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Sind wir jetzt schon im Risikogebiet?

Laut RKI stieg der 7-Tage-Wert für Corona-Neuinfektionen im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf über 50. Warum das Landratsamt andere Zahlen hat.

© dpa

Update, 17.46 Uhr: Nun hat das Landratsamt Pirna den Landkreis ebenfalls als Risikogebiet eingestuft.  Laut den neuesten Zahlen, die die Behörde mitteilte, sind aktuell 233 Coronainfizierte in der Sächsischen Schweiz und im Osterzgebirge registriert, was einer Inzidenzrate von 59,1 entspricht.


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Neueste Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) haben am Dienstag für Irritationen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gesorgt. Das RKI weist die Elbsandsteinregion aktuell bereits als Corona-Risikogebiet aus. Denn hier sei der Sieben-Tage-Wert für Neuinfektionen auf 53,7 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Auch das sächsische Gesundheitsministerium stuft den Landkreis am 20. Oktober als neues Risikogebiet ein: mit einem Inzidenzwert von 55,0. So viele Sars-CoV-2-Nachweise hätte es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gegeben.

Zahlen, die sich mit den offiziellen Angaben des Landratsamtes in Pirna allerdings nicht decken. Am Montagnachmittag gab die Behörde bekannt, dass in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 98 Neuinfizierte gemeldet wurden. Rein rechnerisch ergeben sich für diesen Zeitraum also 39,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Damit liegt der Inzidenzwert des Landratsamtes weit unter denen des Robert-Koch-Institutes und des sächsischen Gesundheitsamtes.

Seniorenheim als lokaler Hotspot

Der Grund: Die aktuellen Fallzahlen im Seniorenheim "Jochhöh" in Freital-Pesterwitz wurden am Montag vom Landratsamt nicht mit eingerechnet. Die Einrichtung hatte sich am Wochenende zu einem Corona-Hotspot entwickelt. Insgesamt 33 Bewohner und zehn Mitarbeiter wurden hier positiv getestet. 

Laut Landrat Michael Geisler (CDU) wurden diese 43 Fälle bewusst nicht in der Berechnung berücksichtigt. "Das Pflegeheim Jochhöh wird als lokaler Hotspot eingeordnet und daher nicht in die Sieben-Tage-Inzidenz eingerechnet", teilt Geisler auf seiner Facebook-Seite mit. Mit der Entscheidung, die Einrichtung als lokalen Hotspot einzuordnen, überschreite man nicht die 50er-Grenze für die Sieben-Tage-Inzidenz. 

Man habe somit "das mildeste Mittel gewählt, um der weiteren Ausbreitung der Infektion entgegenzuwirken. Das dies keinem von uns gefällt ist auch uns klar, aber keine Reaktion ist die falsche Reaktion", schreibt Geisler.

Das Landratsamt beruft sich bei seiner Rechenmethode auf die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung. Darin steht: "Für den Fall eines konkreten räumlich begrenzten Anstiegs der Infektionszahlen (Hotspot) sind entsprechend begrenzte Maßnahmen zu treffen." 

Neue Zahlen am Dienstagabend erwartet

Das Landratsamt will am Dienstagabend aktuelle Infektionszahlen veröffentlichen. Steigen diese, dürfte auch der Inzidenzwert weiter nach oben klettern. Ob die kritische Marke von 50 überschritten wird, ist offen. Laut Recherchen von Sächsische.de bereitet das Landratsamt aktuell keine neue Allgemeinverfügung vor.

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