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Jedes sechste Dresdner Kind in der Notbetreuung

Zunehmend mehr Familien nutzten das Angebot. Dabei gab es auch Corona-Fälle. Zum Start des Regelbetriebs gelten über 30 Quarantäne-Anordnungen.

Zunehmend mehr Dresdner Eltern haben ihre Kinder in den vergangenen Wochen in die Notbetreuung geschickt - so sie denn durften. Am Montag startet wieder der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas.
Zunehmend mehr Dresdner Eltern haben ihre Kinder in den vergangenen Wochen in die Notbetreuung geschickt - so sie denn durften. Am Montag startet wieder der eingeschränkte Regelbetrieb in den Kitas. © Philipp von Ditfurth/dpa (Symbolbild)

Dresden. Der Kreis der Kinder war eng begrenzt. Nur wenige kleine Dresdner durften in den vergangenen zwei Monaten eine Kita besuchen. Nun hat die Stadtverwaltung Zahlen genannt, wie viele Kinder in die Notbetreuung geschickt wurden.

Demnach waren am Montag vergangener Woche im Krippen- und Kindergartenbereich genau 6.431 Kinder in den kommunalen und freien Einrichtungen anwesend. Normalerweise wären es reichlich 25.600. Somit ist ein Viertel aller Knirpse trotz Lockdowns weiterhin in die Kita gegangen.

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Dresden mit niedrigerer Betreuungsquote

Im Grundschulbereich sind die Zahlen deutlich niedriger. Laut Stadtverwaltung sind Anfang Februar lediglich 1.203 Hortkinder in die Betreuung geschickt worden – von üblicherweise mehr als 20.000. Die Betreuungsquote entspricht also gerade einmal sechs Prozent. Zählt man Krippe, Kindergarten und Hort zusammen, so waren es 17 Prozent.

In den Kitas des Roten Kreuzes waren sogar 30 bis 45 Prozent der Kinder in der Notbetreuung, so Sprecherin Ulrike Peter zur SZ. In den Awo-Kitas waren es rund 30 Prozent, in den Kitas der Diakonie zwischen zehn bis 40 Prozent - je nach Kita.

Das zeigt, dass seit Mitte Dezember immer mehr Eltern die Notbetreuung ihrer Kinder in Anspruch genommen haben. Zum Start nannte die Stadt für die kommunalen Kitas noch eine Quote von etwa sechs Prozent, Anfang Januar waren es bereits zwölf Prozent.

Die reguläre Betreuung war am 14. Dezember aufgrund schnell steigender Infektionszahlen eingestellt worden. Mit Ausnahmen. Arbeiteten die Eltern Berufen, die für die Gesellschaft als besonders wichtig eingestuft wurden, durfte die Notbetreuung in Anspruch genommen werden. Auf der Liste standen unter anderem Krankenpfleger, Ärzte, Polizisten, Feuerwehrleute, Supermarkt-Verkäufer sowie Steuerberater, die Unternehmen bei den Corona-Hilfen unterstützen. Oft war Voraussetzung, dass beide Eltern in diesen Berufen tätig sind. Sachsenweit sind laut Städte- und Gemeindetag Mitte Januar etwa 20 Prozent aller Kinder in Kitas betreut worden, im Krippen- und Kitabereich sogar 28 Prozent. Damit war die Betreuungsquote in Dresden niedriger.

Corona-Infektionen in der Notbetreuung

Um weitere Infektionen zu verhindern, sind die Kinder in festen Gruppen mit immer denselben Erziehern betreut worden. Dabei sollte vermieden werden, dass sich die Kinder verschiedener Gruppen im Haus oder im Freien über den Weg laufen. Trotzdem konnten diese Vorsichtsmaßnahmen den Kontakt zu Infizierten nicht verhindern. Laut Angaben des Dresdner Gesundheitsamtes bestand am Freitag für 66 Kita-Kinder sowie Betreuer eine Quarantäne-Anordnung. Sieben Einrichtungen waren zum Ende der Notbetreuung betroffen.

Inwiefern der eingeschränkte Normalbetrieb dort am Montag stattfinden kann, ist unklar. Für zwei Kitas wird das Quarantäne-Ende für Dienstag angegeben, für die Betroffenen einer weiteren Einrichtung endet sie erst am 23. Februar. Damit gilt am Montag für mehr als 30 Personen eine Quarantäne-Anordnung. Die Stadtverwaltung wird über von Corona-Infektionen betroffene Kindergärten und Horte weiterhin auf ihrer Internetseite informieren, wobei es sein kann, dass die Daten dort mit einiger Verzögerung dargestellt werden, heißt es aus dem Rathaus.

Bedenken zur Wiederaufnahme des regulären Betriebs äußert die Gewerkschaft Verdi. Das eigentliche Problem sei der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und die Umsetzung der Hygienemaßnahmen, angesichts des bestehenden Personalmangels, so der für den Erziehungsdienst zuständige Gewerkschafter Detlef Heuke.

Tatsächlich gehören die Erzieher zu der Berufsgruppe, die zwischen März und Oktober 2020 am häufigsten wegen Covid-19 krankgeschrieben waren, wie eine Auswertung der AOK Plus für die Versicherten in Sachsen ergeben hat.

In den kommunalen Kindertageseinrichtungen werden derzeit Konzepte für die Wiederöffnung entwickelt, teilte Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Eckpunkte zum Betrieb ab Montag gibt es aber schon. Außerdem hat der Kita-Eigenbetrieb angekündigt, was mit den zu viel bezahlten Beiträgern jener Eltern passieren soll, die ihre Kinder seit dem 14. Dezember nicht betreuen lassen konnten.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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