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Kommt das stille Gaststätten-Sterben?

Ein traditionelles Objekt im Hohwald steht zum Verkauf. Experten befürchten schlimme Pandemie-Auswirkungen für das gesamte Gastgewerbe.

Die Hohwaldschänke mit Jagdbaude liegt mitten im großen Hohwald-Wandergebiet. Das Objekt steht zum Verkauf.
Die Hohwaldschänke mit Jagdbaude liegt mitten im großen Hohwald-Wandergebiet. Das Objekt steht zum Verkauf. © Steffen Unger

Nur wenige Kilometer weiter, in Dresden, dürfen die Menschen wieder im Freien in den Gaststätten sitzen. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge könnte das noch etwas dauern, obwohl auch hier die Gastwirte und Hoteliers in den Startlöchern stehen und endlich wieder Gäste bewirten wollen.

Einige der Lokalitäten werden wohl erst einmal oder vielleicht auch für immer geschlossen bleiben. Die Hohwaldschänke könnte eine davon sein. Die Besitzer wollen das Objekt verkaufen. Schon seit einigen Wochen weist darauf ein Schild an der eigentlichen Hohwaldschänke hin. Die Eigentümer waren telefonisch noch nicht erreichbar.

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Die Entscheidung zur Aufgabe der Geschäfte könnte durchaus mit der Corona-Pandemie und der monatelangen Schließzeit zusammenhängen. Die Hohwaldschänke selbst ist schon seit längerer Zeit geschlossen. Bewirtet wurden die Gäste in der mit dazu gehörenden urigen Jagdbaude. Diese steht gleich daneben. Das Objekt befindet sich in einem der größten Wandergebiete neben der Sächsischen Schweiz. Von hier aus führen zahlreiche Touren durch den Hohwald und angrenzende Gebiete. Gleichzeitig ist die Gaststätte ideal an der Staatsstraße S154 gelegen, der Verbindung in die südliche Oberlausitz. Deshalb kehrten hier nicht nur Wanderer sondern auch Tagesgäste ein.

Die Hohwaldschänke entstand übrigens beim Ausbau der Landstraße über den Hohwald in den 1830er-Jahren. Sie bestand zunächst aus einem schlichten Fachwerkhaus, welches 1872 nach Wehrsdorf versetzt wurde. Dafür entstand damals der heutige Bau. Daneben wurde 1968 die Jagdbaude zur Gästebewirtung eingerichtet.

Gaststättenverbände sind in Sorge

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Wanderer sind auch hier bereits ausreichend unterwegs. Die Stullen werden neben der bekannten Jagdbaude verspeist. Das Verkaufsschild ist Thema der Gespräche. Das Objekt könnte so bereits ein weiteres sein, welches die coronabedingten Schließzeiten seit 2020 nicht mehr verkraften kann. Wie viele Gaststätten, Hotels oder andere Beherbergungseinrichtungen am Ende wieder öffnen werden, weiß man im Moment nichts so genau. Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes bangen etwa 75 Prozent der befragten Unternehmer aus Hotellerie und Gastronomie um ihre Existenz. 25 Prozent sollen konkret in Erwägung ziehen, ihren Betrieb dauerhaft zu schließen. In Sachsen befürchtet man ähnliches.

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