personen. Gegenwärtig befinden sich 918 positiv getestete Personen in behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso 191 Kontaktpersonen von positiven Fällen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 36 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon werden sieben auf der Intensivstation behandelt. Eine weitere Person ist verstorben. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der bisher im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion Verstorbenen auf 607 Personen.

© Gesundheitsamt Meißen
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Von den aktuell 918 (Vortag: 758) aktiven Corona-Infizierten leben die meisten in Radebeul (144). Es folgen Riesa (118), Coswig (97), Meißen (86) sowie Klipphausen (61) und Moritzburg (60). Die höchste Inzidenz im Landkreis gibt es in Moritzburg (430,5). Es folgen Klipphausen (358,9), Weinböhla (298,1) und Lommatzsch (270,1). Die geringste Inzidenz weist die Stadt Großenhain auf (49,9). (Stand 25. Oktober)

Jedes dritte Intensiv-Bett gesperrt

Immer mehr Betten auf Deutschen Intensivstationen sind gesperrt und stehen nicht mehr zur Verfügung. Zu diesem Ergebnis kommen die Initiatoren einer Umfrage unter 643 Intensivmedizinern der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN). „Dahinter steckt keine böse Absicht – es fehlt schlicht das geschulte Pflegepersonal“, so Past Präsident der DIVI, Professor Uwe Janssens. Die schon vor der Pandemie nachweisbaren Probleme in der Intensivmedizin haben sich verstärkt. „Die zurückliegenden, zermürbenden Monate haben zu einer Verschlechterung der Stimmung und zu weiteren Kündigungen von Stammpflegekräften geführt.“ So ist in der kommenden Zeit mit einer spürbaren Einschränkung in der Versorgung der Bevölkerung zu rechnen.

Bereits heute sind 20 Prozent der maximal betreibbaren High-Care-Betten, in denen Patienten invasiv beatmet werden können, wie sogar 35 Prozent der Low-Care-Betten auf Intensivstationen gesperrt. Die aktuelle Umfrage unterstreicht daher die generelle zunehmende Verschlechterung der Situation in der Intensivmedizin. Eine absehbar schwere Herbst- und Winterwelle mit vielen Covid-19-Patienten, so die Experten, vielleicht noch in Kombination mit einer Grippewelle, könne die Intensivmedizin in Deutschland erneut an und über ihre Grenzen bringen.